Mehr Wachstum durch Qualität

SHB-Student plant Organisationsentwicklung am Klinikum Esslingen

Seit dem Jahr 2000 arbeitet das Management des Klinikums Esslingen nach dem Exzellenz-Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM). Das Modell beschreibt, was Merkmale einer umfassenden und exzellenten Qualität einer Organisation sind. Bereits im Jahr 2003 erreichte das Klinikum Level 1 des Modells. Im Jahr 2010 sollte Level 2 erreicht werden, um das Klinikum auch zukünftig im zunehmenden Wettbewerb zu anderen Dienstleistern auf dem Gesundheitsmarkt zu positionieren. Diese Aufgabe übernahm Dr. med. Oliver Mayer im Rahmen seines MBA-Studiums an der School of International Business and Entrepreneurship der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB).

Um Level 2 zu erreichen, musste das vorhandene systematische Geschäftsprozessmanagement (GPM) erweitert werden, hierzu entwickelte das Klinikum Esslingen die Patientenorientierten Organisationsstrukturen (POS®). Im EFQM-Modell für Business Excellence sind POS® als zentrales Element eingebettet. Durch die seit dem Jahr 2000 von der Politik veränderten Rahmenbedingungen, waren die Krankenhäuser gezwungen, ihre Ablauforganisation auf den Wertschöpfungsprozess anzupassen. Heute wird jeder Patient als Fall betrachtet und bewertet, er steht mit seinem individuellen Wertschöpfungsprozess von seiner Aufnahme bis zur Überleitung in die Nachsorge im Mittelpunkt. Vor Projektstart nahm das Klinikum Esslingen eine detaillierte Risikoanalyse zur Abschätzung des Erfolgs einer Umstrukturierung der Klinikorganisation nach dem POS®-Modell und zur Erlangung von EFQM-Level 2 vor. Das Projekt, und somit der Selbstbewertungszyklus 2008, startete mit einer Assessorenschulung und endete 2009 mit der Übergabe des Abschlussberichts an die Geschäftsleitung. Während dieser Projektphase fanden verschiedene Workshops statt, deren Hauptaugenmerk sich auf die Erarbeitung des Exzellenzgrades des Klinikums richtete. Das Projekt endete mit einer Vorschlagsliste von sechs Verbesserungsprojekten, aus der die Geschäftsleitung des Klinikums drei Verbesserungsprojekte zur Umsetzung auswählte:

(1) Erstellung eines Schmerzkonzepts für das gesamte Klinikum,
(2) Implementierung eines gesteuerten, systematischen Projekt- und Prozessmanagements,
(3) Überprüfung des Patientenbetten-Wechsel- Services.

Während der Umsetzung der einzelnen Projekte war Dr. med. Oliver Mayer als Projektleiter für die Koordination, die Projektüberwachung sowie die Erzielung der termingerechten Projektabschlüsse bis Ende Januar 2010 verantwortlich. Im Anschluss daran übergab Dr. med. Oliver Mayer sein Projekt an den Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB) des Klinikums.

Das Großprojekt ist schon heute ein Erfolg für das Klinikum: die Weiterentwicklung des Images und der Ausbau der Marke Klinikum Esslingen, aber auch die Lösungsansätze für die Geschäftsführung zu Problemfeldern, die sich während der Umsetzungsphase des EFQM-Projekts herausbildeten, sprechen für sich. Der Betrieb des Klinikums Esslingen war im Geschäftsjahr 2008 aufgrund der starken Auslastung des Klinikbetriebs nach dem Beginn der Implementierungsphase von POS® außerordentlich profitabel.

Aus heutiger Sicht sind die Ausrichtung an Qualität, der Grad der medizinischen Spezialisierung und das konsequente Eingehen auf die regionalen Bedarfsstrukturen die entscheidenden Faktoren für den zukünftigen Markterfolg der Klinik. Infolge des weiter ansteigenden Wettbewerbsdrucks zwischen den Anbietern auf dem Gesundheitsmarkt wird der effiziente, von höchster Qualität und Kundenzufriedenheit geprägte Wertschöpfungsprozess, die zentrale Rolle einnehmen.

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