Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

täglich lesen wir Schlagzeilen in der Presse wie „Korruption bei Thüringer Bioenergiefirma“ oder „Datenskandal bei der Deutschen Bahn“. Diese Aufmacher gehören im Journalismus inzwischen zum Tagesgeschäft. Daher verwundert es bereits, wenn derartige Überschriften während der Zeitungslektüre fehlen und nur positive Botschaften zu lesen sind. Doch wie kommt es zu dieser Lethargie des Nachrichtenkonsums?

Unternehmen rüsten sich mit Compliance- Abteilungen oder Antikorruptionsbeauftragten, Regierungskommissionen entwickeln Kodizes zum Corporate Governance und Organisationen wie Transparency International kämpfen beharrlich um präventive Maßnahmen gegen Risikofelder und Schmiergeldaffären. Dies alles wird möglichst transparent und öffentlich gemacht. Aber was heißt das für eine Zivilgesellschaft wirklich, die sich Regeln wie etwa zum Datenschutz, gegen Korruption und Ethik-Kodizes selbst gesetzt hat? Ist diese Gesellschaft in der Lage, umzusetzen und eigens einzuhalten, was sie von anderen verlangt? Was meinen Unternehmen und Organisationen mit der Aussage, sie seien „compliant“ und in der Lage die Risiken ihrer Geschäftsfelder zu minimieren oder sogar auszuschalten? Aktuelle Ergebnisse von seriösen Studien zur Wirtschaftskriminalität zeigen, dass ein versierter Umgang mit den Themen Governance, Risk und Compliance in den Unternehmen nicht zu verzeichnen ist. Vielmehr lesen wir weiterhin von korrumpierbaren Beamten und Managern in Vorstandsebenen oder von Compliance Officers, die sich wegen Betruges durch Unterlassen auf der Anklagebank wieder finden. Um dies zu vermeiden, fehlt es oft an Spezialkenntnissen und einem geeigneten Netzwerk.

Wir haben dafür einen Lösungsansatz.

Seit Gründung der staatlich anerkannten Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) im Jahr 1998 erfreut sich diese von Jahr zu Jahr wachsender Studierendenzahlen. Die School of Governance, Risk & Compliance (School GRC) und drei ihr angeschlossene Steinbeis- Transfer-Institute bilden eine Einheit der SHB. Die Ausbildungsangebote der School GRC in den Bereichen Corporate Governance, Risk, Compliance und Fraud Management sind strategisch abgestimmt auf Berufserfahrung und Vorkenntnisse von Fach- und Führungskräften aus Unternehmen, Verbänden, Institutionen, die sich ausund weiterbilden wollen. Eine Kombination aus Projekt- und Forschungsarbeit während des Studiums und Zertifikatslehrgängen bieten Studierenden, Unternehmen und der School GRC gleichzeitig die Grundlage für Wissenstransfer und Netzwerk auf den Gebieten Unternehmensführung und Regelkonformität. Wir sind der Meinung, dass nur dadurch gewährleistet ist, dass etwa die Implementierung und Durchsetzung von zureichenden Unternehmenskodizes, Vermeidung von Branchenrisiken oder nachhaltige Korruptionsbekämpfung möglich ist. Denn nur durch das Wissen und den Praxisbezug kann sich eine Gesellschaft tatsächlich als regelkonform bezeichnen und wettbewerbsfähig in einem globalisierten Markt bleiben. Diesen Anspruch hat die School GRC an sich selbst und an ihre Studierenden und handelt damit ganz im Sinne des Steinbeis-Verbundes nach dem Motto: Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre des aktuellen Transfermagazins!


Birgit Galley

Kontakt

Birgit Galley leitet die School of Governance, Risk & Compliance an der Steinbeis-Hochschule Berlin. Über die Ergebnisse der Studie zur Wirtschaftskriminalität in Baden-Württemberg, die die School GRC und das FSTI für das Sicherheitsforum Baden-Württemberg durchgeführt haben: 70% der Täter kommen aus den eigenen Reihen

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