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Veröffentlichungsdatum: 18.03.2026 | 0 Kommentare

Von der Garage zum Hightech-Start-up

Wie aus einer technischen Idee ein wachsendes Unternehmen wurde – und welche Rolle junge Köpfe und Steinbeis-Beratung dabei spielen.

Metallbauteile schnell, präzise und deutlich kostengünstiger herstellen – mit dieser Vision begann für Christoph Dietenberger ein Experiment in der elterlichen Garage. Heute steht dahinter ein technologieorientiertes Start-up, das den 3D-Metalldruck neu denken will. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team an der Hochschule Ravensburg-Weingarten entwickelte der Maschinenbauabsolvent ein 3D-Druck-Ökosystem auf Basis des DED-Verfahrens und schaffte damit den Sprung von der Hochschulforschung in die industrielle Anwendung. Unterstützt durch Partner aus Wissenschaft und Industrie sowie die Zusammenarbeit mit Steinbeis-Berater Ralph Rundel entstand nicht nur eine innovative Technologie, sondern auch ein tragfähiges Geschäftsmodell. Eine Landesförderung in sechsstelliger Höhe ermöglicht nun den nächsten Schritt: den Ausbau der Produktion, neue Drucksysteme und den Markteintritt in weitere Branchen. 

Metallbauteile entstehen in der Industrie meist über aufwendige Prozesse: Gießen, Schmieden oder das zeitintensive Herausfräsen aus einem Rohling. Nach seiner Ausbildung als CNC-Bohrwerker und seinem Studium an der Hochschule Ravensburg-Weingarten war es Christoph Dietenberger ein Anliegen, diesen Herstellprozess zu vereinfachen. Bei der Suche nach alternativen Herstellprozessen stieß er 2020 auf das 3D-Druckverfahren: Das Produkt wird in der gewünschten Form gedruckt, die anschließende spanende Bearbeitung muss nur an Funktionsflächen durchgeführt werden. Christoph Dietenbergers Interesse war geweckt, das damalige Verfahren zu optimieren.

Und sein Projekt nahm Fahrt auf. Er begeisterte mit seiner Idee und den ersten selbst entwickelten Prototypen seinen Maschinenbaudekan Professor Dr.-Ing. Thomas Glogowski an der Hochschule Ravensburg-Weingarten: Im Sommer 2021 entsteht eine Forschungsgruppe, die sich mit dem Entwickeln und Umsetzen eines eigenen 3D-Druck-Ökosystems für das DED-Verfahren beschäftigt. Ins Forscherteam kommen Lukas Eichorn und Jonas Leible, die mit ihrer handwerklichen wie technischen Expertise das Team ergänzen. 2024 erhalten die drei ein EXIST-Gründerstipendium und Anfang 2025 wird die WIRED3D GmbH gegründet.

Neues Geschäftsmodell, neuer Partner in der Beratung

Im Frühjahr 2025 stellt sich das junge Gründer-Trio bei einem Pitch an der IHK Oberschwaben-Bodensee vor und zieht die Aufmerksamkeit von Steinbeis-Berater und Maschinenbauingenieur Ralph Rundel auf sich. Schnell war klar, dass die Chemie stimmt und aus dem initialen Austausch eine Zusammenarbeit werden soll. „Unsere Zusammenarbeit begann mit einer Analyse der aktuellen Situation“, berichtet Ralph Rundel. „Auf der Haben-Seite stand der selbstentwickelte und gut funktionierende DED-3D-Druckprozess, eine gute Vernetzung an der Hochschule, erste Industriekontakte und ein prima funktionierendes Team mit hervorragenden technischen Kompetenzen. Potenzial bestand bei der bisher geringen Erfahrung im Vertrieb und den begrenzten finanziellen Ressourcen.“

Diese Analyse half bei der nächsten Entscheidung: Im ersten Schritt sollten Metallbauteile in der ganzen Lieferkette – von der Idee bis zur Auslieferung – für Kunden aus den erfolgversprechenden Branchen gedruckt werden, anschließend sollten die selbstentwickelten 3D-Drucksysteme verkauft werden.

Die auslaufende EXIST-Förderung und die noch überschaubaren Unternehmensumsätze machten Überlegungen notwendig, wie die Liquidität für das Unternehmen gesichert werden kann ohne die Eigenständigkeit aufzugeben. Nach intensiven Recherchen und vielen Gesprächen entschied sich WIRED3D gemeinsam mit Ralph Rundel, an dem Pre-Seed-Programm des Landes Baden-Württemberg teilzunehmen: Damit ist eine Förderung in Höhe von bis zu 620.000 Euro möglich. 80 % dieser Summe wird vom Land Baden-Württemberg finanziert, die restlichen 20 % steuert ein privater Co-Investor bei.

„Ich bin vom Unternehmen und dem Team dahinter sehr überzeugt, deshalb habe ich mich entschieden als Co-Investor einzusteigen“, erzählt Ralph Rundel. Parallel unterstützt er WIRED3D im Vertrieb. Beim Pre-Seed-Pitch an der L-Bank in Stuttgart im September 2025 vor einem Gremium aus Vertretern des Landes Baden-Württemberg, von Banken und der Wirtschaft hat WIRED3D eine Förderung über 200.000 Euro erhalten.

Der Blick nach vorn

Die Förderzusage stellt eine enorme Unterstützung für das junge Unternehmen dar. Nun sind Investitionen in die Entwicklung und den Bau neuer 3D-Drucker, die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten und den Bau eines neuen Unternehmenssitzes mit Produktionshalle bei Tettnang im Bodenseekreis möglich. WIRED3D hat den Kundenkreis inzwischen ausgebaut und steht mit zahlreichen interessierten Unternehmen im Gespräch – beste Aussichten für die Zukunft! 

Technische Herausforderungen des 3D-Metalldrucks

Nach über drei Jahren Forschungsarbeit konnte die Forschungsgruppe an der Hochschule Ravensburg-Weingarten die ersten ausgedruckten Metallbauteile auf dem selbstentwickelten 3D-Drucker an Kunden ausliefern. Neben einer Optimierung der Geschwindigkeit und geringerer Kosten waren zentrale Kriterien in der Entwicklung eines alternativen Herstellverfahrens:

  • hohe Materialintegrität (d. h. keine Verunreinigungen und Lunker) und reproduzierbare mechanische Kennwerte (u.a. Materialfestigkeit)
  • Einsatz von verschiedenen Materialien
  • kosteneffizientes und schnelles Herstellverfahren
  • präziser Druck von kleinen und großen Metallbauteilen mit
  • geringen Wandstärken

Bei Interesse freut sich das Team von WIRED3D über Ihre Kontaktaufnahme:

www.wired3d.de | mailto:info@wired3d.de

Kontakt

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Zuletzt geändert am 18.03.2026

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