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Digitale Prozesse brauchen Agilität in der Entwicklung
Steinbeis-Team bringt Methoden und Prozesse zur Entwicklung digitaler Produkt- und Geschäftsmodellinnovationen in den MittelstandBürkert ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Ingelfingen, in dem sich alles um präzises Messen, Steuern und Regeln von Flüssigkeiten und Gasen in industriellen Anwendungen dreht. Das weltweit tätige Unternehmen hat sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Komponenten und Systemen in der Fluidtechnik spezialisiert. Das Ziel des Projektes mit Steinbeis bestand darin, verschiedene Innovationsmethoden aufzuzeigen, um die Entwicklung von digitalen Produkt- und Geschäftsmodellinnovationen basierend auf den Kernkompetenzen von Bürkert voranzutreiben. Die Workshopreihe fand im unternehmenseigenen Bürkert Innovation Center in Karlsruhe statt, das rund 40 Mitarbeitende beschäftigt. Die Workshops umfassten vier Themenkreise:
- die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle und Services,
- Methoden und Prozesse der Produktentwicklung,
- agile Ansätze und Kreativitätsmethoden sowie
- agiles Projektmanagement interaktiv angewendet mit lego4scrum.
Ziel der Workshopreihe war, dass die Teilnehmenden die vorgestellten Methoden zukünftig eigenständig bei der Entwicklung von Innovationen einsetzen können.
ASD-Innovation Coaching Framework
Der ASD – Agile Systems Design Ansatz stellt eine Vorgehensweise in der Planung und Umsetzung agiler Entwicklungsprozesse dar. Das darauf basierende ASD-Innovation Coaching Framework stellt dabei den Menschen in den Mittelpunkt der Produktentwicklung und befähigt ihn, ein angemessenes Maß an Agilität in seiner Arbeitsweise zu realisieren. Damit werden Entwicklungsteams bei der Bewältigung komplexer Probleme unterstützt und agile Ansätze mit echtem Nutzwert in die Vorgehensweisen der Teams integriert und individuell an die spezifischen Bedürfnisse, Rahmenbedingungen und Ziele angepasst.
„Empirische Studien haben wissenschaftlich aufgezeigt, wie Coaching-Aktivitäten Entwicklungsteams in den frühen Phasen der Produktentwicklung unterstützen können“, erläutert Patrick Brecht, der die Workshops mit dem Bürkert-Team durchgeführt hat. Die Studien zeigten, dass Problemlösungskompetenzen gestärkt, die erfolgreiche Zusammenarbeit gefördert und Methoden situations- und bedarfsgerecht angewendet wurden. „Das ASD-Innovation Coaching Framework setzt dabei an drei zentralen Bestandteilen an: der umfassenden Definition von ASD-Innovation Coaching mit konkreten Aktivitäten und Verantwortlichkeiten, einem Ausbildungskonzept zur Vermittlung eines entsprechenden Kompetenzprofils und einem Vorgehensmodell zur Befähigung der situations- und bedarfsgerechten Anwendung von ASD-Innovation Coaching“, ergänzt Dr.-Ing. Manuel Niever, der das Framework im Rahmen seiner Promotion entwickelt hat. Gleichzeitig werden die Effektivität und Kreativität der Entwicklungsteams gesteigert.
Quellen
[1] Vgl. Niever, M. (2023). Innovation Coaching zur Förderung der Agilität in Prozessen des ASD – Agile Systems Design. Dissertation. In A. Albers & S. Matthiesen (Hrsg.), Forschungsberichte des IPEK - Institut für Produktentwicklung. Systeme, Methoden, Prozesse (Bd. 168). Karlsruhe: Karlsruher Institut für Technologie (KIT). DOI: 10.5445/IR/1000160035
Das ASD-Innovation Coaching Framework wurde im Rahmen der kooperativen Promotion von Dr.-Ing. Manuel Niever zwischen dem IPEK – Institut für Produktentwicklung unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Albert Albers am Karlsruher Institute für Technologie (KIT) und dem IDEV – Institute of Digital Economy and Venturing der Hochschule Karlsruhe unter Leitung von Prof. Dr. Carsten H. Hahn entwickelt.
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