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Design Thinking im Innovationsmanagement
Den Kunden im BlickWie alles begann…
Johannes Rosbach, der kürzlich erfolgreich seinen Bachelorabschluss im Fernstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen-Industrie 4.0 an der IU Internationale Hochschule erworben hat, war parallel zu seinem Studium als Produktmanager bei der EWM GmbH tätig, einem führenden Unternehmen in der Schweißtechnik. In dieser Position war es wichtig, verschiedene Aspekte in der Herangehensweise zu berücksichtigen. Ein Aspekt davon bestand in der noch stärkeren Fokussierung auf eine kundenorientierte Innovationsstrategie. Ziel war es, die tatsächlichen Probleme der Kunden zu erkennen und zu lösen sowie innovative Ideen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu entwickeln. Obwohl bei der EWM GmbH bereits ein interner Innovationsprozess existierte, begann dieser oft mit einer bereits vorhandenen Idee, wodurch der wichtige Schritt der Ideengenerierung und Problemlösung vernachlässigt wird. Hier sollte Design Thinking als Methode zur Ideenfindung und Problemlösung aus einer anwender- und kundenspezifischen Perspektive in das Produkt- und Innovationsmanagement implementiert werden. Die konkrete Umsetzung erarbeitete Johannes Rosbach in seiner Abschlussarbeit. Betreut wurde er dabei von Esin Bozyazi, deren Expertise in den Bereichen Innovation und Design Thinking sowie ihr Credo „Kreativität im Business“ entscheidende Impulse für die Arbeit gaben.
Aus der Theorie in die Praxis
Die zentrale Fragestellung der Bachelorarbeit lautete: Wie kann Design Thinking zur Ideenfindung und Problemlösung mit kunden- und anwendungsspezifischer Sichtweise im Produkt- und Innovationsmanagement implementiert werden? Design Thinking wird dabei als methodischer und kreativer Prozess verstanden, der als Mindset etabliert werden kann, wenn bestimmte Erfolgsfaktoren und Prinzipien eingehalten werden. Dazu wurden relevante Themenfelder analysiert. „Das Innovationsmanagement und die Innovationsstrategie sind bei der EWM GmbH integrale Bestandteile des Produktmanagements. Als Schnittstelle aller Organisationseinheiten spielt das Produktmanagement eine zentrale Rolle im interdisziplinären Design Thinking. Change-Management ist ein wichtiger Aspekt bei organisatorischen Veränderungen und bezieht die betroffenen Individuen ein. Ziel des Change-Managements ist es, einen definierten Unternehmenszustand zu erreichen. Dabei ist es wichtig, die Mitarbeiter in die Veränderungsprozesse einzubeziehen“, erklärt Johannes Rosbach.
Im ersten Schritt wurde ein theoretisches Design-Thinking-Konzept entwickelt. Verschiedene Methoden wurden aus unterschiedlichen Quellen gefiltert und für die EWM GmbH angepasst. Ein Leitfaden zur praktischen Anwendung wurde erstellt und in einem Testworkshop überprüft. Ein multidisziplinäres Team aus sechs Personen, repräsentativ aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchieebenen, testete den Leitfaden und entwickelte einen innovativen Prototyp, was die praktische Anwendbarkeit des erstellten Leitfadens bestätigte. Basierend auf diesen Ergebnissen wurden für die EWM GmbH folgende Empfehlungen erarbeitet, um Design Thinking als grundlegendes Mindset im Unternehmen zu verankern:
- Kontinuierliche Anpassung und Verbesserung: In regelmäßigen Design-Thinking-Workshops sollen Leitfaden und Methoden evaluiert und überprüft sowie an die sich verändernden Bedürfnisse und Anforderungen des Unternehmens angepasst werden.
- Gesamte Ausrichtung auf den Kunden: Nicht nur einzelne Tätigkeiten und Prozesse sollten an den Kunden und Anwender der Produkte ausgerichtet werden, sondern die gesamte Unternehmensstrategie als Leitziel für alle Mitarbeiter. Dabei ist die Unterstützung von Geschäftsführung und Führungskräften entscheidend.
- Werbung für Design Thinking: Erfolgreiche Design-Thinking-Projekte sollten intern beworben werden, um weitere Mitarbeiter zu inspirieren und zu ermutigen, sich an solchen Projekten zu beteiligen und aktiv an der Etablierung mitzuwirken.
- Silostrukturen abschaffen und offene und kreative Arbeitsräume schaffen: Um sogenannte Silostrukturen in Unternehmen zu überwinden und formelle Kommunikationswege zu modernisieren, sollten agile und interdisziplinäre Projektteams etabliert werden. Die Flexibilität und Kreativität, die durch offene Arbeitsräume gefördert werden, unterstützen diese interdisziplinäre Zusammenarbeit wesentlich.
Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse aus dieser Arbeit werden dazu beitragen, den Innovationsprozess bei der EWM GmbH weiter voranzutreiben und zu optimieren. Die in dieser Fallstudie angewandte Vorgehensweise lässt sich zudem auf andere Organisationseinheiten außerhalb des Innovationsmanagements sowie auf andere Unternehmen übertragen.
Steinbeis-Expertise für KMU
An dieser Stelle kommt das Team des Steinbeis-Beratungszentrums Geschäftsmodelle der Zukunft ins Spiel und vor allem Steinbeis-Expertin Esin Bozyazi. „Die Ergebnisse dieses Praxisprojekts liefern wertvolle Hinweise für die Einführung von Design-Thinking-Prozessen in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Dabei können die einzelnen Prozessschritte auch isoliert voneinander im Unternehmen umgesetzt werden“, fasst sie kurz zusammen. Das Steinbeis-Unternehmen unterstützt im Rahmen seines Sustainable-Business-Transformation-Programms Unternehmen bei der Einführung und Umsetzung von Design Thinking und anderen Innovationsmethoden und bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle in eine nachhaltige Zukunft.
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