Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase schneller und tiefgreifender Veränderung. Scheinbar vergessene Grundsätze brechen sich in Übereinstimmung mit der klassischen Arbeitswertlehre „nur Menschen schaffen Werte“ (Springer) Bahn. Diese Aussage erhält gegenwärtig eine bisher ungeahnte Dimension. Der klassische Weg, dass die Mehrung und Sicherung des gesellschaftlichen Wohlstandes maßgeblich von der Realisierung des technischen Fortschrittes abhängt, wird nachdrücklich deutlich. Folgend heißt das, dass die Entwicklung wesentlich vom technischen Fortschritt, aber auch in hohem Maße von der technologischen Innovationsfähigkeit abhängt. Da die Realisierung des technischen Fortschritts hauptsächlich durch und in der verarbeitenden Industrie erfolgt, sind der Beherrschung, Gestaltung, Weiterentwicklung und Anwendung der industriellen Produktionstechnik eine entscheidende Rolle beizumessen. Gleichso wird Bildung und Wissen zum wesentlichen Innovationstreiber. Dem Rechnung tragend profilierte sich die Steinbeis-Technology-Group seit ihrer Gründung an der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) mit ingenieur- und wirtschaftsingenieurtechnischen Leistungen. Dem Humboldt' schen Grundsatz der Einheit von Lehre und Forschung einerseits verpflichtet und den Axiomen Löhn'scher Transferpolitik folgend, entstand ein Netzwerk im Netzwerk, dass das Komplettangebot in Forschung, Entwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie medialer Vermarktung garantiert. Hier werden singuläre und komplexe Lösungen aus eigener Grundlagen-, angewandten Forschung sowie Beratung erarbeitet. Der Zielkonflikt Produktivität- Kosten-Qualität wird über den Grundsatz technische Zusammenhänge zu Zeiten, Zeiten zu Kosten systematisch in allen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben analysiert, strukturiert sowie gestaltet und schafft neben der Identität der Forschungs- und Entwicklungsleistungen gleichzeitig die Basis für die Studieninhalte.

Die Setzung von der „Halbwertszeit des Wissens“ will uns davon überzeugen, dass sich die Gültigkeit des forschungsrelevanten Wissens rasant verkürzt. Das ist richtig, betrifft aber im Wesentlichen „nur“ Faktenwissen, nicht Methodenwissen. Hohe Geschwindigkeit führt nicht zwangsläufig zu maximalem Durchfluss. Das gilt auch für den Bildungsstau, den man durch Studienzeitverkürzung auflösen möchte! Die eigentliche gesellschaftliche Herausforderung in Sachen der Bildung liegt aber in der Synchronisation unterschiedlich schneller Bereiche. Das Projekt- Kompetenz-Studium der SHB ist hierbei ein profunder Beitrag, nicht nur dieser Situation Rechnung zu tragen, sondern sie aktiv zu gestalten. Kunden sind heute nicht nur passive Empfänger und Konsumenten, sondern zunehmend und zwingend Wertschöpfungspartner. Lebenslanges Lernen gilt als Synonym für bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung, es besteht ein permanenter Bedarf an bedarfsgerechten Systemen in der Aus- und Weiterbildung, die einerseits akademische Grundsätze strikt wahren sowie andererseits zeitnah die technischen, betriebswirtschaftlichen und Managementbedürfnisse der industriellen Praxis berücksichtigen. Diesem Anliegen kommen wir mit unserer Tagung „Energie – Effizienz in Anwendung und Wandlung“ am 1. April in Stuttgart nach. Experten diskutieren hier neben Fragen der Energieversorgung Aspekte zu Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Auch die aktuelle Ausgabe des Transfermagazins setzt in kompakter und überzeugender Form unsere Philosophie und Strategie überzeugend um. Ein informatives und nachhaltiges Leseerlebnis ist unser Ansinnen, wir freuen uns auf Ihre Partnerschaft! 

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Günther

Kontakt

Ulrich Günther ist einer der Direktoren der Steinbeis-Technology-Group (STG) an der Steinbeis-Hochschule Berlin. Über ein Projekt der STG zum Einsatz neuer Schneidwerkstoffe in der Produktion lesen Sie auf Seite 6.

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