Aktuell

Ein Schritt zu einem gemeinsamen europäischen Risikomanagement

Zweite iNTeg-Risk Konferenz „New Technologies and Emerging Risk“

Nach dem Erfolg der ersten iNTeg-Risk Konferenz 2009, fand auch dieses Jahr eine vom European Virtual Institute for Integrated Risk Management (EU-VRi) organisierte Konferenz mit dem Titel „Dealing with multiple and interconnected emerging risks“ statt.

Die langfristige Nutzung und Entwicklung neuer Technologien ist nicht nur zentral in Forschung und Wissenschaft, auch wirtschaftlich und politisch erhofft man sich hiervon einen weiteren Effizienzgewinn. Die Risiken dieser neuen Technologien sind jedoch oft schwer zu erforschen, ein gemeinsamer, harmonisierter Umgang mit ihnen ist EU-weit angestrebt. Ein Ziel, das durch die Pluralität der betroffenen Akteure durchaus nicht selbstverständlich ist. Als Fortsetzung der ersten Konferenz 2009 wurde bei der Folgeveranstaltung im Frühsommer dieses Jahres eine Grundlage geschaffen für eine „europäische Antwort“ auf die Frage, welche potentiellen Risiken die Emergenz neuer Technologien mit sich bringt und wie damit umgegangen werden kann.

Dieser Aufgabe hat sich das Projekt der Europäischen Kommission zum Thema iNTeg- Risk (“Early Recognition, Monitoring and Integrated Management of Emerging, New Technology Related, Risks”) angenommen. Die ersten Resultate gemeinsamer Arbeit sind vorhanden: dazu zählt beispielsweise die Erschaffung eines webbasierten Risk-Atlas, der Risiken global aufzeichnet oder auch das Projekt „Safetypedia“, eine Art sicherheitsspezifisches Wikipedia. Die Analyse der Ergebnisse und die Frage, wie man weiter damit arbeitet, war Hauptanliegen der einwöchigen Konferenz in Stuttgart. Schwerpunkte der Begleitveranstaltungen waren unter anderem die Messbarkeit von Risiken und das Thema „semantic networks“, einem Instrument zur Erkennung von Hinweisen auf neue Risiken durch die Analyse von im Internet verfügbaren Informationen.

Netzwerk für bioaktive pflanzliche Inhaltsstoffe

Steinbeis-Europa-Zentrum koordiniert Zusammenschluss

Das Steinbeis-Europa-Zentrum erhält über das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand - ZIM“ im Fördermodul NEMO des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Fördergelder zum Aufbau eines Netzwerkes für „Bioaktive pflanzliche Inhaltsstoffe“ in Baden-Württemberg. 16 Netzwerkpartner aus Industrie, Forschung und Marketing haben sich im Rahmen des Netzwerkes zusammengefunden, um das Thema „Bioaktivität und Gesundheit“ in Baden-Württemberg voranzutreiben. Das Steinbeis-Europa-Zentrum koordiniert den Zusammenschluss seit August für ein Jahr und will das Netzwerk nachhaltig in Baden-Württemberg etablieren.

Ziele des Netzwerkes sind das bessere Verständnis über sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und deren Wirksamkeit, die Verbesserung der Qualität der Inhaltsstoffe und der Beitrag zur wissenschaftlichen Nachweisbarkeit gesundheitsfördernder Wirkung von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Außerdem sollen Ressourcen und Synergieeffekte durch die Vernetzung von Forschung und mittelständischer Industrie geschaffen und Transparenz für den Verbraucher durch klare Kommunikations- und Marketingstrategien hergestellt werden.

Mit ZIM fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), einschließlich des Handwerks und der unternehmerisch tätigen freien Berufe. Sie sollen nachhaltig unterstützt werden und zum Wachstum beitragen sowie Arbeitsplätze gewährleisten und schaffen. ZIM ist ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm für KMU und für mit diesen zusammenarbeitenden wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen.

Hohe Auszeichnung

Steinbeis-Forscherin erhält Wirtschaftsmedaille

Hohe Auszeichnung für Prof. Dr. Martina Klärle: die Leiterin des Steinbeis-Transferzentrums Geoinformations- und Landmanagement erhielt im Juli die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. Die höchste Auszeichnung, die das baden-württembergische Wirtschaftsministerium zu vergeben hat, wird an Persönlichkeiten und Unternehmen als Zeichen der Anerkennung für besondere Verdienste um die Wirtschaft des Landes vergeben.

