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Preisträger 2005
Prämiertes Projekt: Das Rostock Cornea Modul RCM: Konfokale Laser Scanning Mikroskopie des Augenvorderabschnittes
Projektpartner: Heidelberg Engineering GmbH | Steinbeis-Transferzentrum Biomedizinische Technik und angewandte Pharmakologie in der Ophthalmologie/Rostock
An der Rostocker Augenklinik wurde ein konfokales Laser Scanning-Mikroskop für die Abbildung der Mikrostrukturen des vorderen Augenabschnittes einschließlich der Linse auf der Basis des Heidelberg Retina Tomographen HRT II entwickelt. Dazu wurde der Heidelberg Retina Tomograph HRT II mit einem aufsteckbaren Objektivsystem, dem sog. Rostock Cornea Modul RCM, kombiniert.
Werden bei einem Laser-Scanning-Ophthalmoskop die brechenden Medien des Auges, die bei diesem Gerät zum Fokussierungssystem des Lasers gehören, durch ein hochwertiges Objektivsystem ersetzt, kann der Laser-Fokus mit einem Durchmesser unter 1µm in den Au genvorderabschnitt verlagert werden. Dadurch entsteht ein schnelles, hochauflösendes, digital-konfokales Laser-Scanning-Mikroskop für in-vivo-Untersuchungen der Kornea. Die erfolgreiche Umsetzung des beschriebenen Konzepts eines Mikroskop-Vorsatzsystems für ein Laser-Scanning-Mikroskop setzte die Existenz eines kommerziellen Laser-Scanning-Systems kompakter Bauart voraus. Im Vergleich mehrerer Hersteller ergab sich als Projektpartner die Heidelberg Engineering GmbH, die sich nicht nur durch große Offenheit gegenüber innovativen Ideen auszeichnet, sondern mit dem HRT II als Grundgerät für das Laser-Mikroskop auch über ein weltweites Vertriebs- und Fortbildungssystem verfügt. In Abhängigkeit von der gewählten Objektivkombination und dem internen z-Scan kann in der 3D-Option ein Tiefenbereich im Objekt bis zu 50 µm und mit einer Tiefenauflösung von 1 µm abgebildet werden. Die Aufnahmezeit pro Bild beträgt dabei 0,024 sec. Eine Dokumentation von dynamischen Vorgängen im Gewebe (z. B. Blutstrom in Gefäßen) sowie die Aufnahme von Bildsequenzen von 100 Bildern in bis zu 10 sec wird dadurch möglich. Diese Prozedur der Hornhautkontaktierung ohne Druck wird dabei durch eine kleine CCD-Farbkamera überwacht. Das Kontaktverfahren garantiert einen festen Abstand zwischen Mikroskop und Kornea. Damit wird eine optische Pachymetrie möglich. Alle Mikrostrukturen der Kornea mit ihrem Epithel, den Nerven, den Keratozyten sowie dem Endothel der Conjunctiva bulbi des Auges, aber auch der Haut, der Zunge und der Mundschleimhaut können damit schnell und sicher dargestellt und bewertet werden. Erstmalig ist auch die Darstellung von dendritischen Zellen, den sog. Langerhans-Zellen in vivo möglich.
Der Einsatz von Trockenobjektiven im Nonkontaktverfahren gestattet erstmals mit diesem Mikroskop auch die Abbildung der Strukturen der natürlichen Linse und des Nachstares auf einer IOL. Ein wesentlicher Vorteil bei diesem Gerät ist dabei der digitale Charakter mit seinen Möglichkeiten der einfachen Datenarchivierung. Erfolgreich konnte das Mikroskop auch in anderen medizinischen Fachbereichen wie der HNO und der Zahnklinik eingesetzt werden.