Oberste Priorität: Zufriedene Mitarbeiter

Steinbeis begleitet Demographie-Projekt

Es wird keine zehn Jahre mehr dauern, bis Menschen über 40 zum ersten Mal in der Geschichte Europas die Mehrheit in der Bevölkerung bilden werden. Das besagt eine Studie des Adecco Instituts in London. Die Konsequenzen des demographischen Wandels liegen auf der Hand: Durch den zahlenmäßigen Rückgang und die Alterung der Bevölkerung verbleiben Beschäftigte länger im Berufsleben, die Erwerbsbeteiligung der Frauen wird weiter ansteigen und die Zahl an qualifizierten Nachwuchskräften wird geringer werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich künftig gleichermaßen damit auseinandersetzen, wie man Gesundheit, Motivation und Leistung dauerhaft erhalten und fördern kann. Das Steinbeis- Beratungszentrum Betriebliches Gesundheitsmanagement bietet mit der ProSalutO-Methode ein ganzheitliches Konzept, das Unternehmen befähigt, auf die demographische Entwicklung adäquat zu reagieren. Und das mit herausragendem Erfolg, wie ein Projekt mit der Brückner Unternehmensgruppe zeigt.

Die Salutogeneseforschung beantwortet die Frage, wodurch die Gesundheit von Einzelnen sowie von ganzen Organisationen gefördert werden kann: Die drei Faktoren Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit beeinflussen nachhaltig, wie zufrieden und motiviert Menschen sind. Diese Faktoren können ganz praktisch und bedarfsorientiert gefördert werden: beispielsweise in den Bereichen Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsabläufe, Information, Kommunikation und Führung. Und wodurch die Arbeitszufriedenheit gesteigert werden kann, wissen am besten die Betroffenen selbst. Sich konstruktiv in die Entwicklung des eigenen Unternehmens einbringen zu können, ist ein Garant für Motivation und Leistungsfähigkeit, das fördert die psychische wie auch körperliche Gesundheit.

Das Team des Steinbeis-Beratungszentrums moderiert Lenkungsgruppensitzungen und Mitarbeiterveranstaltungen, bietet einen eigens entwickelten Fragebogen zur subjektiven Arbeitsqualität und orientiert sich beständig an den Fragen „Wie können die Beteiligten ihre Arbeitsumstände besser verstehen/besser handhaben/ihnen mehr Sinn verleihen?“ Die Lenkungsgruppe, ein repräsentativer Querschnitt des Kundenunternehmens, gestaltet die innerbetrieblichen Schritte der Bedarfsanalyse, Prioritätensetzung, Maßnahmenplanung, Implementierung und Evaluation.

Die seit über 60 Jahren in Leonberg ansässige Brückner Unternehmensgruppe hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Bereits im Jahr 2009 wurde ein Prozess zur Organisationsentwicklung angestoßen, der seit dem Frühjahr 2011 von Steinbeis-Projektleiter Ralf Elsner unter dem Projektnamen „vit@work“ begleitet wurde. vit@work steht für eine vitale, innovative und transparente Organisationsentwicklung. Aus der ursprünglichen Zielsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements wurde schnell ein umfassendes Demographie-Projekt.

„Bei vit@work geht es um viel mehr als nur um Gesundheit und körperliche Fitness. Uns geht es vielmehr darum das Unternehmen mittel- bis langfristig so zu organisieren, dass junge und ältere Mitarbeiter, Erfahrene und Neueinsteiger gut miteinander arbeiten, Erfahrungen weitergegeben werden und jeder einen Sinn in seiner Tätigkeit erkennt. Jeder Mitarbeiter soll die Möglichkeit haben, möglichst lange gesund, motiviert und aktiv an der Unternehmensentwicklung beteiligt zu sein“, so Regina Brückner, Inhaberin und Geschäftsführerin der Brückner Unternehmensgruppe. Das Steinbeis-Beratungszentrum Betriebliches Gesundheitsmanagement moderierte den Organisationsentwicklungsprozess: Eine Mitarbeiterbefragung wurde durchgeführt, die verschiedene Handlungsfelder ergab. Sie wurden im vit@work-Lenkungsteam diskutiert und anschließend durch geeignete Maßnahmen angegangen. So gibt es heute bei Brückner unter anderem einen neuen „Treffpunkt Mittagstisch“, kostenloses Wasser und Obst für die Mitarbeiter, Rabatt im benachbarten Fitness-Studio, Gleit- und Teilzeitarbeitsmodelle, Home- Office Arbeitsplätze und Mitarbeiter-Schulungen durch erfahrene Kollegen oder Pensionäre. In Planung ist die Umgestaltung von Großraumbüros, um die Bedingungen am Arbeitsplatz zu optimieren. Wichtig für den Erfolg des Projekts sind die im Projektnamen geführte Transparenz und die weitreichende Partizipation der Mitarbeiter: das stärkt die Identifikation mit dem Unternehmen.

Mit dem vit@work-Projekt bewarb sich Brückner Anfang des Jahres erfolgreich für den Demografie Exzellenz Award in Baden-Württemberg, eine gemeinsame Initiative des Bundes deutscher Unternehmensberater (BDU) und des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. Die Jury wählte das Projekt zum Leuchtturmprojekt 2012 in der Kategorie 50-250 Mitarbeiter.

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