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Preisträger 2021
Prämiertes Projekt: Klimaneutrales Stadtquartier – Neue Weststadt Esslingen
Projektpartner: Berliner Institut für Sozialforschung (BIS) | Green Hydrogen Esslingen (GHE) | Hochschule Esslingen mit dem Institut für nachhaltige Energietechnik und Mobilität | HyEnTec, Zell unter Aichelberg | mondayVision, Stuttgart | Polarstern, München | Städtischer Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) | Stadt Esslingen | Steinbeis-Innovationszentrum energieplus, Stuttgart | TU Braunschweig mit dem Institut für Bauklimatik und Energie der Architektur | Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden- Württemberg (ZSW), Stuttgart/Ulm
Das ausgezeichnete Projekt folgt dem Ansatz der heimischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, der lokalen Wasserstoffproduktion und der Abwärmenutzung zur Wärmeversorgung des Stadtteils.
Basis ist das vom Steinbeis-Innovationszentrum energie plus unter Leitung von Professor Dr.-Ing. M. Norbert Fisch entwickelte integrale Energie- und Nachhaltigkeitskonzept. Der grüne Wasserstoff wird dabei ins Erdgasnetz der Stadt eingespeist und trägt somit zur Dekarbonisierung des Energiesektors bei. Die bei der Wasserelektrolyse an fallende Abwärme wird in das Nahwärmenetz des Quartiers eingespeist.
Das Reallabor der Energiewende auf einem innerstädtischen Areal von 12 ha ist der Kern des Projekts und um fasst rund 500 Wohneinheiten, Büro- und Gewerbeflächen sowie einen Neubau der Hochschule Esslingen. Übergeordnetes Ziel ist es einen nahezu klimaneutralen Stadtteil zu errichten.
Im Projekt wird diese Größe mit einer CO₂-Emission pro Kopf und Jahr von unter einer Tonne für Wohnen und Mobilität definiert, was unter anderem durch die Reduzierung des Energiebedarfs, einen hohen Grad an Solarisierung (ca. 1.500 Kilowatt Peak), die Nutzung der Ab wärme aus der Wasserstofferzeugung sowie den Einsatz von importiertem Biomethan in Blockheizkraftwerken er reicht wird. Zentrales Element der Energieversorgung des Quartiers ist ein Wasserstoff-Elektrolyseur mit einer Leistung von 1.000 Kilowatt elektrisch. Der eingesetzte Strom kommt aus den auf den Gebäudedächern installierten Photovoltaikanlagen sowie überwiegend aus Erzeugungsanlagen, die von außerhalb überschüssigen, erneuerbaren Strom über das öffentliche Stromnetz liefern. Mit der Abwärme aus dem Elektrolyseur wird über ein Nah wärmenetz rund die Hälfte des Wärmebedarfs der Wohn- und Gewerbeflächen und der Hochschule gedeckt.
Der Jahresnutzungsgrad der Elektrolyse erhöht sich so mit auf etwa 85 bis 90 %. Auf die ersten Ideen zum klimaneutralen Stadtquartier im Jahr 2015 folgte ein langer Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozess, im Juni 2021 wurde die Inbetriebnahme der Wasserstoffproduktion mit den Fördergebern gefeiert. Das Projekt wurde im Rahmen der Initiative „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt” vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium für Forschung und Bildung mit rund 12 Mio. Euro gefördert.