Sauber umgesetzt

Steinbeis-Student entwickelt Relaunchstrategie für Produktsortiment

Ein Produktmanager in einem global tätigen Handelsunternehmen hat zwei ganz zentrale Aufgaben: das effektive Management von bestehenden Produkten kombiniert mit der Einführung von innovativen Neuprodukten, um zu einem nachhaltigen Wachstum und damit der Sicherstellung der Profitabilität des Unternehmens beizutragen. In seinem zweijährigen berufsintegrierten Masterstudium an der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) der Steinbeis-Hochschule Berlin war Christoph Englert selbst als Produktmanager im chemisch-technischen Bereich der Adolf Würth GmbH & Co. KG tätig.

Bei Würth stehen die Themen Wachstum und Profitabilität immer im Fokus, markante Aussagen von Unternehmens-Mäzen Reinhold Würth machen dies deutlich. Auch das studienbegleitende Transferprojekt von Christoph Englert basierte auf dem Grundsatz „Wachstum durch kundennahe Produktinnovationen“. Kern des Projektes war es, ein bestehendes Produktsortiment in einem Nischenmarkt kunden- und anwenderfreundlich zu überarbeiten, um nachhaltiges Umsatzwachstum zu erzielen. Das Sortiment, das im lebensmittelnahen Chemie-Anwendungsbereich eingesetzt wird, umfasst vornehmlich Reiniger, Schmierstoffe- und Öle, die beim unabhängigen Institut „NSF-International“ in verschiedenen Kategorien registriert werden müssen. Erst nach dieser so genannten „NSF-Registrierung“ dürfen die Produkte von den Kunden der lebensmittelverarbeitenden Industrie eingesetzt werden.

Im Vordergrund des Projektes stand die strategische Grundlagenbildung des Relaunchs, um eine später folgende Implementierung mit größtmöglichem Erfolg durchführen zu können. Dabei spielte der Transfergedanke eine entscheidende Rolle: Christoph Englert setzte im Studium erlernte Instrumente zur Strategiebildung, wie etwa eine in- und externe Situationsanalyse, die Untersuchung der Stakeholder, die Analyse von aktuellen Kundenanforderungen aber auch eine umfangreiche Marktund Wettbewerbsuntersuchung im Rahmen des Transferprojektes in die Praxis um. Zusätzlich arbeitete er relevante theoretische Ansätze auf Angebots- und Nachfrageseite auf und brach sie auf die Fragestellungen des Projektes herunter. So entstand ein auf Theorie und Praxis basierendes Einführungsmodell, das zum einen die neuen Sortimentsprodukte aufzeigt und zum anderen eine zeitlich optimierte Planung des Gesamtprojektes vorschlägt.

Neben den für die Projektstrategie relevanten Ergebnissen wurde im Rahmen des Einführungsmodells ein Maßnahmenkatalog erstellt. Er zeigt Maßnahmen auf, die aus den gefundenen Erkenntnissen für eine erfolgreiche Implementierung abgeleitet werden können. Nach der Strategiebildung, die Christoph Englert im Rahmen seiner Masterarbeit an der Steinbeis-Hochschule Berlin vornahm, wird das Projekt seit April 2014 bei Würth in zwei Phasen implementiert. Dabei werden im ersten Schritt die bestehenden Produkte des Sortiments überarbeitet, bevor in der zweiten Phase innovative Neuprodukte umgesetzt werden. Ziel ist, dass im Herbst 2015 alle beinhalteten Produkte in den jeweiligen Kategorien verfügbar sind und der Verkauf beginnen kann.

Mittelfristig möchte Würth mit dem neuen NSF-Sortiment den Umsatz bis 2016 um knapp 25% steigern und damit im immer stärker wachsenden NSF-Markt in Deutschland eine nachhaltig-starke Rolle einnehmen. Allerdings soll dieses Wachstum samt dahinterstehender Profitabilität nicht auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden. Marktgerechte Preise und die im Transferprojekt definierten innovativen Neuprodukte sollen noch mehr Kunden der lebensmittelnahen Industrie als bisher erreichen und somit einen kleinen Teil dazu beitragen, um die Zukunft des Würth-Konzerns zu sichern.

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