Beratung kompakt

Unternehmerpersönlichkeit: Wie sie zum Erfolgsfaktor wird

Steinbeis analysiert Unternehmerkompetenzen

Laut dem KfW-Gründungsmonitor 2014 wagten in Deutschland im Jahr 2013 868.000 Gründer den Schritt in eine selbstständige berufliche Zukunft. Für Gründer sind die Unterstützungsangebote sehr vielfältig, teilweise auch unübersichtlich. Der Blick in die Curriculi der klassischen Angebote der Gründungsberatung zeigt, dass hier in der Regel das Gründungskonzept, der Businessplan im Fokus der Beratung steht. Die Gründerperson taucht meistens nur mit ihren fachlichen Qualifikationen auf. Dem wirkt das Steinbeis-Beratungszentrum Existenzgründung entgegen: In seiner Vorgründungsberatung analysiert es die überfachlichen Fähigkeiten der Gründerperson anhand des wissenschaftlichen Verfahrens KODE® (Kompetenzdiagnostik und -entwicklung).

Selbstverständlich ist ein aussagekräftiges und tragfähiges Konzept für jedes Start-up von essentieller Bedeutung, dient es doch dazu, Finanzierungs- wie Geschäftspartner vom eigenen Vorhaben zu überzeugen. Doch was passiert danach, wenn der Gründer nach erfolgreicher Finanzierungsrunde beginnt, die neue Rolle als Unternehmer aktiv auszufüllen? Insbesondere Soloentrepreneure sind gefordert, sämtliche Bereiche ihres Unternehmens zu überblicken und aktiv voranzubringen. Der Gründer sieht sich mit seinen individuellen fachlichen Fähigkeiten einer Vielfalt unterschiedlicher Anforderungen gegenüber. Ist das Ableiten fachlicher Defizite noch relativ leicht, ist die Analyse der Anforderungen an die überfachlichen Fähigkeiten des Gründers um ein Vielfaches schwieriger.

Warum der Blick auf die überfachlichen Fähigkeiten unbedingt erforderlich ist, zeigt eine Untersuchung von FOCUS-MONEY, nach der der berufliche Erfolg nur zu 50% auf Fachkompetenz basiert und die anderen 50% im Bereich von überfachlichen individuellen Fähigkeiten der Person anzusiedeln sind (FOCUS-MONEY online, 26.01.2007). Im Rahmen der klassischen Angebote der Gründungsberatung spielen die überfachlichen Fähigkeiten der Gründerperson, wenn überhaupt, eine nachgelagerte Rolle. Dabei ist gerade in der Vorgründungsphase ein Blick auf die Kompetenzbiographie des Gründers entscheidend. Weiß der Gründer um seine überfachlichen Fähigkeiten und somit Stärken, wird er daraus sein eigenes Kernkompetenzfeld im entstehenden Unternehmen präzise definieren können. So entsteht das Unternehmenskonzept als Maßanzug, dessen Schnittmuster die individuellen fachlichen und überfachlichen Fähigkeiten des Gründers sind. Der Gründer kann so bewusst entscheiden, in welchen Bereichen er für sich eine individuelle Erweiterung seiner Fähigkeiten anstreben möchte. Oder wo er durch Zukauf von Dienstleistungen und/oder Mitarbeitern die noch notwendigen Kompetenzfelder im eigenen Unternehmen besetzt.

Das Steinbeis-Beratungszentrum Existenzgründung bietet die Analyse überfachlicher Fähigkeiten der Gründerperson mit der KODE®-Diagnostik an. Die biographische Auswertung gibt dem Gründer einen detaillierten Überblick über seine aktuellen überfachlichen Fähigkeiten. Darüber hinaus erfährt er, wie er sich diese Fähigkeiten in der Vergangenheit angeeignet hat. Der Gründer kann im Abgleich mit den zukünftigen Anforderungen den eigenen individuellen Entwicklungsplan aufstellen. Er wird so den zukünftigen Anforderungen aus der Rolle als Unternehmer gewachsen sein. Über die Einbindung externer Kompetenzen kann im Rahmen dieser kompetenzorientierten Vorgründungsberatung zu einem frühen Zeitpunkt entschieden werden und nicht erst, wenn ein Mangel durch das Ausbleiben des Unternehmenserfolges sichtbar wird.

Nachhaltiges Wirtschaften: mehr als nur Abfalltrennung

Steinbeis bildet zum Nachhaltigkeitscoach aus

Für die Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements und die konsequente Weiterentwicklung im Sinne eines Kreislaufprozesses in Anlehnung an den PDCA-Zyklus bedarf es eines hochaffinen „Kümmerers“ im Unternehmen, der neben der notwendigen Fachkompetenz über eine gefestigte Persönlichkeit und besonders stabil ausgeprägte Soft Skills verfügt. Das Steinbeis-Beratungszentrum comet coaching – mentoring – training bietet hierzu die Weiterbildung zum Nachhaltigkeitscoach an.

