Diese Webseite nutzt Dienste für den Betrieb, statistische Auswertungen, die Anzeige und das Teilen von Inhalten aus sozialen Netzwerken sowie interessengerechte Werbung. Diese Dienste machen die Website nutzbar, verbessern Ihre Browsererfahrung, ermöglichen Interaktionen mit Netzwerken und zeigen relevante Werbebotschaften. Aktivieren Sie die gewünschten Dienste in den jeweiligen Kategorien, um diese zu akzeptieren. Mehr Informationen
Indem Sie auf "Auswahl bestätigen" oder "Alle auswählen & bestätigen" klicken, willigen Sie ein, dass Ihre Daten von den entsprechenden Diensten verarbeitet werden.
Die aktivierten Dienste beeinflussen Ihre Browserkonfiguration nicht. Cookies dieser Dienste werden je nach Browserkonfiguration beim Schließen des Browsers gelöscht oder müssen manuell gelöscht werden, falls diese nicht über jeweils ausgewiesene Zeit hinaus gültig sein sollen.
Mit Aktivierung der jeweiligen Dienste willigen Sie ein, dass wir Ihnen Informationen und Angebote in Social Media, Suchmaschinen oder Displaynetzwerken, ggf. geräteübergreifend, unterbreiten. Diese Einwilligung können Sie jederzeit kostenlos und formlos widerrufen. Es fallen nur die Übermittlungskosten nach Basistarifen an (z. B. Telefon, Fax, E-Mail, Briefporto).
Datenqualität braucht Dialog
Die MDM-Community zeigt seit einem Jahrzehnt, wie Unternehmen und Forschung gemeinsam praktikable Lösungen für Master Data Management entwickelnDigitale Wertschöpfung entsteht heute in vernetzten Ökosystemen – und sie steht und fällt mit der Qualität gemeinsamer Daten. Wo Produkt-, Lieferanten- oder Kundendaten uneinheitlich, unvollständig oder nicht maschinell prüfbar sind, geraten Prozesse ins Stocken, Entscheidungen werden unsicher und datenbasierte Geschäftsmodelle bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Stammdaten werden damit zu einem Produktionsfaktor vernetzter Wertschöpfung: Sie müssen nicht nur vorhanden, sondern eindeutig, konsistent und anschlussfähig sein.
Stammdaten beschreiben die kritischen Geschäftsobjekte eines Unternehmens – Produkte, Lieferanten, Kunden oder Materialien. Sie ändern sich vergleichsweise selten, bilden aber das Fundament nahezu aller digitalen Prozesse. Ist ihre Qualität mangelhaft, entstehen Prozesszusatzkosten, Fehlentscheidungen, Medienbrüche und im Extremfall Compliance-Verstöße, Umsatzverluste oder Imageschäden. Normen wie ISO 8000 und Standards aus dem GS1-Ökosystem geben dafür wichtige Orientierung. In der betrieblichen Realität bleiben jedoch Interpretationsspielräume, bilaterale Sonderwege und heterogene Prüfpraktiken bestehen. „Genau diese Lücke zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung war der Ausgangspunkt der MDM-Community“, erläutert Steinbeis-Unternehmer Professor Dr. Helmut Beckmann.
Von der Forschungsfrage zum Netzwerk
Vor diesem Hintergrund setzte das Promotionsvorhaben von Thomas Schäffer zur unternehmensübergreifenden Stammdatenqualität an, das er gemeinsam mit Helmut Beckmann am Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule Heilbronn und in Kooperation mit der Technischen Universität Ilmenau verfolgte. Schnell zeigte sich, dass viele Fragen nicht rein akademisch zu beantworten waren, sondern den kontinuierlichen Dialog mit der Praxis brauchten. Unternehmen standen vor ähnlichen Herausforderungen, lösten sie aber häufig einzeln, mit unterschiedlichen Begriffen, Rollenmodellen und Prüfmechanismen.
So wurde 2016 der Heilbronner MDM-Round-Table ins Leben gerufen. Das Format brachte Unternehmensvertreterinnen und -vertreter, Forschende und Studierende regelmäßig zusammen, um Problemstellungen, Erfahrungen und Lösungsansätze im Master Data Management zu diskutieren. Über die Jahre entwickelte sich daraus die heutige MDM-Community: ein dauerhaftes Netzwerk, das fachlichen Austausch mit konkreter Ergebnisarbeit verbindet.
Das Kirchheimer Steinbeis-Beratungszentrum Electronic Business (SBZEB) ist der zentrale Transferakteur hinter der MDM-Community. Es setzt Themen, bringt Unternehmen, Forschende und Studierende zusammen, strukturiert die gemeinsame Arbeit und sorgt dafür, dass aus Diskussionen belastbare Ergebnisse entstehen. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule Heilbronn werden wissenschaftliche Modelle an praktischen Anforderungen gespiegelt und zu Methoden, Leitfäden, Werkzeugen und Publikationen weiterentwickelt.
Das Beratungszentrum ist dabei mehr als ein Veranstalter. Es kuratiert Themen, moderiert den Austausch, sichert die wissenschaftliche Anschlussfähigkeit und hält die Arbeit über einzelne Treffen hinaus zusammen. Damit wird Wissenstransfer nicht dem Zufall überlassen, sondern systematisch gestaltet und über die beteiligten Unternehmen hinaus nutzbar gemacht.
