Eine Branche, die boomt: Medizinprodukte aus Malaysia

Steinbeis Malaysia Foundation fördert Kooperationen im Wissens- und Technologietransfer

Der Markt für Medizinprodukte in den asiatischen Ländern hatte 2013 ein Volumen von etwa 4,6 Milliarden Dollar und wird bis 2019 voraussichtlich auf 9 Milliarden Dollar wachsen. Auf Malaysia, Thailand und Indonesien entfallen etwa 65% des existierenden Medizinprodukte- Markts der Region. Steinbeis Malaysia Foundation unterstützt die Industrie in Malaysia im Bereich der Medizinprodukte bei der Registrierung und internationalen Vermarktung ihrer Produkte.

Die Volkswirtschaften der südostasiatischen Länder florieren. Nach Angaben des Weltwährungsfonds (IWF) erzielten die asiatischen Länder im Durchschnitt 2014 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,8% pro Jahr. Dieses signifikante Wirtschaftswachstum führte zu einem Wachstum der Mittelklasse und somit der Gesundheitsausgaben in der Region, was ein Wachstum der Medizinprodukte-Branche zur Folge hat. Diese ist in Malaysia stark diversifiziert und umfasst Bereiche wie Kautschuk und Latex, Textilien, Kunststoffe, Maschinenbau sowie Elektronik. Die Branche produziert eine breite Palette von Produkten und Geräten: von medizinischen Handschuhen, Implantaten, orthopädischen Geräten und Dialysegeräten bis zu Geräten für die Diagnosebildgebung und die minimalinvasive Chirurgie sowie weitere Geräte für die medizinische, chirurgische, zahnmedizinische, optische und allgemeine gesundheitliche Behandlung.

Malaysia ist ein wichtiger Kautschukproduzent und der führende Hersteller von Latexprodukten, beispielsweise Spritzen und chirurgischen Handschuhen. Es heißt, das Land produziere etwa 60% aller Gummihandschuhe und etwa 80% der Katheter, die in der Welt eingesetzt werden. In den vergangenen Jahren hat auch der Export von Diagnosebildgebungsgeräten zugenommen, insbesondere von Elektrokardiografen und anderen elektrischen Diagnosegeräten.

Die malaysische Regierung betrachtet das Gesundheitswesen als einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche und das Land investiert zurzeit massiv in den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur sowie in die Förderung der klinischen Forschung. Zurzeit gibt es über 350 Kliniken in Malaysia, darunter 150 Kliniken der öffentlichen Hand. Der Medizinprodukte- Markt in Malaysia hatte 2013 ein Volumen von 1,36 Mrd. Dollar, davon entfielen 1,17 Mrd. Dollar auf importierte Produkte. Der Markt dürfte mit einem jährlichen durchschnittlichen Marktwachstum (CAGR) von 16,1% weiter wachsen und 2018 ein Volumen von 2,87 Mrd. Dollar erreichen. Es wird eine signifikante Nachfrage nach medizinischen Verbrauchsprodukten und Dentalprodukten geben.

Zu den Anbietern der malaysischen Medizinprodukte-Branche gehören Hersteller, Lieferanten von Rohmaterialien und Dienstleistungen für die Medizinprodukte herstellenden Unternehmen sowie Importeure und Exporteure medizinischer Geräte. Derzeit umfasst die Medizinprodukte- Branche in Malaysia mehr als 190 Unternehmen, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die vorwiegend medizinische Handschuhe herstellen. Mehr als 20 multinationale Konzerne für Medizinprodukte produzieren Handschuhe für nicht-medizinische Zwecke und haben sich für Malaysia als Offshore-Standort für ihre Produktion entschieden. Bedeutende multinationale Konzerne wie Agilent, B. Braun, St. Jude Medical, C.R. Bard, Symmetry Medical, Teleflex, Resmed, Convatec, Ciba Vision (eine Tochtergesellschaft von Novartis), Accellent, Kelpac Medical, Eurocor, Criticare, Ambu, Toshiba Medical Systems und Haemonetics haben in Malaysia investiert.

