Beherrschbares Risiko

Das Risiko bei Entwicklungsprojekten überschauen

Marktsegmentierung und Kundenindividualisierung zwingen produzierende Unternehmen zu stärkerer Variantenvielfalt bei Produkten und Prozessen – und das bei gleichzeitig kürzeren Innovations- und Produktlebenszyklen. In der Folge führt dies zu immer mehr Entwicklungs- und Engineering-Projekten, die im Wesentlichen von Entwicklung/Konstruktion und Produktion gestemmt werden müssen.

Für die verantwortlichen Entscheider stellen sich dabei Fragen nach einheitlichen Projektregeln, die den Ablauf des Projektes sicherstellen. Die Antwort liegt in der Vernetzung von Product Engineering für die Auslegung und Gestaltung auf PROduktseite, von Industrial Engineering für die Konfiguration von PROzessen, Abläufen und Verfahren und von Project Engineering für die Einhaltung von PROjekt-Terminen, -Kosten und vor allem Kundenforderungen. Das Stuttgarter Steinbeis-Transferzentrum Management-Innovation-Technologie gestaltet diese Vernetzung mit der Methode „3PRO ENGINEERING“. Dadurch wird der unternehmensspezifische Produkt-Entstehungsprozess eindeutig definiert und standardisiert – dies führt zu mehr Effizienz der Ressourcen und vor allem zu weniger Risiko im gesamten Projekt.

Wie funktioniert der Einsatz der Methode 3PRO? Zuerst erfolgt die Klassifikation der anstehenden Projekte mithilfe eines Entscheidungsrasters, das die wichtigsten Erfolgsfaktoren des Unternehmens berücksichtigt. Im Anschluss daran werden grundsätzliche Projektabwicklungsarten festgelegt.

Nun erfolgt die Erstellung des unternehmensspezifischen „ENGINEERING WORK BOOKS“, das aus drei Komponenten besteht:

• dem Arbeits-Leitfaden, der den unternehmensspezifischen Produkt-Entstehungsprozess beschreibt und dadurch eine auf Routinen basierende Produktentwicklung und abgestimmte Produktionsorganisation erzeugt.

• dem Methoden-Set aus schnell einsatzfähigen Werkzeugen für funktions- und kostengerechte Produkte und Prozesse.

• dem Regelwerk zur Nutzung als Arbeitsvorlage für jedes Projektmitglied. Regeln sind dabei Checklisten oder Design Rules für Produkt- und Produktionsgestaltung, die die Standards und Routinen näher detaillieren.

Die Umsetzung hängt entscheidend vom Umfang des Projektes ab, das kategorisiert wird in Full und Mid Size sowie Slim Line. Die Kategorie legt fest, ob das Work Book komplett oder nur in Form einzelner Bausteine angewandt wird. Die Anwendung der Methode und deren Implementierung über das Work Book stellt sicher, dass alle Engineering-Projekte nach einem definierten, standardisierten Procedere durchgeführt werden. Das hat zahlreiche Vorteile: Overengineering wird vermieden, nachträgliche Kundenwünsche können problemlos durchgeführt und Produktkosten gesenkt werden.

Ein mittelständischer Hersteller von elektromechanischen Schaltern profitierte mit Steinbeis-Unterstützung von der Methode. Das Unternehmen bedient mit seinem Produktportfolio unter anderem die Fahrzeugtechnik. Damit wird das Unternehmen mit zunehmenden Anforderungen seiner Kunden nach Übernahme von immer mehr Produktentwicklungen und den zugehörigen Produktionsprozessen konfrontiert. Der Produktentstehungsprozess ist nur nach Norm beschrieben und lässt demzufolge in der Alltagsarbeit viel Spielraum in der Ausgestaltung. Die Geschäftsleitung wollte angesichts knapper personeller Ressourcen einerseits mehr Effizienz in der Projektabwicklung erreichen, andererseits aber auch einen Standard bei Produktentwicklungen setzen, um das Risiko eines Projektmisserfolgs nachhaltig zu senken.

Mit dem Einsatz von „3PRO ENGINEERING“ konnten diese Ziele erreicht werden. Wesentlicher Baustein war die Erstellung des Work Books, das in die bestehende Prozessstruktur eingebunden wurde und nun die Abwicklung von Engineering Projekten festlegt. Den Nutzen der Methode bemisst das Unternehmen an einer zweistelligen Verbesserung der Kenngrößen Zeit, Kosten und Qualität.

Seite teilen