Neue Perspektiven in der Unternehmensnachfolge

Kompetenzen verbinden Generationen

Eine Unternehmensnachfolge ist mehr als nur ein Inhaberwechsel. Für Übergeber wie Nachfolger bedeutet sie einen neuen Lebensabschnitt. Auch für das Unternehmen selbst werden die Weichen gestellt: Verläuft die Übergabe erfolgreich, sichert sie nachhaltig Arbeitsplätze. Gleichzeitig stellt die Unternehmensnachfolge jedoch auch einen der sensibelsten Bereiche dar: Sowohl auf Seiten des Übergebers als auch des Nachfolgers müssen die finanzielle und rechtliche Situation offengelegt und Bewertungen erstellt werden. Dieser Prozess ist auch emotional eine Ausnahmesituation, geht es doch oft um das eigene Lebenswerk.

Ob die Übergabe innerhalb der Familie, des Unternehmens oder aber extern stattfindet, wichtigster Katalysator für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist eine früh- und damit rechtzeitige Planung der Nachfolgeregelung. Die Suche nach dem optimalen Nachfolger verlangt ein detailliertes Anforderungsprofil und oft auch neue Wege. Eine fachliche Begleitung vermeidet falsche Weichenstellungen.

Ein weiterer ausschlaggebender Erfolgsfaktor ist das sogenannte Matching. Dabei werden Firmen- mit Bewerberprofilen abgeglichen und bei Übereinstimmung als potentielle Projektpartner identifiziert. Defizite sind vor allem in der Bandbreite der Kriterien zu sehen, die primär über den Kaufpreis, die Region, die Branche sowie die fachliche Qualifikation definiert wird. Dabei sind es vor allem auch Sozialkompetenzen, die Übergeber von ihren potentiellen Nachfolgern erwarten. Zusätzlich gibt es im Matching keine nationale Lösung, die IHKs arbeiten nur auf regionaler Basis.

An der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) der Steinbeis-Hochschule Berlin widmete sich Ralph Kuntz bereits während seines MBA-Studiums dem Schwerpunkt Unternehmensnachfolge und entwickelte einen ganz neuen Ansatz: Basis seines Modells ist ein deutschlandweites Matching, das über eine detaillierte Kompetenzdiagnostik verfügt und somit erstmals auch Soft Skills als Kriterien für den Profilabgleich integriert. „Durch die Integration der Kompetenzdiagnostik wird nicht nur die Selektion selbst wesentlich präziser, sie dient auch als Stabilisator für den gesamten Folgeprozess“, erklärt Ralph Kuntz sein Konzept. Übergeber können so sicherstellen, dass Qualifikationen und Ansprüche auch ideell übereinstimmen. Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner können sicher sein, dass bewährte Unternehmenswerte auch in Zukunft priorisiert und fortgesetzt werden.

Die deutschlandweite Suchmöglichkeit sowie die Kompetenzdiagnostik bilden eine sichere und erfolgversprechende Basis. Doch Ralph Kuntz sah darin erst die Grundlage seines Modells: „Eine fachlich kompetente Betreuung in jedem einzelnen Prozessschritt ist Schlüsselelement, wesentlich ist jedoch eine prozessübergreifende Begleitung. Sie koordiniert und ist verantwortlich für die effiziente und zielgerichtete Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen.“ So verlagert Ralph Kuntz den Fokus auf den Gesamtprozess und erweitert auch diesen um einen Baustein: Aus der Praxis weiß man um die Wichtigkeit der ersten Phase nach der Übergabe sowohl für Inhaber als auch Unternehmen. Fester Bestandteil des Prozesses ist daher ein fachliches, themenübergreifendes Coaching bis einhundert Tage nach dem Generationswechsel.

Mit der Gründung des Steinbeis-Beratungszentrums Unternehmensnachfolge setzte Ralph Kuntz nicht nur sein Konzept in die Praxis um, sondern baute ein Netzwerk aus kompetenten Kooperationspartnern aus allen Branchen auf. So begleitet er heute beide Seiten prozessübergreifend bereits im Vorfeld über das Matching bis zum Coaching nach der erfolgreichen Übergabe. Durch den Einsatz klar definierter Standards wird jede abgeschlossene, erfolgreiche Übergabe mit dem Steinbeis Gütesiegel für Unternehmensnachfolge ausgezeichnet, das den hohen Anspruch und die damit verbundene Qualität belegt.

Ralph Kuntz´ Modell setzte bereits kurz nach seiner Initiierung Maßstäbe: Im Dezember 2008 erhielt er im Ministerium für Wirtschaft und Technologie für die Integration der Kompetenzdiagnostik als Matching-Kriterium den Bundespreis des Wettbewerbs „Einfach gründen“.

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