Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

eine Innovation bezeichnet mitunter radikales (Um-)Gestalten von Bestehendem, also jenen von Joseph A. Schumpeter sogenannten „Prozess der schöpferischen Zerstörung“, der Neues schafft, indem er Bisheriges aus der Welt schafft. Leichtbau besitzt genau dieses Potenzial: Er lässt aus bestehenden Denkmustern ausbrechen und ermöglicht Neues.

Wenn wir über „den Leichtbau“ sprechen, erfassen wir damit ein großes branchenübergreifendes Themenfeld. Leichtbau beinhaltet verschiedenste Ausprägungen. Neue Produktionsverfahren wie beispielsweise Additive Layer Manufacturing (auch unter dem Namen 3D-Druck bekannt) ermöglichen den Entwicklern ein Out-ofthe- box-Thinking. Neue lastgerechte Konstruktionen nach dem Vorbild der Natur werden möglich – das bedeutet Material wird nur dort verwendet, wo es notwendig ist.

Eine weitere Ebene des Leichtbaus ist der Effizienzgedanke. Zum einen wird bereits beim „Bau“ weniger Material benötigt, zum anderen gilt: Wo weniger Material erforderlich ist, muss weniger Energie zur Bewegung des Bauteils eingesetzt werden. Besonders deutlich wird das bei Endprodukten wie Autos oder Flugzeugen. Die Gleichung gilt aber ebenso für sämtliche andere Maschinen und deren Bauteile.

Es ist offenkundig, dass Leichtbau große ökonomische Potenziale birgt. Gerade weil diese Technologie in bestehende Wertschöpfungsketten eingreift, sie weiterentwickelt und langfristig zukunftsfähig macht. Als Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V. (LVI) haben wir die Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitglieder am Standort Baden-Württemberg zu stärken. Im Themenfeld Leichtbau tun wir dies, indem wir die Vernetzung der Akteure von der Forschung und Entwicklung über die Konstruktion und Simulation bis hin zur Fertigung und Produktion unterstützen als auch vorantreiben. Um die baden-württembergischen Kompetenzen von Industrie und Forschung in den Bereichen Produktionstechnik/Automatisierung, CAE/ Simulation und Faserverbund- sowie Metall-Leichtbau und Kunststofftechnologie zu verknüpfen, haben wir gemeinsam mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) Denkendorf sowie weiteren Partnern die Allianz Faserbasierter Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. (AFBW) gegründet, sind Mitglied im Leichtbauzentrum Baden-Württemberg (LBZ-BW e.V.), kooperieren mit Carbon Composites Baden-Württemberg (CCBW) und wirken im Beirat der Leichtbau BW GmbH mit. Darüber hinaus nutzen wir unsere Position, um Anwenderbranchen wie den Maschinenbau, die Automobilindustrie sowie ihre Zulieferer aber auch die Luftfahrtbranche über die Technologie Leichtbau zu informieren.

Das Vorantreiben des Leichtbaus stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Baden-Württemberg im Einklang mit unseren Kernkompetenzen und der Ressourceneffizienz. Ich möchte nochmals auf Schumpeter kommen, der konstatierte, wie Volkswirtschaften und Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit im Angesicht des Wandels sichern und ausbauen können: „Der Gewinn ist der Lohn für das Ergreifen des Vorteils beim Wandel“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen beim Lesen der aktuellen Ausgabe des Transfermagazins viele interessante Einblicke in das Themenfeld Leichtbau. 

Ihr
Wolfgang Wolf

Kontakt

Senator E. h. Wolfgang Wolf ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landesverbands der Baden-Württembergischen Industrie e. V. (LVI). In dieser Funktion ist er stellvertretendes Mitglied im Kuratorium der Steinbeis-Stiftung.

Ihr Kontakt zu Wolfgang Wolf: wolfgang.wolf@stw.de

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