Aufbruch in die Zukunft

Steinbeis unterstützt Regionalentwicklung im Landkreis Göppingen

Eine erfolgreiche und nachhaltige wirtschaftliche Kreisentwicklung – mit diesem Ziel hat sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WiF) für den Landkreis Göppingen mit der langfristigen Positionierung des Kreises auseinandergesetzt und damit ein Paradebeispiel für die Nutzung von Synergien durch Kooperationen im Steinbeis-Verbund geschaffen: Im Rahmen des Geschäftsbesorgungsvertrages sind alle Mitarbeiter der WiF Steinbeis-Mitarbeiter. Unterstützt wurden diese durch das Steinbeis-Beratungszentrum für Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung, das sich bei der Ausschreibung zur Durchführung der Standortanalyse der Wirtschaft durchgesetzt hat und ein Handlungskonzept erarbeitete.

Der Landkreis Göppingen, als Teil der prosperierenden Region Stuttgart an der A8 und B10 sowie in der Nähe des Flughafens Stuttgart gelegen, bietet mit seiner verkehrsgünstigen Lage grundsätzlich gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Traditionsreiche Produktionsunternehmen und Weltmarktführer im Mittelstand finden sich in einer landschaftlich und auch kulturell reizvollen Umgebung mit hohem Freizeitwert – alles Indikatoren, die auf den ersten Blick einen gesunden und attraktiven Wirtschafts- und Wohnstandort vermuten lassen. Verschiedene Rankings und statistische Auswertungen liefern hingegen gegensätzliche Bewertungen: Der Landkreis Göppingen ist bei regionalen Vergleichen meist auf den hinteren Plätzen und auf Landesebene im zweiten Drittel zu finden. In bundesweiter Betrachtung reicht es noch zum Mittelfeld.

Die Konfrontation mit diesen Ergebnissen bewog die Verantwortlichen, eine Beratungsgesellschaft mit der „Ursachenforschung“ zu beauftragen. Aus diesen Erkenntnissen sollten entsprechende Schlussfolgerungen und Perspektiven für eine erfolgreiche und nachhaltige wirtschaftliche Kreisentwicklung abgeleitet werden. Mit der Betreuung und Abwicklung dieses Prozesses wurde die WiF als Geschäftsstelle betraut.

Im Juni 2008 war es dann soweit: Alexander Fromm vom Steinbeis-Beratungszentrum für Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung präsentierte dem Kreistag die Ergebnisse des Gutachtens „Ursachenanalyse und Konzept zur Entwicklung und Positionierung der Wirtschaft des Landkreises Göppingen“: Besonders wichtig war dabei die Empfehlung, sechs Themenfelder aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Ihnen gemeinsam ist das hohe Potenzial, möglichst rasch die weitere Entwicklung des Landkreises positiv zu beeinflussen. So wurden eine „Querschnittsaufgabe“ und fünf „Leuchtturmprojekte“ definiert.

Bei der „Querschnittsaufgabe“ handelt es sich um die Standortkommunikation. Einerseits soll sie die bereits vorhandenen positiven Merkmale des Landkreises in die Öffentlichkeit tragen und zum anderen die zu erwartenden Ergebnisse aus den fünf „Leuchtturmprojekten“ kommunizieren. Beides soll den Kreis bekannter machen und langfristig Identität und Image positiv belegen; eine vorrangige Aufgabe, denn in diesem Bereich wird dem Landkreis das größte Defizit attestiert.

Die fünf „Leuchtturmprojekte“ wurden definiert und in eine priorisierte Reihenfolge gebracht:

  1. Innovation/Forschung und Entwicklung/ Cluster-Management
  2. Gewerbeflächenmarketing und Investorenakquise
  3. Bildung und Qualifikation
  4. Göppingen, ein Landkreis für Familien
  5. Tourismusentwicklung im Kreisgebiet

Nachdem Handlungsfelder und Projektvorschläge benannt worden waren, schloss sich die Konkretisierung durch Arbeitsgruppen an. Sie griffen die Projektvorschläge aus dem Gutachten auf und konkretisierten diese vor ihrem fachlichen Hintergrund passgenau auf den Landkreis. Um diese Projektgruppen zu unterstützen wurde ein hochkarätig besetzter Koordinierungsausschuss mit über 40 Mitgliedern einberufen, dem die Spitzen der Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Gesellschaft angehören. Einige Ausschussmitglieder hatten sich bereiterklärt, die Arbeit der Projektgruppen als Mentoren zu begleiten.

In der abschließenden Sitzung im Sommer 2009 präsentierten die Sprecher der Arbeitsgruppen die jeweiligen Ergebnisse vor dem Koordinierungsausschuss. Dieser unterzog sie einem Bewertungsprozess und priorisierte nach eigener Einschätzung jedes Einzelprojekt in der Bedeutung für die ganzheitliche Entwicklung des Landkreises Göppingen.

Auf diese Weise wurden 20 hervorragende Einzelprojekte ausgearbeitet und zur Diskussion und Beschlussfassung an den Kreistag übergeben. Unabhängig der Entscheidungen der Kreispolitik über Durchführung und Finanzierung wird die WiF fünf der Einzelprojekte mit Eigenmitteln umsetzen können und damit vor allem im Bereich Innovationsmanagement und Kommunikation wichtige Impulse zur zukunftsgerichteten Entwicklung des Landkreises Göppingen beitragen.

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