Exportschlager Energieeffizienz

Studie exportfähiger Energieeffizienztechnologien und -dienstleistungen

Der weltweit steigende Energieverbrauch und die Verknappung fossiler Brennstoffe zwingen dazu, alternative Energiequellen zu erschließen und Strategien zu entwickeln, welche die Effizienz in der Energieerzeugung und -nutzung steigern. Die zu erwartende weltweite Nachfrage nach „Energieeffizienztechnologien“ bietet neue Absatz- und Wachstumschancen für die Industrie. Die Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung mbH (GIB) hat in diesem Kontext zusammen mit vier Steinbeis-Transferzentren in einer Studie die Produkt- und Dienstleistungsangebote deutscher Unternehmen identifiziert, systematisch erfasst und Verfahren zur Eignungsbewertung der Angebote für verschiedene Einsatzszenarien und Märkte entwickelt.

Im Rahmen der Studie sollte das Angebotsspektrum an energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen deutscher Anbieter er- fasst und klassifiziert werden. Weitere Anforderung war die Erarbeitung eines Fragenkatalogs zur Erfassung der Daten, die zur Bewertung der Energieeffizienz der einzelnen Produkt- und Dienstleistungsgruppen erforderlich sind sowie die Erarbeitung von Vorschlägen für ein Verfahren, mit dem sich die Angebote bewerten und vergleichen lassen.

Im ersten Schritt entwickelte die GIB zunächst ein Klassifizierungsschema, um das gesamte relevante Angebotsspektrum an Energieeffizienztechnologien und -dienstleistungen strukturieren zu können. Als Hauptanwendungsfelder ergaben sich die Bereiche:

  • Industrielle Produktion
  • Gebäude
  • Transport und Mobilität
  • Endverbraucher / Konsumenten
  • Energiebereitstellung (elektrische und thermische Energie)
  • Technologien

Parallel zur quantitativen Angebotser fassung wurden diejenigen Produkt- und Dienstleistungsgruppen der Systematik identifiziert, denen eine besonders hohe Bedeutung bezüglich der Energieeffizienz beigemessen wird – entweder weil diese einen nennenswerten Anteil am gesamten Energieverbrauch eines industrialisierten Landes haben oder weil sie den Energieverbrauch anderer Komponenten nennenswert senken können. Den Dienstleistungen wurde dabei ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt, da in vielen Bereichen durch die Vernetzung verschiedener Technologien die Energieeffizienz eines Gesamtsystems verbessert werden kann.

Im zweiten Schritt haben die Steinbeis-Partner Bewertungsverfahren und Handlungsempfehlungen entwickelt, mit denen die Energieeffizienz der wesentlichen Produktund Dienstleistungsgruppen bewertet werden kann. Eine energieeffiziente Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass sie gegenüber dem derzeitigen Stand der Technik – beziehungsweise gegenüber der heute am gebräuchlichsten verwendeten Technologie – weniger Energie benötigt, um denselben oder sogar einen verbesserten Effekt hinsichtlich Produktqualität und -quantität, Verfügbarkeit, Komfort und Bedienerfreundlichkeit zu erzielen.

Mit Hilfe der „Energieeffizienz-Bewertung“ soll festgestellt werden, inwieweit ein Produkt gegenüber typischen Bestandsprodukten Energie einsparen kann. Daher erfolgt die Bewertung der angebotenen Produkte in der Regel über Referenzprodukte und einen Effizienzfaktor, der das Verhältnis des Energiebedarfs einer herkömmlichen Technologie zu dem der neuen Technologie darstellt. Voraussetzung ist dabei eine vollständige Substituierbarkeit der herkömmlichen Technologie durch die neue, energieeffiziente Technologie, das heißt ein identischer Output.

Für rund 50 verschiedene Produkt- und Dienstleistungsgruppen wurden spezifische Bewertungsmodelle entwickelt. Mithilfe von speziellen Fragen werden die Angaben der Anbieter auf Plausibilität geprüft. Neben der technischen Qualität werden außerdem die Innovationshöhe des Produktes sowie die wirtschaftliche Entwicklung und die Exportsituation des Unternehmens abgefragt. Fragen zum benötigten Umfeld des Produktes, zur Anpassungs- und Einsatzfähigkeit sowie zur Zuverlässigkeit ergänzen die Bewertungsmodelle. In die Gesamtbewertung gehen alle Indikatoren für das Produkt mit entsprechenden Gewichtungsfaktoren ein. Alle Kriterien werden über die Einzelindikatoren und deren Gewichtungsfaktoren zu einem Summenwert zusammengefasst.

Jedes Produkt erhält aus der Gesamtbewertung einen Summenwert als Kennziffer. Diese Kennziffer kann unter vorher zu definierenden Annahmen über wichtige Eigenschaften eines Produktes für einen bestimmten Markt ein erstes Ranking von verschiedenen angebotenen Produkten für den Einsatz in diesem Markt vornehmen. Das Bewertungssystem ist so aufgebaut, dass es flexibel den Marktgegebenheiten angepasst werden kann.

Die erarbeiteten Verfahren stellen ein geeignetes Werkzeug zur Bewertung des in Deutschland anzutreffenden Angebotsspektrums von Energieeffizienztechnologien und -dienstleistungen zur Verfügung.  

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