Zukunft Ernährung – Blick über den Tellerrand hinaus

Welchen Einfluss hat Technologie* auf unsere Ernährung? Welche Rolle spielt die Gen-Schere CRISPR in der Pflanzenzucht? Werden Lebensmittel in Zukunft personalisiert und auf unsere individuellen Bedürfnisse zugeschnitten? Drucken wir unser Mittagessen bald mit dem 3D-Drucker? Wie wird Fleisch künstlich hergestellt und mit welchen Auswirkungen?

Antworten auf diese Fragen und die Möglichkeit, aktuelle und zukünftige Technologien zu erleben, gibt es im Oktober und November 2020 im Steinbeis-Haus für Management und Technologie (SHMT) in Stuttgart und online.

Unter dem Motto „Zukunft Ernährung – Blick über den Tellerrand hinaus“ zeigen wir euch, welche Entwicklungen und Anwendungen im Bereich Ernährung in Zukunft möglich sein werden und wie diese funktionieren.

An drei Terminen präsentieren euch führende Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Technologie* im Bereich Ernährung. Dabei könnt ihr vor Ort ausprobieren, anfassen und schmecken oder von Zuhause aus online zuschauen, Fragen stellen und mitsnacken.

Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort wird auf rund 20 Personen begrenzt sein. Für alle anderen bieten wir einen Livestream auf dem FSTI YouTube-Kanal an.

Die Anmeldung findet ihr demnächst hier.

Programm

Teil I: Speiseplan der Zukunft – Essen aus dem 3D-Drucker

Donnerstag, 15. Oktober 2020, um 12.00 Uhr und um 16.00 Uhr (Dauer jeweils ca. 90 Minuten)

Dr. Helga Gruber | Managerin Forschung und Entwicklung, Print2Taste GmbH

Essen aus dem 3D-Drucker? Mit den 3D-Food Printern der Print2Taste GmbH ist das in einigen Profiküchen und Privathaushalten bereits Alltag. Und für die Zukunft eröffnet uns die innovative Technologie des 3D-Lebensmitteldrucks die Herstellung von personalisierten Lebensmitteln, welche die individuellen Bedürfnisse in verschiedenen Phasen unseres Lebens erfüllen können. Dr. Helga Gruber berichtet über den aktuellen Stand dieser Technik, wirft mit euch einen Blick in die Zukunft der Lebensmittelproduktion mittels 3D-Druck und beantwortet eure Fragen rund um die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie. Die Expertinnen und Experten zeigen euch live, wie 3D gedrucktes Essen mit dem Profigerät Procusini oder mit dem mycusini, seinem kleinen Bruder für die Privatküche, auf den Teller kommt. Und wie das schmeckt, könnt ihr anhand kleiner Kostproben direkt vor Ort oder Zuhause ausprobieren.

 

Teil II: Pflanzenzüchtung der Zukunft – Von Mendel bis zur Genomeditierung

Donnerstag, 29. Oktober 2020, um 16.00 Uhr (Dauer ca. 90 Minuten)

Prof. Dr. Thomas Miedaner | Leiter des Arbeitsgebiets Roggen der Landessaatzuchtanstalt, Universität Hohenheim

Kein Brötchen ohne Pflanzenzüchtung – am Anfang der landwirtschaftlichen Produktionskette vom Landwirt über den Bäcker bis zum Verbraucher steht die Pflanzenzüchtung. Ziel der Pflanzenzüchtung ist es, auf Grundlage der genetischen Prinzipien nach Gregor Mendel immer neue Sorten zu züchten, die aus Sicht der Landwirtschaft eine höhere Qualität und eine größere Resistenz aufweisen. In Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung, des Klimawandels und der globalen Verbreitung von Krankheitserregern wird die Pflanzenzüchtung auch in Zukunft unverzichtbar sein. Neue Technologien, wie DNS-Markertechniken, Gentechnologie oder Genomeditierung können den langwierigen Prozess der Züchtung, der zwischen 6 und 10 Jahren dauern kann, beschleunigen und effizienter machen. Es kann auf der Basis des gesamten Genoms Auslese betrieben werden, einzelne Gene können aus der Natur in Kulturpflanzen eingebracht werden oder mittels Genomeditierung verändert werden, um beispielsweise die Krankheitsresistenzgene von „anfällig“ auf „resistent“ umzuprogrammieren. Wie das funktioniert und welche Auswirkungen das haben kann, erklärt euch Professor Miedaner. Diskutiert mit ihm Chancen und Risiken neuer Technologien im Bereich der Pflanzenzüchtung.

 

Teil III: Clean Meat – Fleisch aus dem Labor

Donnerstag, 5. November 2020, um 12.30 Uhr (Dauer ca. 90 Minuten)

Prof. Dr. Petra Kluger | Professorin für Tissue Engineering und Biofabrication, Hochschule Reutlingen

2013 stellte Prof. Mark Post den ersten im Labor gezüchteten Hamburger der Öffentlichkeit vor. Es ist also technisch möglich und viele Firmen arbeiten an der Entwicklung marktreifer sogenannter Clean Meat Produkte. Frau Prof. Kluger und ihr Team erläutern die verschiedenen Schritte der Herstellung von Fleisch im Labor und zeigen auch die Herausforderungen auf. Gemeinsam mit euch erörtern sie, warum Fleisch aus dem Labor gut für das Klima sein kann und welchen gesellschaftlichen Einfluss es haben könnte.

 

 

Seite teilen