Malaysia sieht sich als idealer Standort für Investitionen in Medizinprodukte, da es geistiges Eigentum streng schützt und seine strategische geografische Lage günstig ist. Zu den weiteren Faktoren, die für Investoren von Vorteil sind, zählen hochqualifizierte Arbeitskräfte in Produktion und Verwaltung sowie ein ungesättigter Binnenmarkt mit hohem Wachstumspotenzial. Des Weiteren hat die malaysische Regierung über die malaysische Behörde für Investitionsentwicklung (MIDA) Anreize geschaffen, um bei ausländischen Unternehmen das Interesse für Investitionen in den malaysischen Markt zu wecken.

Schrittweise wurden die Vorschriften für Medizinprodukte eingeführt. Die erste Phase der freiwilligen Registrierung von Unternehmen begann am 12. Januar 2006. Das Gesetz zu Medizinprodukten wurde vom Parlament am 9. Februar 2012 verabschiedet. Nach seinem Inkrafttreten am 1. Juli 2013 müssen alle Medizinprodukte, die in Malaysia hergestellt, dorthin importiert oder dort verkauft werden, registriert werden. Für die Registrierung von Medizinprodukten gilt eine Übergangsfrist von zwei Jahren, Unternehmen haben ein Jahr Zeit, sich um eine Zulassung zu bemühen, danach gilt das Gesetz uneingeschränkt. Die Vorschriften für Medizinprodukte von 2012 sollen Patienten und andere Kunden vor nicht zugelassenen oder mangelhaften Medizinprodukten schützen. Medizinprodukte werden je nach Risiko und beabsichtigter Verwendung in die Kategorien A, B, C und D eingeteilt. Entsprechend den Vorschriften müssen sich die Produzenten und Importeure solcher Geräte bei der Behörde für Medizinprodukte registrieren lassen, einer Abteilung des malaysischen Gesundheitsministeriums, das für die Überwachung der Medizingerätebranche zuständig ist. Die Vorschriften zu Medizinprodukten sollen Malaysia helfen, weltweit als zuverlässiger Hersteller von Medizinprodukten anerkannt zu werden, ausländische Direktinvestitionen anzuziehen, das Marktvertrauen zu erhöhen und den einheimischen Unternehmen mehr Möglichkeiten zu geben, Joint Ventures mit ausländischen Gesellschaften zu gründen.

Malaysia hat das Potenzial, sich sowohl im Bereich Forschung und Entwicklung als auch in der Produktion zum Zentrum für Medizinprodukte zu profilieren, da die unterstützenden Industriezweige für Medizinprodukte gut entwickelt sind. Dazu gehören beispielsweise Hersteller von sterilen medizinischen Verpackungen, Präzisionsmechanik, Werkzeugund Formenherstellung, Wirkstoffverarbeitung, Auftrags-Spritzgussfertigung, Montage und Maschinenbau sowie Elektronikindustrie. Durch diese unterstützenden Industriezweige verbessert sich die Position Malaysias als Outsourcing-Standort und globaler Anbieter von Komponenten für Unternehmen, die Medizinprodukte und Instrumente herstellen.

Das Ziel der Steinbeis Malaysia Foundation besteht vor allem darin, die Brücke zwischen den Hochschulen und der Industrie auf dem Gebiet der Medizinprodukte aufzubauen, um auf diese Weise effiziente und effektive Kooperationen im Wissens- und Technologietransfer zu fördern. Dank ihres internationalen Netzwerks von Experten bietet die Steinbeis Malaysia Foundation der Branche die Möglichkeit, „Innovationen auszulagern“. Das Dienstleistungsangebot des Steinbeis-Partnerunternehmens umfasst Kurzberatung, die Gründung von Transferzentren zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Bedarfsermittlung in der Industrie. Steinbeis Malaysia wird auch weiterhin Branchenanbieter unabhängig von ihrer Größe und ihrem Tätigkeitsfeld unterstützen.

Kontakt

Dr. Abdul Reezal ist Leiter des Steinbeis-Partnerunternehmens Steinbeis Malaysia Foundation. Zu den Schwerpunktthemen des Unternehmens gehören Gesundheitswesen, Nanomaterialien sowie Elektronik und Elektrotechnik.

Dr. Abdul Reezal
Steinbeis Malaysia Foundation (Cyberjaya, Malaysia)
SU1842@stw.de

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