Risk Technologies (at) Steinbeis

Risiken neuer Technologien - ein sicheres Geschäft

Seit einigen Jahren gewinnen die technologiebezogenen Aktivitäten bei Steinbeis in vielen industriellen und öffentlichen Projekten im Bereich der Industriellen Sicherheit immer mehr an Bedeutung. Auf diesem Gebiet hat das Steinbeis-Transferzentrum Advanced Risk Technologies eine leitende Rolle übernommen: beispielsweise bei der Koordination von europäischen und nationalen Stakeholders, der Förderung des Technologietransfers, der Einführung neuer Ansätze im Risikomanagement und der Leitung großer europäischer, nationaler und Industrieprojekte.

Laut europäischen Statistiken gab es 2001 in den EU-Staaten 7,6 Millionen Arbeitsunfälle. 4,9 Millionen dieser Unfälle führten zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen und zu 4.900 Todesfällen. Das bedeutet, dass alle fünf Sekunden ein Arbeiter Opfer eines Arbeitsunfalls wird und alle zwei Stunden ein Arbeiter stirbt. Industriesektoren wie Prozessindustrie, Energie, Transport oder Bauwesen sind davon am meisten betroffen.

Um diesem Problem entgegen zu treten, hat die Europäische Union eine Reihe von Zielen für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten definiert, die ein gemeinsames Vorgehen erfordern. Beim Lissabon-Gipfel im Jahr 2000 hat die EU für sich das Ziel festgelegt, bis 2010 die dynamischste und wettbewerbsstärkste wissensbasierte Wirtschaft zu werden. Der Göteborg-Gipfel (2001) legte den Schwerpunkt auf nachhaltige Entwicklung und daraus resultierende Aspekte für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft. Daraus ergibt sich, dass die Industrielle Sicherheit eine Voraussetzung für verbesserte Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie ist. Jeder Bruch in der Produktions- oder Transportkette wirkt sich negativ auf das EU-Wirtschaftssystem aus, da nationale Wirtschaftssysteme immer stärker miteinander vernetzt sind. Deswegen ist ein einheitlicher Sicherheitsansatz in allen europäischen Ländern gefordert, der konsequent in den verschiedenen Industriezweigen eingehalten wird.

Momentan ist dieser Zustand noch eine Vision. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Realisierung dieser Vision war die Gründung der „Europäischen Technologieplattform Industrielle Sicherheit“ („European Technology Platform Industrial Safety ETPIS“ www.industrialsafety-tp.org), die bisher über 350 Mitglieder aus allen relevanten Gruppen der Stakeholders zählt. Das Steinbeis-Transferzentrum Advanced Risk Technologies unterstützt aktiv die ETPIS-Aktivitäten und leitet einige von ihnen, beispielsweise den Bereich „Emerging Risks“. Eins der Ergebnisse dieser Tätigkeiten war auch die Mitwirkung zur Gestaltung der entsprechenden FP7-Ausschreibung (Thematic Priority NMP).

Darüber hinaus hat das Steinbeis-Transferzentrum Advanced Risk Technologies mit Partnern aus Deutschland (Universität Stuttgart), Frankreich (INERIS), Ungarn (BZF) und Belgien (Technologica), die Europäische Wirtschafts-Interessenvereinigung EU-VRi (European Virtual Institute of Integrated Risk Management, www.eu-vri.eu) gegründet. Priorität und Ziel von EU-VRi ist sicherzustellen, dass das Management von möglichen Technologierisiken auf sichere, verantwortungsvolle und transparente Weise gestaltet wird. In diesem Sinne führt das Steinbeis-Transferzentrum Advanced Risk Technologies im Rahmen von EU-Vri eine Initiative innerhalb des 7. Europäischen Rahmenprogramms (FP7) durch, die unter dem Namen „iNTeg-Risk – Early Recognition, Monitoring and Integrated Management of Emerging, New Technology Related Risks” Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einem Wert von über 25 Millionen Euro gestalten soll. Diese Initiative soll ermöglichen, dass Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung das Warenzeichen von „Technology made in the EU“ bleiben.

Auch auf dem Gebiet der auf Risikomanagement bezogenen Dienstleistungen für die Industrie verfolgt Steinbeis die Strategie, Innovation in nachhaltiger Weise in die Industrie einzuführen. Dies war der Hauptgrund für die Erdöl-, Energie- und andere Industrie in mehreren Ländern, wie Ungarn, Slowakei, Serbien, Rumänien, Malaysia und Indien, sich auf die Lösungen von Steinbeis im Bereich der Risk-based Inspection (RBI), Reliability-Centered Maintenance (RBM) und Health-Safety-Environment (HSE) Management zu stützen und diese erfolgreich anzuwenden.

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