Die Zukunft aktiv mitgestalten

Steinbeis-Europa-Zentrum gestaltet Austausch über Technologie- und Clustertrends in Europa

Wer in Zukunft auf den internationalen Märkten erfolgreich sein will, ist mehr denn je auf die Zusammenarbeit mit zuverlässigen strategischen Partnern angewiesen. Die Beschleunigung der Produktlebenszyklen durch den steigenden internationalen Wettbewerbsdruck, die zunehmende Komplexität neuer Technologien an den Schnittstellen bisheriger Fachdisziplinen und die wachsende Nachfrage nach maßgeschneiderten Systemlösungen sind wesentliche Treiber einer vernetzten, wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen sollten daher bewusst ihre strategische Intelligenz ausbauen und gezielt Standortvorteile in regionalen Clustern sowie die Zusammenarbeit in Netzwerken zur nachhaltigen Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit nutzen. Das Steinbeis-Europa-Zentrum unterstützt Cluster mit der Konzeption und Durchführung von Workshops.

In einem sich ständig wandelnden globalen Umfeld können letztlich nur Unternehmen und Regionen dauerhaft erfolgreich sein, die sich rechtzeitig auf neue Entwicklungen einstellen oder noch besser: die Zukunft aktiv mit gestalten. Innovative Cluster sind als „lokale Knoten globaler Wissensflüsse“ eine wichtige Quelle für neue Erkenntnisse und technologische Entwicklungen und haben damit einen großen Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung einer ganzen Region.

Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat in den letzten Jahren ein eigenes Referat für Clusterpolitik eingerichtet und einen umfassend angelegten Cluster- Dialog mit den relevanten Akteuren auf Landesebene und aus den Regionen gestartet. 2009 stellte das Ministerium eine umfassende Clusterstrategie vor. Darin spielt neben der Förderung regionaler Cluster auch der Ausbau landesweiter Netzwerke in strategisch bedeutsamen Zielfeldern sowie die Internationalisierung von Clustern eine zentrale Rolle. Eine Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hat gezeigt, dass hinsichtlich der Internationalisierung regionaler Kompetenznetze noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Gerade Baden-Württemberg – Innovationsregion Nr. 1 in Europa – profitiert nachdrücklich von den internationalen Forschungs- und Innovationskooperationen mit anderen kreativen und hochinnovativen Regionen.

Aus diesem Grund entwickelte das Steinbeis- Europa-Zentrum mit dem Wirtschaftsministerium die Workshopreihe „Technologie- und Clustertrends in Europa“ für zehn querschnittsorientierte Felder der Clusterstrategie Baden-Württemberg:

  • Angewandte Satellitennavigation

    BiotechnologieDigitale Medien & AnimationFaserbasierte WerkstoffeLogistikMechatronikMikrosystemtechnikPhotonikSicherheitstechnologienUmwelttechnologien

    Die Clusterworkshops werden in Zusammenarbeit mit regionalen und europäischen Partnern im Rahmen des Enterprise Europe Network organisiert und vom Steinbeis- Europa-Zentrum als einer von 550 Partnern im Enterprise Europe Network moderiert. Ziel der Workshops ist es, die Teilnehmer für die strategische Bedeutung der zukünftigen Entwicklungen in ihrem Umfeld zu sensibilisieren und eine Plattform für zukunftsfähige Innovations- und Technologiekooperationen zu bieten. Gemeinsam sollen internationale Technologietrends und Zukunftsmärkte identifiziert und daraus regionale Handlungsoptionen abgeleitet werden. Insbesondere der Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft in Baden-Württemberg soll befähigt werden, die Zukunft aktiv mit zu gestalten.

    Bislang wurden vier Clusterveranstaltungen mit rund 300 Unternehmern, Geschäftsführern, leitenden Angestellten aus den Bereichen Entwicklung, Forschung und Technik sowie Vertretern von Hochschulen, Verbänden, Kammern und Kommunen durchgeführt. Sie befassten sich mit den thematischen Schwerpunkten Miniaturisierung & Smart Systems, Angewandte Satellitennavigation, Photonik und Mechatronik. Die weiteren Clusterveranstaltungen 2010 widmen sich den Themenkreisen Faserbasierte Werkstoffe, Digitale audiovisuelle Medien, Industrielle Biotechnologie, Umwelttechnologien und Logistik. Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Teilnehmer und der zentralen Bedeutung von dialogorientierter, vorausschauender und auf nachhaltig wettbewerbsfähige Perspektiven ausgerichteter Clusterpolitik plant das Wirtschaftsministerium die Fortführung der Workshopserie über das Jahr 2010 hinaus.

    Zu Beginn der Workshops haben Vertreter von Großunternehmen wie Carl Zeiss, Daimler AG und Robert Bosch GmbH oder von Europäischen Technologieplattformen mit den Teilnehmern einen Blick in die Zukunft der jeweiligen technologischen Anwendungsmöglichkeiten geworfen. Lina Albers, Niederlassungsleiterin von Enterprise Rhône-Alpes International ermöglichte darüber hinaus in drei der Clusterveranstaltungen einen Blick über die Landesgrenze. Rhône-Alpes – ein Partner von Baden-Württemberg in der „Vier Motoren für Europa“ Allianz – weist ähnliche Clusteraktivitäten wie Baden-Württemberg auf und ist entsprechend ein potentieller Kooperationspartner für zahlreiche Initiativen. Im Anschluss wurden verschiedene Chancen und Risiken sowie konkrete Aktivitäten zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg diskutiert. So stellte beispielsweise Peter Kersten, Vorstand der Telemotive AG, eine neue vom Kompetenznetzwerk Mechatronik mitgetragene strategische Initiative zur Standardsetzung im e-mobility Bereich vor. Zudem wurden zahlreiche weiterführende regionale und internationale Kooperationen angebahnt, so vereinbarte z. B. Mikrosystemtechnik Baden- Württemberg e.V. im Zuge des aktuell prämierten Spitzenclusters MicroTEC Südwest eine enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Technologieplattform EPoSS sowie mit dem französischen Cluster Minalogic.

Kontakt

Prof. Dr. Norbert Höptner | Dr. Petra Püchner | Dr. Björn Sautter
Steinbeis-Europa-Zentrum (Stuttgart)
su1216@stw.de

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