Lebensphasen- und kompetenzbasierte Laufbahngestaltung

Steinbeis-Transfer-Institut zertifiziert Weiterbildung für Projekt zur Beschäftigungsfähigkeit

Um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit seiner Servicetechniker langfristig zu erhalten und damit die Beschäftigungsfähigkeit älterer, erfahrener Fachkräfte sicherzustellen, arbeitet der Werkzeugmaschinenhersteller und Laserspezialist Trumpf seit Januar 2014 an einem Konzept zur Förderung einer lebensphasenorientierten Karrieregestaltung. Die Vision der Personalentwicklung liegt in der Entwicklung eines lebensphasenorientierten Laufbahnkonzepts. Das Steinbeis-Transfer-Institut kompetenz institut unisono (kiu) an der Steinbeis-Hochschule Berlin unterstützt Trumpf innerhalb des Konzepts in der Weiterbildung von Servicetechnikern als Alternative zur körperlichen Belastung im Außendienst.

„Fit for Service“ (F4S) ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojektes EPO-KAD zur Erschließung des Potenzials älterer Mitarbeiter durch lebensphasenorientiertes Kompetenzmanagement und Arbeitsprozessgestaltung in industriellen Dienstleistungsprozessen. Im Rahmen von F4S konzentriert sich die Personalentwicklung bei Trumpf gezielt auf die stellenbezogene Reifephase der Mitarbeiter. In dieser Phase sollen ältere, erfahrene Servicetechniker des Außendienstes berufliche Perspektiven mit einem verringerten körperlichen Belastungsprofil erlangen. Das vorrangige Ziel liegt in der Reduktion körperlicher Belastungsanforderungen bei gleichzeitiger Erhöhung alternativer, anspruchsvoller Aufgabenbereiche, in denen der langjährige Erfahrungsschatz der Servicetechniker gezielt zum Einsatz kommen kann. So sollen die Mitarbeiter etwa als Praxisausbilder für jüngere Kollegen oder als Trainer für Kunden ausgebildet werden. Gleichzeitig soll so dem Risiko eines vorzeitigen Berufsausstiegs der Mitarbeiter mit der Konsequenz eines Wissens- und Kompetenzverlustes entgegengewirkt werden.

Für die Ausbildung in die neuen Funktionen sieht Trumpf verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen für seine Servicetechniker vor. Vor kurzem wurde die vom Steinbeis-Transfer-Institut kiu an der Steinbeis-Hochschule Berlin zertifizierte Weiterbildung zum Competence ServicesBerater in Zusammenarbeit mit der SteginkGroup-Akademie ins Leben gerufen. Mit diesem innovativen Konzept soll den Anforderungen der lebensphasenorientierten Weiterbildung in mittleren und großen Industrieunternehmen Rechnung getragen werden. Bei Trumpf richtet es sich an schon praktizierendes Fachpersonal.

Das Aufgaben- und Tätigkeitsgebiet von Servicetechnikern im Maschinen- und Anlagenbau ist sehr facettenreich, wobei Wartung, Reparatur, Montage und Inbetriebnahme einen breiten Raum einnehmen. Hinzu kommen neue Lern- und IT-geprägte Arbeitsszenarien, kommunikationsfreudige Aufgaben für Applikations- und Maschinenberatungen. Ältere, erfahrenere Mitarbeiter im Servicebereich haben unter Umständen eine geringere Vorerfahrung in solch IT-geprägten Arbeits- und Vermittlungsszenarien. In dem modularen Ausbildungslehrgang zum geprüften Competence ServicesBerater (SHB) lernen Servicetechniker verschiedene Aspekte der zwischenmenschlichen Kommunikation und Beratung kennen. Sie lernen, wie durch gezielte Fragestellungen Kundenwünsche erfasst und eigene Fachtrainings und Kundenschulungen organisiert, geplant und professionell durchgeführt werden.

„Im Juni starteten wir mit dem ersten Modul unserer zertifizierten Ausbildungsreihe. Wir wenden verschiedene didaktische Methoden an, um auf die jeweiligen Themenbereiche einzugehen. So werden die Teilnehmer zwischen den Präsenzphasen in unser virtuelles Klassenzimmer eingeladen, um offene Fragen zu klären und Impulse für eine Nachbereitungsphase zu erhalten", erläutert Henriett Stegink, Initiatorin und Geschäftsführerin der SteginkGroup-Akademie, und ergänzt: „Die bisherigen Veranstaltungen in Schwäbisch Gmünd waren ein voller Erfolg und geprägt durch die drei Säulen unserer didaktischen Ausrichtung: Verstehen, Anwenden, Bewerten. Das Besondere an dieser Weiterbildung ist für mich, dass sich die Teilnehmer untereinander vernetzen und voneinander lernen. Bereits wenige Minuten nach Trainingsbeginn ergaben sich ein reger Austausch und Gespräche in den Pausen“. Und auch die Teilnehmer konnten auf erfolgreiche Ausbildungstage zurückblicken: „Die Module haben mich persönlich weitergebracht. Gerne habe ich die Gelegenheit genutzt, nach den Übungen ein konstruktives Feedback zu erhalten.“, so Marcus Haug, Fachtrainer der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG. Gerd Duffke, Programmleiter Personalentwicklung für Sonderprojekte der Trumpf GmbH + Co. KG, sieht die Ausbildung als wichtige Ergänzung und Bereicherung zu bestehenden Lehrgängen und hält die Zertifizierung durch die Steinbeis-Hochschule Berlin für qualitativ erstklassig; das Projekt wurde für den Deutschen Bildungspreis 2017 nominiert. Für kommendes Jahr und darüber hinaus sind weitere Ausbildungen für Servicetechniker geplant. Diese erste Qualifikationsreihe wird dabei als Referenz zur Qualitätssteigerung der weiteren Ausbildungen dienen.

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