„Das war wirklich eine tolle Überraschung. Ich freue mich, dass mein Engagement für den Klimaschutz und mein Einsatz für den ländlichen Raum so gewürdigt wird“, erzählt Martina  Klärle.

Aber auch als Wegweiser für junge Mädchen sei Klärles Arbeit wichtig: „Bisher wählen nur acht Prozent der jungen Frauen einen MINT-Beruf und 26 Prozent ein MINT-Studium. Und die beste Überzeugungsarbeit leisten wir mit solchen Vorbildern wie Ihnen!“, so Wirtschaftsminister Pfister in seiner Laudatio über Klärle. Auch in Zukunft will die Professorin diesen Weg gehen. Ihr bereits in die Wirtschaft überführtes Forschungsprojekt zur Ermittlung des Solarpotenzials aller Dächer wurde wesentlich weiterentwickelt: SUN-AREA 2.0 heißt die aktuellste Version, mit der das Forscherinnenteam rund um die Frankfurter Professorin noch mehr Praxisnähe geschaffen hat. SUN-AREA 2.0 bietet, neben der Aussage über die Eignung eines Daches für Photovoltaikanlagen und Solarthermie, nun auch eine automatisierte Modultypenempfehlung für jedes Dach an. Ein Wirtschaftlichkeitsrechner bietet für jedes Gebäude zu den aktuellen Konditionen eine Amortisationsrechnung für die geplante Photovoltaikanlage an. Inzwischen können zudem nicht nur homogene Dachflächen, sondern auch geeignete Dachflächen mit Sonderformen, wie Tonnenund Wellendächer vollautomatisch berechnet werden. Mit ihrem Projekt SUN-AREA hat Klärle bereits gezeigt, dass über 20 % der deutschen Dachflächen für die solare Stromgewinnung geeignet sind. Damit ließe sich der komplette private Strombedarf decken.

Aber auch über das Thema Sonnenenergie hinaus ist Martina Klärle aktiv. Dieses Jahr schließt sie ihr Forschungsprojekt „Erneuerbar KOMM!“ ab. Ergebnis der Arbeit ist ein Leitfaden für Kommunen zur Ermittlung der Potenziale erneuerbarer Energien. Der Leitfaden richtet sich insbesondere an kleine bis mittelgroße Kommunen. Mit Hilfe des Leitfadens können Kommunen selbstständig ihr Potenzial ermitteln.

Moderne Schleiftechnologie und Feinstbearbeitung

8. Seminar im Stuttgarter Haus der Wirtschaft

Im Frühsommer fand das 8. Seminar „Moderne Schleiftechnologie und Feinstbearbeitung“ in Stuttgart statt. In dem Seminar mit 260 Teilnehmern wurden Themen rund um die Schleiftechnologie und die Feinstbearbeitung von Spezialisten aus der Forschung und der Industrie vorgetragen. Veranstalter des Seminars war Prof. Dr.-Ing. Taghi Tawakoli, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums Advanced Engineering Technology an der Hochschule Furtwangen.

Eröffnet wurde das Seminar von Ministerialdirigent Günther Leßnerkraus (Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg). Es folgten zahlreiche aktuelle Vorträge von Referenten, die aus Industrie und Forschungsinstituten kamen.

Baden-Württemberg ist gekennzeichnet durch die größte Konzentration der Produktion in den Bereichen Maschinenbau, Automobilindustrie und Medizintechnik in Europa. Der Erfolg dieser Region liegt nicht in der Herstellung von preiswerten Produkten, sondern in der Produktion hochwertiger Qualität. Diese hochwertige Qualität lässt sich auch durch die Beherrschung der Feinstbearbeitung und Schleiftechnologie erreichen. Die starke Beteiligung der Industrie am Seminar verdeutlicht die Aktualität der Themen und den enormen Bedarf und die Erwartungen, die an neue Erkenntnisse in Feinstbearbeitung und Schleiftechnologie gestellt werden.