Nachhaltiges Wirtschaften gewinnt immer mehr an Bedeutung, um Fehlentwicklungen wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Art zu stoppen oder abzumildern. Nachhaltigkeit kann als das Erfolgsrezept einer Weltwirtschaft verstanden werden, das Prozesse und Mitarbeiter auf gemeinsame ressourcenschonende Ziele konzentriert. Viele Unternehmen und Kommunen haben diese Chance bereits erkannt und Verantwortung übernommen, indem sie eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Nachhaltigkeitsleitlinien entwickelt, konkrete organisatorische Maßnahmen umgesetzt und Nachhaltigkeitsprogramme verabschiedet haben. Die Unterstützung dabei können sie von einem Nachhaltigkeitscoach erhalten.

Das Ziel der von den Experten des Heilbronner Steinbeis-Beratungszentrums angebotenen Weiterbildung ist es, eine Coaching-Persönlichkeit zu entwickeln, der es gelingt, Führungskräfte und Mitarbeiter eines Unternehmens vom Wert nachhaltigen Wirtschaftens zu überzeugen und danach zu handeln. Ein Nachhaltigkeitscoach wacht über das Verhalten der Mitarbeiter, ohne sie zu überwachen, und steht als Ansprechpartner für das Thema Nachhaltigkeit zur Verfügung. Er trainiert und coacht Mitarbeiter und Führungskräfte hinsichtlich aller Fragen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen. Der Nachhaltigkeitscoach beherrscht nach einer speziellen Coachingausbildung die Lern-, Lehr- und Kommunikationskompetenz eines Coaches, initiiert und leitet Nachhaltigkeitsprojekte und liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung der Organisation.

Beratung und Coaching für eine nachhaltige Energieeinsparung

Steinbeis unterstützt energieeffiziente Bauplanung

Kunststoffspritzteile sind das Herzstück der Laichinger KU-TEC GmbH. Das 2004 gegründete Unternehmen wird von Ulrich Schmid geführt, der die ständige Weiterentwicklung des Unternehmens im Blick hat. Beim energieeffizienten Bau einer Produktionshalle mit angeschlossenen Büroräumen hat der gelernte Elektriker auf die Beratung des Steinbeis-Beratungszentrums 4IES vertraut.

Die Planungsphase der Halle begann im Herbst 2012. Zusammen mit Architekten und regionalen Heizungsspezialisten entwarf Ulrich Schmid die neue Produktionshalle, auch mit dem Ziel die Abläufe im Unternehmen zu optimieren. Eine Steinbeis-Kurzberatung gab ihm die Möglichkeit, die damals erheblichen Energiekosten mit Experten zu analysieren und zu diskutieren. Die Ergebnisse waren für Ulrich Schmid Anlass, die Pläne nochmals unter dem Aspekt der Energieeffizienz umarbeiten zu lassen. In einer von der KfW geförderten Initialberatung erstellte das Steinbeis-Beratungszentrum 4IES eine Bestandsaufnahme, in der die Energieeinsparpotenziale ermittelt und dargestellt wurden. Der Beratung schloss sich ein von der L-Bank unterstütztes Coaching-Projekt an, in dem Heinz Pöhler, Leiter des Steinbeis-Beratungszentrums, zusammen mit Heizungsbauern, Kältetechnikern und Elektrikern ein nachhaltiges Energieversorgungkonzept ausarbeitete und umsetzte.

Die für den Eigenverbrauch dimensionierte Photovoltaikanlage versorgt die Produktionsanlagen, hauptsächlich im Sommer bei erhöhtem Kühlbedarf. Auf die geplante Heizungsanlage wurde verzichtet, dafür wird die Abwärme der Produktionsanlagen in Verbindung mit einem Energiespeicher genutzt. Die installierte Fußbodenheizung dient im Zusammenspiel mit einem neuinstallierten Hybridkühlturm ebenfalls zur Steuerung des notwendigen Kühl-/Wärmebedarfs. Die bereits vorhandene energieintensive Kompressionskälteanlage sollte dann nur noch in heißen Sommermonaten zum Einsatz kommen. Ein Energiemanagementsystem überwacht und optimiert den Energieverbrauch von Produktion und Nebenanlagen.

Mit den umgesetzten Maßnahmen kann KU-TEC rund 34% Energiekosteneinsparungen erreichen. Damit hat das Unternehmen auch einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung im ländlichen Raum geleistet.

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