Fahrzeugentwicklung durch die Qualitätsbrille

SHB-Studentin unterstützt zentrales Qualitätsmanagement bei Mercedes-Benz PKW

Die Daimler AG arbeitet weltweit mit über 250.000 Beschäftigten in 90 Ländern. Die Angebotspalette umfasst Fahrzeuge vom Kleinwagen bis zum Schwerlast-Lkw und wird ergänzt um Finanz- und Servicedienstleistungen entlang der automobilen Wertschöpfungskette – ein Qualitätsmanagement ist für ein Unternehmen dieser Größenordnung unabdingbar und gleichzeitig eine komplexe Herausforderung. Verena Schabernack, Studentin zum Master of Business Administration an der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB), analysiert modellspezifische Optimierungspotenziale im zentralen Qualitätsmanagement und unterstützt damit die Projektleitung Qualität in der Entwicklung der nächsten Generation des Mercedes-Benz Geländewagens der GL-Klasse.

Qualität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor und wird maßgeblich durch die Wahrnehmung und die Bewertung eines Produkts durch den Kunden bestimmt. Der Bereich des zentralen Qualitätsmanagements hat bei Mercedes-Benz PKW die Aufgabe, ein durchgängiges Qualitätssystem zu entwickeln und zu installieren. Im Vordergrund steht dabei die baureihenübergreifende Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität im Produktentstehungsprozess für alle Mercedes-Benz Baureihen. Denn steigende Produktkomplexität, mehr Modellvarianten, zunehmender Innovationsdruck, kürzere Entwicklungszeiten und nicht zuletzt ein höheres Qualitätsbewusstsein der Kunden erfordern ein stringentes Qualitätsmanagement im Entwicklungsprozess. Wenn Fehlerquellen bereits in der frühen Entwicklungsphase erkannt und abgestellt werden, dann können kostspielige Nacharbeiten und Änderungen kurz vor oder nach Serienanlauf des Fahrzeuges vermieden werden.

Dieser Anspruch besteht auch für die Entwicklung des Nachfolgemodells des Mercedes-Benz Geländewagens der GL-Klasse. Trotz der anhaltenden CO2-Debatte erfreut sich das Sport Utility Vehicle-Segment zunehmender Beliebtheit. Neufahrzeugprojekte in diesem Segment gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung. An diesem Punkt setzt Verena Schabernacks Projekt im Rahmen ihres Studiums an der Steinbeis-Hochschule an. Sie befasst sich mit einer Analyse des Optimierungspotenzials der aktuellen GL-Klasse, strategisch umso wichtiger, als darauf der Erfolg des neuen Modells basiert.

Das Qualitätsmanagement in der Entwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, die Qualität im Produktentstehungsprozess von Fahrzeugen, Aggregaten und Elektrik-/Elektronik-Systemen nachhaltig zu verbessern. Hierfür wurden standardisierte Methoden und Prozesse entwickelt, die die Konzept-, Ausführungs- und Langzeitqualität des Fahrzeuges verbessern. Die produkt- und prozessrelevanten Aktivitäten sind in einem Qualitätsplan festgeschrieben und werden im Produktentstehungsprozess durch den Projektleiter Qualität verantwortet. Der Projektleiter Qualität ist als Mitglied der Projektleitung in die Planung und Steuerung des Neufahrzeugprojektes involviert. Die Kernziele des Qualitätsmanagements im Entwicklungsprozess konzentrieren sichdabei auf zwei wesentliche Bereiche. Zum einen soll die Konzeptqualität erhöht werden. Der Projektleiter Qualität analysiert mit Verena Schabernack die Qualitätssensoren des aktuellen Vorgängermodells und ist dafür verantwortlich, dass die daraus identifizierten Optimierungspotenziale im neuen Konzept umgesetzt werden.

So werden die Konzeptmängel aus der Vorgänger-Baureihe von Anfang an eliminiert. Zum anderen liegt der Fokus des Qualitätsmanagements in der frühzeitigen Reifegradabsicherung des Fahrzeuges in der Entwicklung des Fahrzeugs zur Serienreife. Dies wird durch eine permanente Reifegradmessung und der Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen erreicht. Das Nachfolgemodell der Mercedes-Benz GL-Klasse befindet sich erst in der Anfangsphase der Entwicklung. Die Herausforderung für das Qualitätsmanagement und die Projektarbeit von Verena Schabernack im Besonderen besteht darin, die Umsetzung der Qualitätspotenziale im Entwicklungsprozess sicherzustellen, so dass auch die nächste Generation der GL-Klasse den Kunden überzeugt.

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