Betriebliches Gesundheitsmanagement - Luxus oder Notwendigkeit?

Beratung für eine gesunde Zukunft

Was hält in Krisenzeiten einen Betrieb und den einzelnen Mitarbeiter gesund? Diese Kernfrage stellen sich Ulrike Niethammer, Gabriele Wagner und Ralf Elsner im Steinbeis-Beratungszentrum Betriebliches Gesundheitsmanagement zur Schaffung gesundheitsfördernder Strukturen. Sie beraten und begleiten Unternehmen, Verwaltungen und Einrichtungen auf dem Weg in eine gesunde Zukunft.

Unter dem Druck des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der zunehmenden Krankheitsausfälle durch Burnout stellen sich inzwischen auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Verwaltungen und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheits- und Bildungswesens den Herausforderungen: Wie hängen Effizienz des Unternehmens und Gesundheit der Mitarbeiter zusammen? Was sind wirksame gesundheitsfördernde Maßnahmen? Und was kann langfristig gegen die psychische Überlastung von Mitarbeitern getan werden?

Grundlage der Beratung und Prozessbegleitung des Beratungszentrums bildet das vom Soziologen Aaron Antonovsky entwickelte Konzept der Salutogenese. Der empirisch nachgewiesene Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft steht dabei im Mittelpunkt. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) umfasst eine ganzheitliche Unternehmensstrategie aus den Prozessschritten Bedarfsanalyse, Maßnahmenplanung und -durchführung sowie Evaluation. So entstehen passgenaue und nachhaltige Strategien, die sich von den landläufigen Maßnahmen der Gesundheitsförderung wie Bewegung, Entspannung und Ernährung unterscheiden. Die Beteiligung von Mitarbeitern in Form von Gesundheitszirkeln und Mitarbeiterbefragungen bilden das Fundament des BGM-Prozesses, in dem Unternehmen lernen, Gesundheit in einzelnen Arbeitsschritten mitzudenken und gesundheitsfördernde Strukturen zu schaffen. Hierbei werden sie von den Steinbeis-Experten unterstützt.

Die Praxis zeigt, dass sich Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiter auszahlen. Der Return on Investment liegt laut AOK 2005 bei 3:1. BGM wird vom Staat mit bis zu 500 Euro/Arbeitnehmer in Form von steuerfreien Leistungen des Arbeitgebers gefördert. Die Beratungsleistungen werden bis zu 50% vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Wie erfolgreich der BGM-Prozess sein kann, zeigen die Steinbeis-Experten an einer Bildungseinrichtung mit 13 Mitarbeitern im Rahmen des Projektes „Entwicklung gesundheitsfördernder Strukturen“. Die Ausgangslage: Die neue Besetzung der Leitungsposition führte zu diversen Unklarheiten und Reibungsverlusten, zusätzliche Arbeitsfelder müssen bewerkstelligt werden, Rollen und Arbeitsfelder sind neu zu definieren, Kommunikationswege und Informationswege hinsichtlich Transparenz und Beteiligung sind neu zu gestalten. Das Projekt soll außerdem an die anstehende Re-Zertifizierung im EFQM-Prozess gekoppelt werden.

Der geplante zweimonatige BGM-Prozess sieht mehrere Schritte vor. Die Mitarbeiter werden über den BGM-Prozess informiert, anschließend folgt die Mitarbeiterbefragung vor Ort und deren Auswertung. Als letzter Schritt finden Kick-Off Veranstaltung und Projektübergabe statt. Bei der Kick-Off Veranstaltung wird eine allgemeine Auswertung der Befragungsergebnisse präsentiert. Die Mitarbeiter formulieren ihre persönlichen Ziele, setzen Prioritäten und formieren sich zu Arbeitsgruppen, um erste Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele zu erarbeiten. Dabei geht es auch um die klare Regelung von Rollen, Zuständigkeiten und Aufgabenfeldern, sowie klare Vereinbarungen für effektiven Informationsfluss. Während des Projekts werden von den Mitarbeitern schnell umsetzbare Lösungen entwickelt, die ein effizienteres Arbeiten gewährleisten und Reibungsverluste in der Kommunikation und bei der Informationsweitergabe minimieren.

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