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Preisträger 2008
Prämiertes Projekt: Graphitmodifizierte Gipskartonplatte
Projektpartner: SGL Technologies GmbH | Saint-Gobain Rigips GmbH | Steinbeis-Transferzentrum Kunststofftechnik – Verbundwerkstofftechnik/Naila
Weltweit werden derzeit jährlich rund 8 Milliarden Quadratmeter Gipskartonplatten (GK-Platten) in der Gebäudetechnik eingesetzt. Seit Jahrzehnten nimmt das Wachstum dieser für die Gebäudetechnik wichtigsten Bauelemente stetig zu. Der Anwender schätzt an diesen GK-Platten die hohe Wirtschaftlichkeit im Trockenbau, die hohe Oberflächengüte der Konstruktionen und die raumklimatisierende Wirkung der GK-Platten als Folge der Wasseraufnahme / -abgabefähigkeit. Noch nicht befriedigend waren jedoch bisher die niedrige Wärmeleitfähigkeit dieser Gipskartonplatten und der Schutz vor elektromagnetischen Strahlen.
Durch die Zusammenarbeit des Steinbeis-Transferzentrums Kunststofftechnik – Verbundwerkstofftechnik mit Sitz in Naila mit den Unternehmen SGL Technologies GmbH und der Saint-Gobain Rigips GmbH wurde eine neue graphitmodifizierte Gipskartonplatte entwickelt, mit der diese seit Jahrzehnten elementaren Nachteile bisheriger GK-Platten gelöst werden konnten.
Diese neue GK-Plattengeneration ist gekennzeichnet durch Meilensteine in den Eigenschaften Wärmeleitung und elektromagnetischer Abschirmwirkung, ohne dabei die positiven Grundeigenschaften der GK-Platten zu verändern. Die graphitmodifizierte Gipskartonplatte zeichnet sich durch eine Wärmeleitfähigkeit aus, die mit 0,52 W / mK der von Wasser, dem wichtigsten Temperiermedium, entspricht. Die Abschirmwirkung gegen elektromagnetische Strahlen liegt in der Größenordnung von ca. 60 dB, d. h. die Wirkleistung einer vorhandenen elektromagnetischen Strahlung im Bereich von 0 bis 10 GHz wird nahezu auf ein Millionstel reduziert.
In Anbetracht dieser neuartigen Eigenschaften der graphitmodifizierten Gipskartonplatte werden breite Anwendungen in der Raumklimatisierung und in der Abschirmung elektromagnetischer Strahlen im nationalen wie internationalen Wohnungsbau und im Industriebau erwartet. Insbesondere bei energiesparenden Gebäuden und Eigenheimen sind erste Anwendungen zu verzeichnen. Eine Anwendung in einem Gebäude öffentlichen Interesses zeigt z. B. die BMW-Welt in München.