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Veröffentlichungsdatum: 25.09.2026 | 0 Kommentare

Die Zukunft gestalten: mit Persönlichkeit und der richtigen Unterstützung

Wie Company Building Innovationen, Talente und Wissenschaft in einem vernetzten Ökosystem zusammenführt

In einer Weltwirtschaft, die sich fortwährend neu erfindet, wird der Erfolg zunehmend an der Fähigkeit eines Ökosystems gemessen, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktreife industrielle Erfolge zu verwandeln. Doch dieser Übergang von der Laborerfindung zum kommerziellen Erfolg bleibt ein risikoreicher Weg. Statistiken zeigen, dass nahezu 90 % der Start-ups in der Frühphase scheitern und häufig in das stürzen, was Innovatorinnen und Innovatoren als „Valley of Death“ bezeichnen: Die Anschubfinanzierung läuft aus, das Start-up ist aber noch nicht eigenständig profitabel genug. Die agile Antwort auf diese Herausforderung lautet Company Building. Dabei handelt es sich um weit mehr als eine Methode zur Ausgründung von Unternehmen. Vielmehr beschreibt Company Building einen strategischen Ansatz, der persönliche Kompetenzen, unternehmerisches Know-how und akademische Forschung miteinander verbindet und so aktiv dazu beiträgt, wirtschaftliche Zukunft zu gestalten. Wie sich dieser Wandel in der Praxis vollzieht und welche Chancen sich daraus insbesondere für Tunesien ergeben, erläutert Fatma M'Selmi Baklouti, die den Steinbeis Transfer & Innovation Hub Tunisia verantwortet.

Lange Zeit hemmte eine starre Trennung zwischen Wissenschaft und unternehmerischem Umfeld die Entwicklung bedeutender Innovationen und ließ wertvolle Forschung innerhalb der Universitätsmauern verharren. Mit dem Entstehen moderner Technologietransfer-Hubs wurden diese Grenzen grundlegend neu definiert. Indem sie einen direkten, praxisnahen und kontinuierlichen Dialog zwischen Forschenden und Verantwortlichen in Unternehmen schaffen, reduzieren Company-Building-Ansätze die Risiken in den frühen Phasen der Unternehmensgründung. Sie strukturieren nachhaltige und wertschöpfungsstarke Projekte, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse in agile Lösungen überführen, die auf die konkreten Herausforderungen globaler Märkte zugeschnitten sind.

Humankapital und Inklusion: Die wahren Leistungstreiber

Ein resilientes Unternehmen ist vor allem ein Spiegelbild des Mutes, der Fähigkeiten und der Eigeninitiative der Menschen, die es voranbringen. Bahnbrechende Innovationen entstehen nicht im luftleeren Raum: Sie werden an der Schnittstelle zwischen visionären Persönlichkeiten und einem unterstützenden Innovationsumfeld entwickelt.

In dieser Dynamik sind Talentvielfalt und wirtschaftliche Inklusion keine ethischen Ideale mehr, sondern messbare Leistungshebel, die kollektive Intelligenz fördern. Zahlen untermauern diesen Zusammenhang: So zeigen die Untersuchungen der Boston Consulting Group (BCG), dass Unternehmen mit diversen Führungsteams 19 % höhere Innovationserlöse erzielen. Darüber hinaus belegen globale Analysen von McKinsey & Company, dass Organisationen im obersten Quartil bei der Geschlechtervielfalt im Führungsteam mit bis zu 39 % höherer Wahrscheinlichkeit profitabler sind als weniger diverse Vergleichsunternehmen.

Die Einbindung von Querschnittsdimensionen wie weibliches Unternehmertum und ein gendersensibler Ansatz erweisen sich hierbei als entscheidend. Indem moderne Ökosysteme Unternehmerinnen umfassend unterstützen – von der ersten Ideenentwicklung bis zur internationalen strategischen Umsetzung – und Organisationen dazu ermutigen, inklusive und zukunftsorientierte Kulturen zu etablieren, erschließen sie ein enormes, bislang ungenutztes Wachstumspotenzial, das die Widerstandsfähigkeit des gesamten Marktes stärkt.