Spitze - nicht nur im Süden

Kompetenzpreis für Innovation und Qualität Baden-Württemberg 2010

Der Kompetenzpreis Baden-Württemberg 2010 wurde im Rahmen der Fachmesse „Control“ an Klaus Fischer, Inhaber und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Fischer aus Waldachtal und an das Igersheimer Maschinenbau- Unternehmen Wittenstein alpha vergeben. Mit dem unter der Schirmherrschaft von Steinbeis stehenden Preis zeichnen die Initiatoren, das Ulmer Steinbeisunternehmen TQU Group und der Messeveranstalter P.E. Schall seit drei Jahren Unternehmen aus, die mit ihren Lösungen das Spannungsfeld zwischen Innovation und Qualität meistern, dies hervorragend in ihrer Betriebspraxis umsetzen und dadurch nachhaltig messbare unternehmerische Erfolge erzielen. Darüber hinaus wurden auch die unternehmerischen Leistungen der Mahr GmbH, Hersteller von Fertigungsmesstechnik, gesondert gewürdigt.

Klaus Fischer erhielt die Auszeichnung „für seine kontinuierlichen Spitzenleistungen in Innovation und Qualität, verbunden mit einem beispielhaften Engagement für die Gesellschaft“, so Professor Dr. Heinz Trasch, Vorstandsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung, in seiner Laudatio. Gerade letzteres habe er aus Sicht der Jury in besonderer Weise erfüllt und nicht zuletzt eine außergewöhnliche Unternehmenskultur geschaffen. Seit über 60 Jahren steht die Unternehmensgruppe Fischer für Innovation, Qualität und Service - die Hälfte dieser Zeit mit Klaus Fischer an der Spitze. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Mittelständler zu einem global agierenden Unternehmen, das seine Produkte weltweit vertreibt. Aus der Belegschaft kommen jährlich über 14 Patentanmeldungen pro 1000 Mitarbeiter. Damit liegt Fischer im Vergleich zu den großen Patentanmeldern in Deutschland auf Rang zwei. Für sein herausragendes Engagement in der betrieblichen und außerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung erhielt Klaus Fischer 2007 das Bundesverdienstkreuz. Fischer selbst bezeichnete die Auszeichnung in seiner Dankesrede als „außerordentliche Ehre, insbesondere, weil die Verknüpfung zwischen Innovation und Qualität in Verbindung mit nachhaltigen, positiven Ergebnissen gewürdigt wird“. Er wertete die Anerkennung nicht nur als „Auszeichnung meiner Person“, sondern nahm „den Preis im Namen der gesamten Belegschaft der Unternehmensgruppe Fischer sehr gerne an.“

„Die Erweiterung des Kompetenzpreises um die Kategorie Würdigung von Einzelpersonen und die Zusammenarbeit mit den Verbänden ist ein weiteres Zeichen für den Auszeichnungsbedarf von Leistungsfähigkeit und die Akzeptanz, der vor drei Jahren gestarteten Initiative Kompetenzpreis Baden- Württemberg“, machte Helmut Bayer, Jurymitglied und Geschäftsführer der TQU Business GmbH, deutlich. Für die Jury galt es, den Sieger aus dem Kreis der letzten zehn von über 100 Bewerbern zu ermitteln. Dazu überzeugte sie sich vor Ort von der Preiswürdigkeit von Wittenstein alpha, das sich über das in der Bewerbung beschriebene Beispiel hinaus als authentisches und vorbildhaftes Unternehmen präsentiert hat. Überzeugt hat das Gremium vor allem die durch die Innovationsaktivitäten systematischen Bemühungen um die Produktund Prozessqualität, die zu einer deutlichen Reduzierung der Gewährleistungskosten geführt haben und auf diesem Sektor als Benchmark bezeichnet werden können.

Als auszeichnungswürdig erachtete das Gremium auch die Firma Mahr, die mit ihrem Mess-Schieber einen weiteren Baustein zur Stärkung der Marktposition des Unternehmens entwickelt hat. Insbesondere die konsequente Umsetzung und der klar strukturierte Produktentwicklungsprozess, mit dem die Anforderungen der Anwender in Aufgaben oder Ziele der Bereiche Entwicklung, Vertrieb, Marketing, Produktion und Controlling frühzeitig berücksichtigt wurden, hat die Jury überzeugt. Besonders hervorgehoben wurden die Behauptung höchster Qualitätsstandards und die Umgangsweise mit dem Produktionsstandort China, die auch in der Branche als vorbildhaft gilt.

Seite teilen