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Preisträger 2011
Pionier im Flugzeug- und Leichtbau
Sonderpreisträger Prof. Rudolf Voit-Nitschmann
Prof. Rudolf Voit-Nitschmann studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Anschließend war er von 1977 bis 1980 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 1980 übernahm er die Entwicklungsleitung eines Leichtflugzeuges der Firma Gyroflug GmbH, deren Technischer Leiter er 1984 wurde. Es gelang ihm erstmalig, ein Motorflugzeug in Faserverbundbau weise nach FAR 23 beim Luftfahrtbundesamt (LBA) und der amerikanischen Behörde FAA zuzulassen. Nach leitender Tätigkeit bei der Grob Luft- und Raumfahrt GmbH wechselte er zur Dornier Luft- und Raumfahrt GmbH nach Friedrichshafen und war dort u. a. als Chief Engineer in Toulouse eingesetzt. Zuletzt war er bei Dornier tätig als Hauptabteilungsleiter Strukturkonstruktion und Techno logie in Friedrichshafen und Oberpfaffenhofen.
Im Januar 1994 erfolgte die Berufung zum Professor für Flugzeugbau an die Universität Stuttgart. Er übernahm dort die Projektleitung des Solarflugzeugprojektes icaré. Seine Arbeitsgebiete umfassen in Forschung und Lehre Flugzeugentwurf, Konstruktion und Leichtbaukonstruktionen in Faserverbund-Bauweise. In der Forschung liegt sein Hauptinteresse auf dem Gebiet des Entwurfs unkonventioneller Flugzeugkonfigurationen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf effizienten, umweltfreundlichen Konfigurationen, die elektrisch betrieben werden. In den letzten Jahren hat er unter maßgeblicher Beteiligung seines Steinbeis-Unternehmens am Institut für Flugzeugbau mit e-Genius eines der leistungsfähigsten Elektroflugzeuge weltweit entwickelt.
1995 gründete er das Steinbeis-Transferzentrum Aerodynamik, Flugzeug- und Leichtbau. 2008 entstand daraus die Steinbeis Flugzeug- und Leichtbau GmbH. Die SFL-GmbH bietet Kunden und Partnern aus der Luft- und Raumfahrtindustrie Entwicklungsleistungen im Entwurf und in der Entwicklung und Zulassung von Luftfahrzeugen in FV-Bauweise. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von hochfliegenden, unbemannten Fluggeräten. Hierbei ergänzen sich die Forschungsthemen und -projekte an der Universität und die Transferprojekte in idealer Weise. Zu den Kunden zählen große Konzerne wie die EADS, ASTRIUM, aber auch zahlreiche Mittelständler wie beispielsweise der Segelflugzeughersteller Schempp Hirth.
Rudolf Voit-Nitschmanns wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Flugzeugentwicklungen wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Er ist aktiver Pilot und kann neben seinen theoretischen Kenntnissen auf umfangreiche praktische Flugerfahrungen auf Segelflug zeugen, Motorseglern und Motorflugzeugen verweisen.
Trotz der vielen Projekte hat Rudolf Voit-Nitschmann seine Identifikation mit Steinbeis immer besonders bewahrt. In Situationen, die außergewöhnliche Standhaftigkeit und Verlässlichkeit erforderten, hat er die Steinbeis-Flagge auch im starken Gegenwind stets außergewöhnlich hochgehalten. Er war und ist ein zutiefst loyaler Partner.