F&E kompakt

DanuBalt optimiert Verwertung von Forschungsergebnissen im Ostsee- und Donauraum

Steinbeis koordiniert EU-Projekt

Das EU-Projekt DanuBalt vernetzt den Ostseeraum mit dem Donauraum. Unter Koordination des Steinbeis-Europa-Zentrums (SEZ) analysieren sechs Partner aus Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Rumänien, der Tschechischen Republik und Ungarn, wie Innovationen im Bereich Gesundheit erfolgreich vermarktet werden können.

Basierend auf dieser Analyse werden Lösungsansätze erarbeitet, um die Investitionen in die regionalen Gesundheitssysteme durch den effizienten Einsatz von Fördermitteln in den jeweiligen Makroregionen gewinnbringend zu gestalten. Darüber hinaus wird DanuBalt dazu beitragen, die Synergien zwischen den europäischen Strukturfonds und Fördermitteln aus dem EU-Programm Horizont 2020 zu nutzen.

2015 hat das SEZ eine Analyse der Forschungsaktivitäten und eine Online- Befragung durchgeführt und in drei Stakeholder-Runden in Jürmala, Bukarest und Budapest mit Vertretern aus Industrie, Forschung und Politik validiert. Ende Juni 2016 fand unter der Organisation des SEZ gemeinsam mit den Projektpartnern das DanuBalt Stakeholder Forum in Stuttgart statt.

Während sich im baltischen Raum schon Strukturen zur Unterstützung von Forschungs- und Innovationsvorhaben im Bereich Gesundheit etabliert haben, hinken die 14 Donauregionen hinterher. Die Partner haben daher zehn gute Praktiken identifiziert und einen Katalog mit Forschungsergebnissen, Technologieangeboten und EU-Partnersuchen mit über 120 Profilen für potenzielle Kooperationen veröffentlicht. In den nächsten Monaten sind vier Pilotaktionen geplant mit dem Ziel, etablierte Maßnahmen weiterzuführen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Donauraums und der Ostsee zu verbessern. Die Pilotaktionen konzentrieren sich auf die Gewinnung neuer Fachkräfte, Beratungsangebote für KMU, Ausbildung und Unternehmertum, Ideenwettbewerbe und transnationale Projekte im Bereich Gesundheit.

Forschungsdaten intelligent und nachhaltig sichern

Steinbeis-Team entwickelt Online-Geodateninfrastruktur

Forschungsdaten stellen einen hohen Wert dar, umso mehr im Hinblick auf eine zunehmend datengetriebene Wissenschaft. In großen interdisziplinären Forschungsprojekten ist daher die Online-Verfügbarmachung und nachhaltige Sicherung der Forschungsdaten wesentlich. Das Steinbeis-Transferzentrum Geoinformatik in Rostock hat für das BMBF-Projekt „Küstenforschung Nordsee-Ostsee“ (KüNO) eine moderne webbasierte Geodateninfrastruktur (GDI) entwickelt.

Auftraggeber war das Institut für Ostseeforschung Warnemünde als Konsortialführer einer Vielzahl von marinen Forschungseinrichtungen in Deutschland. Ziel der Küstenforschung ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für ein ökosystemorientiertes, nachhaltiges Management der Küstenressourcen zu verbessern und die erzielten Ergebnisse der Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit über das KüNO-Datenportal bereitzustellen.

Das implementierte Portal kombiniert auf drei Schichten verteilt und auf Basis von Open Source Software realisiert, die Portaleinstiegsebene mit GeoNetwork, einem Metainformationssystem, die Diensteebene mit Geo- Server sowie die Datenebene in dem Datenbanksystem PostgreSQL im Hintergrund. Die Architektur des Datenkatalogs gliedert sich in mehrere Schichten: den Web Layer, der für den Benutzer als Benutzeroberfläche sichtbar ist; den Service Layer, der standardisierte Web Services anbietet, und einen Backend Layer zum Speichern von Benutzerkonten, Kategorien, Datensätzen und weiteren Einstellungen. Integriert ist auch eine Harvesting- Funktion, mit deren Hilfe sich Open Geospatial Consortium konforme Metadaten, Daten und Dienste anderer Portale integrieren lassen, so beispielsweise aus der „Marinen Dateninfrastruktur Deutschland“ (MDI-DE).

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Auszeichnung für Mikrostrukturen stempelnde Laserstrahlen

Berthold Leibinger Preis für Prof. Dr.-Ing. Frank Mücklich

Prof. Dr. Frank Mücklich, Prof. Dr. Andrés Lasagni und zehn ihrer Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes, am Steinbeis-Forschungszentrum Material Engineering Center Saarland, der Technischen Universität Dresden sowie am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik erhielten einen von zwei 2. Preisen des Berthold Leibinger Innovationspreises 2016. Der Preis zeichnet neue Entwicklungen der angewandten Lasertechnologie aus und gehört zu den wichtigsten Innovations- und Forschungspreisen in der Optik.