Wie die Community arbeitet
Im Zentrum stehen die MDM-Netzwerktreffen, die zweimal jährlich in Heilbronn stattfinden. Sie umfassen Impulsvorträge, Praxisbeiträge und aktuelle Forschungsarbeiten und sind zugleich Taktgeber: Ergebnisse werden vorgestellt, Themen priorisiert und Arbeitspakete für die kommenden Monate abgestimmt. In den beiden MDM-Fokusgruppen „Data Governance“ und „Data Quality“ werden offene Fragestellungen in kleinen, thematisch fokussierten Arbeitsgruppen bearbeitet und anschließend wieder in die Community zurückgespielt.
Eine Wissensgrundlage bilden Forschungsarbeiten des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Hochschule Heilbronn – von Projektstudien über Bachelor- und Masterarbeiten bis zu Dissertationsvorhaben. Studierende erhalten Zugang zu realen Fragestellungen aus den Mitgliedsunternehmen, während Unternehmen frühzeitig mit qualifiziertem Nachwuchs in Kontakt kommen. Dieser wechselseitige Nutzen ist charakteristisch für das Steinbeis-Prinzip: Transfer entsteht im konkreten gemeinsamen Tun.
In der Fokusgruppe „Data Governance“ stand zunächst die Frage im Mittelpunkt, wie Verantwortlichkeiten für Stammdaten im Unternehmen wirksam verankert werden können. Es entstanden ein Referenz-Rollenmodell, ein Vorgehensmodell zur Einführung von Data Governance sowie ein Reifegradmodell. Unternehmen können damit prüfen, wo sie organisatorisch stehen, welche Rollen fehlen und wie Governance-Strukturen in den Regelbetrieb überführt werden können. Die Fokusgruppe „Data Quality“ übersetzte diese Governance-Perspektive in messbare Qualität. Auf Basis eines Referenz-Stammdatenkatalogs entstanden ein Fehler- und Kriterienkatalog, Validierungsregeln sowie ein Kennzahlensystem mit Dashboard-Ansicht. Damit wird Datenqualität steuerbar: Fehler können kategorisiert, bewertet, priorisiert und über Kennzahlen in den Managementdialog eingebracht werden. Der daraus entwickelte Data Quality Check macht sichtbar, ob Stammdaten für digitale Prozesse und KI-Anwendungsszenarien belastbar genug sind – bevor fehlerhafte Daten operative Kosten verursachen.
Die MDM-Community ist damit mehr als ein Fachnetzwerk. Ihre Entwicklung zeigt, wie Wissenstransfer im Steinbeis-Kontext praktisch Gestalt annimmt: durch kompetente Köpfe, die wissenschaftliche Expertise, unternehmerisches Handeln und verlässliche Organisationsstrukturen verbinden. Aus einer Forschungsfrage wurde ein wiederkehrendes Format, aus einzelnen Diskussionen wurden Fokusgruppen, aus Projektergebnissen wurden praxistaugliche Methoden und aus persönlichen Kontakten entstand ein belastbares Netzwerk.
Entscheidend war dabei das Zusammenspiel aus persönlichem Einsatz der Initiatoren und der Struktur des Beratungszentrums als Steinbeis-Unternehmen. Beides zusammen schafft Kontinuität – und damit Vertrauen bei den Mitgliedern. Gerade im Datenmanagement ist diese Kontinuität wichtig: Rollen, Prozesse, Qualitätsregeln und Kennzahlen müssen eingeführt, überprüft und weiterentwickelt werden. Die MDM-Community bietet dafür einen Raum, in dem Unternehmen voneinander lernen und neue Ansätze gemeinsam erproben können.
10 Jahre – ein Grund zu feiern
Zum zehnjährigen Bestehen lädt die MDM-Community im November 2026 zu einer mehrtägigen Jubiläumsveranstaltung nach Heilbronn ein. Im Mittelpunkt stehen Rückblick, aktuelle Forschungsergebnisse und der Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft – aber auch die Frage, welche Rolle belastbare Stammdaten künftig für Automatisierung, Datenprodukte, Data Governance und Data Quality im großen Maßstab sowie vertrauenswürdige KI-Anwendungen spielen.
„Für uns bleibt die MDM-Community damit auch nach zehn Jahren ein lebendiges Transferlabor: nah an den Herausforderungen der Unternehmen, anschlussfähig an die Forschung und offen für die nächste Generation datengetriebener Wertschöpfung“, resümiert Thomas Schäffer, der die MDM-Community leitet. Was 2016 als Begleitformat eines Promotionsvorhabens begann, ist heute ein Beispiel dafür, wie der Steinbeis-Transfer wirkt – konkret, kooperativ und mit langem Atem.
Die Publikationen der Schriftenreihe Wirtschaftsinformatik, die gemeinsam vom Steinbeis-Beratungszentrum Electronic Business und dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule Heilbronn herausgegeben wird, sind im Online-Shop der Steinbeis-Edition erhältlich: https://www.steinbeis-edition.de/search?search=ABAAS60
Weitere Infos zum MDM-Round-Table finden Sie auf: www.mdm-community.de
Schreibe einen Kommentar