Frühe Investitionen, die sich bezahlt machen

Steinbeis-Team unterstützt Mittelstand mit Azubi-Trainings

Jedes Jahr starten zahlreiche junge Menschen in die Ausbildung und machen sich damit auf den Weg in Richtung Fachkräftenachwuchs. Gleichzeitig erscheint seit einigen Jahren pünktlich zum Ausbildungsstart im August die Meldung, dass eine wachsende Zahl von Ausbildungsplätzen unbesetzt bleibt. Der demografische Wandel, der Rückgang der Schulabgängerzahlen und die veränderte Attraktivität einer Berufsausbildung sind nur drei der Faktoren, die in diesem Zusammenhang diskutiert werden. Während Politik, Verbände und Innungen nach Lösungen suchen, wie wieder mehr junge Leute für die Berufsausbildung begeistert werden können, gehen Unternehmen in die Offensive und gestalten individuelle, zukunftsorientierte Ausbildungskonzepte. Die Investition lohnt sich: Auszubildende werden in vielen Betrieben zu engagierten Mitarbeitern, die dem Unternehmen am längsten erhalten bleiben. Diesen Prozess unterstützen das Steinbeis-Transfer-Institut Systemwissenschaft, Führungs- und Organisationsberatung der Steinbeis-Hochschule Berlin und das Steinbeis-Transferzentrum Strategisches Management, Innovation, Kooperation mit einem modularen Trainingsangebot zur Steigerung beruflicher Alltagskompetenzen.

Gerade zu Beginn sehen sich Auszubildende mit einem vollkommen neuen Umfeld und ganz neuen Erwartungen konfrontiert. Der Personenkreis in ihrem Alltag erweitert sich um Kollegen, Vorgesetzte, Lieferanten und Kunden. Sich bewusst zu machen, wie ich mich verhalten sollte und wie ich mich in meiner Kommunikation auf mein Gegenüber einstelle, ist eine der wichtigsten Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Diesen Prozess unterstützt das Steinbeis-Team mit seinem sechsteiligen Training, das im Herbst 2015 erstmals mit einer Gruppe gewerblicher und kaufmännischer Auszubildender in einem Produktionsunternehmen im Landkreis Vechta durchgeführt wurde. Entstanden ist das Training aus einer Initiative von Steinbeis gemeinsam mit der Verbandsbeauftragten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Vechta, Diana Diephaus. Durch die Kooperation mehrerer Betriebe, die die Trainings im Verbund gemeinsam buchen, wird es auch kleinen Unternehmen mit wenigen Auszubildenden möglich, Inhouse-Trainings für ihre Azubis durchzuführen. Aber auch die Einladung einzelner Auszubildender als Gäste zu den Trainings größerer Unternehmen ist möglich. Diese Kooperationen organisieren Steinbeis und BVMW gemeinsam. Nach sieben Stunden Pilottraining rund um den Rollenwechsel vom Schüler zum Azubi, neue Selbstständigkeit und Verantwortung und die passende Kommunikation im Unternehmensalltag waren sich die Teilnehmer einig: Das Training hat sich gelohnt. Hier bekamen sie nicht einfach Wissen präsentiert, sondern konnten sich Wissen, Kommunikations- und Verhaltensstrategien angeleitet durch die Trainerinnen selbst erarbeiten und so mit dem eigenen Alltag und den bisherigen Erfahrungen verknüpfen.

„Wir machen die Erfahrung, dass viele Auszubildende sich noch nie bewusst mit ihrer Kommunikation, mit der Vorbereitung von Gesprächen oder auch mit dem Umgang mit eigenen Fehlern beschäftigt haben. Häufig sind das Dinge, die für sie einfach irgendwie geschehen und dann gut oder schlecht laufen“, so die Trainerinnen Karola Jamnig-Stellmach und Larissa Ney über ihre Beobachtungen in den ersten Trainings. Die Steinbeis-Expertinnen wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass der Auszubildende Kommunikation aktiv gestalten kann und dafür selbst Verantwortung übernimmt. Denn dies ist der erste Schritt die eigene Ausbildung aktiv mitzugestalten und bewusst lösungsorientiert und empathisch auf Kollegen, aber auch auf Kunden zuzugehen.

Der nächste Entwicklungsschritt für die Azubi-Trainings ist schon geplant: „Mit unseren Trainings arbeiten wir mit den Auszubildenden an ihren beruflichen Alltagskompetenzen, das heißt an sozialen und kommunikativen Fähigkeiten und Problem- und Konfliktlösungskompetenzen. Gerade hier spielt der Transfer eine entscheidende Rolle. Ab diesem Jahr machen wir deshalb ein zusätzliches Unterstützungsangebot. Wie bisher leiten wir immer am Ende eines Trainings mit den Auszubildenden ihre praktischen Handlungsziele ab: Was heißt das Gelernte für sie und was möchten sie jetzt daraus machen? Neu ist die fortlaufende Unterstützung bei der Umsetzung über das Training hinaus in einer für die Unternehmen kostengünstigen digitalen Form“, so Karola Jamnig-Stellmach.

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