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Preisträger 2009
Prämiertes Projekt: Miniimplantatsensor zur nichtinvasiven Blutzuckermessung bei Diabetikern
Projektpartner: EyeSense GmbH | Steinbeis-Forschungszentrum International Vision Correction Research Centre (IVCVC)/Heidelberg
Der Diabetes mellitus betrifft etwa 250 Millionen Menschen weltweit. Das Eigenmonitoring des Blutzuckerwertes ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Die bisher ausschließlich angewandte, invasive Methode der Applikation eines Bluttropfens auf einen Sensorstreifen des Blutzuckermessgerätes wird von vielen Patienten als schmerzhaft empfunden und hat oft nur eine begrenzte Compliance im Sinne eines kooperativen Verhaltens des Patienten im Rahmen der Therapie.
Die EyeSense GmbH aus dem bayerischen Großostheim entwickelte ein Hydrogelimplantat als Trägersystem mit Fluorophoren, das unter die Bindehaut des Auges implantiert wird. Dieser Messort besitzt den Vorteil, dass hier eine hervorragende Implantatverträglichkeit vorliegt und der Minisensor von Gewebeflüssigkeit umgeben ist, die eine Blutzuckeranalyse erlaubt. Entsprechend der Glukosekonzentration wird Fluoreszenzlicht unterschiedlicher Intensität vom biochemischen Implantatsensor ausgesandt, das optisch und nicht-invasiv mit Hilfe eines kleinen Photometers detektiert und ausgewertet wird, der berührungslos vor das Auge gehalten wird.
Im Rahmen des mit dem Löhn-Preis ausgezeichneten Transferprojektes wurden zunächst am Steinbeis-Forschungszentrum IVCRC an der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg laborexperimentelle Untersuchungen durchgeführt, um die optimale Messposition zwischen Sensor und Photometer zu bestimmen. Parallel wurde das Implantat von EyeSense auf Kompatibilität mit häufig applizierten lokalen Medikamenten überprüft. Im Rahmen einer Phase-II-Studie begann dann im August 2008 die klinische Evaluierung unter Federführung des IVCRC. Durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch wurde das Verfahren kontinuierlich verbessert. Das Steinbeis-Forschungszentrum IVCRC initiierte die Entwicklung eines Injektors, um das Implantat optimal einsetzen zu können. EyeSense verringerte gleichzeitig die Größe des Implantats und rundete seine Kanten ab. Die Ergebnisse der ersten Studienkohorte sind sehr vielversprechend und zeigen eine gute Korrelation zwischen den Messwerten des Minisensors und der Referenzmethode mit guter Implantatverträglichkeit.
Zukünftige Ziele der Zusammenarbeit sind die weitere Evaluierung und Entwicklung des Implantats, um eine verlässliche sowie dauerhafte subkonjunktivale Blutzuckermessung zu gewährleisten und die Markteinführung zu realisieren.