Individuelles Logistiktraining

Innerbetriebliche Weiterbildung für einen Möbelhersteller

Die industrielle Logistik verändert sich immer schneller: Schlagworte wie Globalisierung, Just-in-time (JIT), Outsourcing, Supply Chain Management und die Forderung nach höherer Logistikqualität machen das täglich deutlich. Dies gilt vermehrt in der mittelständischen Wirtschaft, so auch für die Ronald Schmitt Tische GmbH in Eberbach, einem Hersteller von hochwertigen Einrichtungsgegenständen wie Tischen, Garderoben und Phonomöbeln.

Auch der Logistikbereich der Ronald Schmitt Tische GmbH steht steigenden qualitativen wie quantitativen Logistikanforderungen bei gleichzeitig wachsendem Kostendruck gegenüber. Erschwerend kommt hinzu, dass hier, wie in vielen anderen Unternehmen vergleichbarer Größe auch, oftmals gewerbliche Mitarbeiter tätig sind, die ungelernt sind oder eine fachfremde Ausbildung haben. Ein hoher Qualifizierungsbedarf und die Notwendigkeit der Vorbereitung der Mitarbeiter auf neue Logistikprozesse war daher die Ausgangslage. Hinzu kam der Wunsch der Geschäftsführung, gleichzeitig einen KVP-Prozess (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) anzustoßen. Das Steinbeis-Transferzentrum Logistik und Marketingmanagement hat daraufhin ein firmenindividuelles Logistiktraining für Mitarbeiter im Lager- und Logistikbereich konzipiert und durchgeführt. 

Zu Beginn des Projektes stand die Entwicklung des detaillierten Trainingskonzeptes. Nach Gesprächen mit den Führungskräften des Unternehmens, Betriebsbesichtigungen und Analysen der derzeitigen Logistikprozesse konnte die Zielgruppe detailliert definiert und der Ablauf des Trainings entwickelt werden.

Basis einer erfolgreichen Weiterbildung im Unternehmen sind individuell definierte Lernziele, denn nur so kann der Lernerfolg geplant und kontrolliert werden. Sie beschreiben die Fähigkeiten und Eigenschaften, die die Lernenden am Ende des Lernvorganges haben sollen. In mehreren Gesprächsrunden wurden die kognitiven, affektiven und psychomotorischen Lernziele gemeinsam konkretisiert und priorisiert.

Das Logistiktraining fand außerhalb der Arbeitszeit an jeweils einem festen Wochentag statt. Insgesamt wurden 12 Trainingstermine definiert. Die Trainingstermine wurden in jeweils zwei Lerneinheiten aufgeteilt: zunächst Grundlagen zur Thematik, dann die jeweilige Anwendung konkret im Betrieb, verbunden mit der Prozessanalyse und Erarbeitung möglicher Verbesserungspotenziale. Themen der Einzeltrainings waren beispielsweise logistische Prozesse im Überblick, Warenannahme und Güterlagerung sowie innerbetrieblicher Transport. Den Abschluss bildete eine Besichtigung des Logistikbereiches eines vergleichbaren Industriebetriebes.

Am Ende des Logistiktrainings stand ein Wissenstest. Mit bestandenem Test erhielt jeder Teilnehmer ein persönliches Teilnahmezertifikat durch das Steinbeis-Transferzentrum Logistik und Marketingmanagement. Die ausführliche, schriftliche Dokumentation der Schulungsinhalte dient im Unternehmen zukünftig auch der schnelleren Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Die im Training erarbeiteten Verbesserungsvorschläge, wie bessere Lagerplatzzuordnungen und effizientere Lagertechnik, konnten nach gemeinsamer Beratung auch in die Praxis umgesetzt werden.

Das 6-monatige Logistiktraining wurde Mitte 2007 erfolgreich abgeschlossen. Die definierten Ziele wurden erreicht, zahlreiche Verbesserungsvorschläge für die Prozessabläufe in der Logistik generiert. Es zeigt sich, dass, obwohl es zahlreiche standardisierte Schulungs- und Weiterbildungsangebote im Logistikbereich gibt, sich ein unternehmensindividuelles Trainingskonzept betriebswirtschaftlich rechnet. Hinzu kommt, dass hier durch die Verbindung mit einem strukturierten KVP-Prozess nicht unerhebliche Einsparpotentiale durch Prozessverbesserungen erreicht werden konnten.

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