Vom Labor zum Markt: Erfolgsfaktoren eines vernetzten Ökosystems

Um die Wirtschaft nachhaltig zu verändern und die operativen Finanzierungslücken zu schließen, an denen so viele junge Unternehmen in der Frühphase scheitern, muss ein wirksames Modell zur Kommerzialisierung von Forschung mehrere strategische Hebel gleichzeitig aktivieren. Erstens muss der Technologietransfer effiziente Prozesse für Industrieakteure schaffen. Dazu gehören die Sicherung von Rechten an geistigem Eigentum, das Management von Technologie-Reifegraden (TRLs) und die Beschleunigung von Rapid Prototyping, um die Markteinführung deutlich zu verkürzen.

Parallel dazu müssen Ökosysteme eine Kultur wissenschaftlicher Spin-offs fördern. Deep-Tech-Unternehmerinnen und -Unternehmer, junge Forschende und akademische Talente, die den Weg der Unternehmensgründung wählen, benötigen eine hochspezialisierte Infrastruktur. Hochwertiges Mentoring, Zugang zu fortschrittlichen technischen Ressourcen und eine frühe Anbindung an Venture-Capital-Netzwerke sind unerlässlich, damit sie die kritische Phase der industriellen Skalierung erfolgreich meistern können.

Schließlich muss dieses Modell eine grenzüberschreitende und panafrikanische Ambition verfolgen. Nordafrikanische Hubs, ideal an der Schnittstelle zu Europa positioniert, spielen heute eine zentrale Rolle als strategische Verbindungspunkte. Durch den Aufbau robuster Plattformen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbinden sie regionales Talent mit internationalen Exzellenzstandards und globalen Geschäftschancen.

Innovationskraft durch territoriale Synergien 

Die strukturelle Wirkung dieser Initiativen vervielfacht sich, wenn sie tief in leistungsfähige wissenschaftliche und industrielle Cluster eingebettet sind. Fatma M'Selmi Baklouti kennt dieses Zusammenspiel aus ihrer täglichen Arbeit: Seit Januar 2025 verantwortet sie den Steinbeis Transfer & Innovation Hub Tunisia in Soliman im Nordosten Tunesiens. Der Hub unterstützt Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Innovationen zu überführen. Schwerpunkte sind Technologietransfer, geistiges Eigentum, Technologievermarktung sowie die Begleitung von Start-ups. Die Einbindung in das internationale Steinbeis-Netzwerk eröffnet darüber hinaus zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und internationalen Partnern und stärkt so die internationale Sichtbarkeit tunesischer Innovationen und den unternehmerischen Transfer.

„Unsere Erfahrungen am Wissenschafts-, Technologie- und Industriepark Technopol Borj Cédria zeigen, dass geografische Nähe den täglichen Austausch und die spontane Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Start-ups und Industrieakteuren fördert. In diesen Zonen hoher akademischer und wirtschaftlicher Konzentration entfalten kollaborative Methoden, Design Thinking und gemeinsame Ökosysteme ihre volle Bedeutung, um die Infrastruktur von morgen gemeinsam aufzubauen“, so Fatma M'Selmi Baklouti.

Wissenschaft und Wirtschaft gewinnen, wenn sie gemeinsam voranschreiten. Werden menschliches Potenzial, spezialisierte Expertise und Vielfalt konsequent in den Mittelpunkt der Forschungskommerzialisierung gestellt, entstehen nicht nur wettbewerbsfähige Unternehmen: Gleichzeitig werden die Grundlagen für nachhaltigen Wohlstand und langfristige Innovationskraft geschaffen.

Kontakt

Fatma M'Selmi Baklouti (Autorin)

Steinbeis-Unternehmerin
Steinbeis Transfer & Innovation Hub Tunisia (Soliman, Tunesien)

234219-06
Zuletzt geändert am 25.09.2026

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