Der wasserabweisende Lotus-Effekt und die reibungsmindernde Haifisch- Haut sind zwei prominente Beispiele für nano- und mikrostrukturierte Oberflächen mit funktionalen Eigenschaften. Je nach Material und Anforderungen kommen in der Herstellung funktionaler Oberflächen sehr unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Laser bieten hier eine große Flexibilität. Sie können einerseits durch gezielte Wärmeeinbringung auch in die Tiefe des Materials hineinwirken, andererseits aber durch Verwendung ultrakurzer Pulse „kalt“ arbeiten. Eine große Herausforderung ist allerdings die Bearbeitungsdauer.

An der Universität des Saarlandes verbindet Frank Mücklich die Flexibilität des Lasers mit einer flächigen Bearbeitung, indem er einen einfachen optischen Effekt nutzt. Er fand damit einen Mittelweg zwischen langdauerndem punktuellem Aufbau und unflexibler Maskentechnik. Bei Überlagerung von zwei oder mehreren Laserstrahlen entstehen sogenannte Interferenzmuster. Diese lassen sich berechnen und die Laserstrahlen entsprechend flexibel einstellen. Auf Flächen so groß wie der Strahldurchmesser entstehen periodische Mikro- oder Nano-Muster. Die kombinierten Laserstrahlen können so mit einem „Schuss“ Millionen bis Milliarden kleiner Strukturen auf einmal erzeugen. Sie lassen sich flexibel einstellen und können über große Oberflächen hinweg Strukturen auftragen, so wie ein Stempel ein bestimmtes Muster überträgt.

Frank Mücklich untersucht mit seiner Arbeitsgruppe funktionale Werkstoffe. Damit die vielfältigen Fähigkeiten seiner Werkstoffe ihren Weg in den Alltag finden, gründete er 2009 das Steinbeis-Forschungszentrum Material Engineering Center Saarland als Transfer-Einrichtung für Kooperationen mit der Industrie.

AGRIFORVALOR: Verwertung von Reststoffen

Das SE Z ist im EU-Projekt federführend involviert

Unter Federführung des Steinbeis-Europa-Zentrums (SEZ) verfolgt das EU-Projekt AGRIFORVALOR das Ziel, Reststoffe in Form von Nebenströmen, Rückständen oder Abfallprodukten aus der landund forstwirtschaftlichen Produktion in einer Kaskadennutzung weiter zu verwerten. Damit soll der Aufbau einer sogenannten Bioökonomie 2.0, die nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion steht, in Europa vorangebracht werden.

Um dies zu erreichen, werden Innovationspartnerschaften ins Leben gerufen, die die Lücke zwischen Forschung und Innovation schließen. Die 16 Projektpartner setzen sich zusammen aus Vertretern von Praktikern aus der Land- und Forstwirtschaft, Experten aus Forschung und Lehre sowie KMU der Bioindustrie. In drei „Biomasse-Innovation Design Hubs“ in Andalusien (Spanien), Ungarn und Irland begleiten und unterstützen Hubmanager Maßnahmen zur Verwertung bestimmter Reststoffe in Form von beispielsweise bedarfsorientierten Trainings und zur Umsetzung neuer Geschäftsideen in Form von individuellen Mentorings und Coachings. AGRIFORVALOR liefert so neue kommerzielle Möglichkeiten für die Landund Forstwirtschaft auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. In den ersten Monaten beschäftigten sich die Projektpartner der Universität Gent (Belgien) und der Universität Stichting Dienst Landbouwkundig Onderzoek (Niederlande) mit Hilfe der Hubmanager und der Partner aus den verschiedenen Pilotregionen mit der Recherche nach EU-weiten Forschungs- und Entwicklungsergebnissen von angewandten Techniken und Prozessen, die eine neue Art der Weiterverarbeitung und Verwertung von Reststoffen der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Produktion ermöglichen. Parallel dazu werden gute Praktiken in den Pilotregionen aber auch in der EU gesucht, die beschreiben, wie bereits erfolgreich mit Reststoffen Geld verdient werden kann. Diese Ergebnisse zeigen Praktikern aus der Land- und Forstwirtschaft aber auch der Industrie neue Wege auf, Reststoffe weiter zu verwerten anstatt sie zu entsorgen und sind seit September in einer interaktiven Datenbank – dem „Side-stream Valley Tool“ – auf der Projektwebseite veröffentlicht.

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