Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis für herausragende Projekte im Technologietransfer an das Projekt “Klimaneutrale Stadtquartier in Esslingen“ vergeben

7. Oktober 2021   Marina Tyurmina

Am Mittwoch, 06. Oktober, hat Steinbeis das Team des Steinbeis-Innovationszentrums energieplus und seine Projektpartner mit dem Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis im Steinbeis-Haus für Management und Technologie Hohenheim ausgezeichnet. Der Preis wird für herausragende Projekte und Leistungen im unternehmerischen Wissens- und Technologietransfer vergeben.

Der Transferpreis der Steinbeis-Stiftung - Löhn-Preis wurde 2004 zur Würdigung der Leistung von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Johann Löhn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Stiftung und heutiger Ehrenkurator, initiiert. Dieses Jahr zeichnet die Jury damit das Projekt

Klimaneutrales Stadtquartier – Neue Weststadt Esslingen

aus.

Preisträger: Steinbeis-Innovationszentrum energieplus (Stuttgart), Stadt Esslingen, Green Hydrogen Esslingen (GHE), TU Braunschweig (IGS), Hochschule Esslingen (INEM), Berliner Institut für Sozialforschung (BIS), Städtischer Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE), Polarstern (München), mondayVision (Stuttgart), HyEnTec (Zell unter Aichelberg) und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW, Stuttgart/Ulm)

Das Projekt folgt dem Ansatz der heimischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, der lokalen Wasserstoffproduktion und der Abwärmenutzung zur Wärmeversorgung des Stadtteils. Basis ist das vom Steinbeis-Innovationszentrum energieplus unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch entwickelte integrale Energie- und Nachhaltigkeitskonzept. Der grüne Wasserstoff wird dabei ins Erdgasnetz der Stadt eingespeist und trägt somit zur Dekarbonisierung des Energiesektors bei. Die bei der Wasserelektrolyse anfallende Abwärme wird in das Nahwärmenetz des Quartiers eingespeist. Das Reallabor der Energiewende auf einem innerstädtischen Areal von 12 ha ist der Kern des Projekts und umfasst rund 500 Wohneinheiten, Büro- und Gewerbeflächen sowie einen Neubau der Hochschule Esslingen.

Übergeordnetes Ziel ist es einen nahezu klimaneutralen Stadtteil zu errichten. Im Projekt wird diese Größe mit einer CO2-Emission pro Kopf und Jahr von unter einer Tonne für Wohnen und Mobilität definiert, was unter anderem durch die Reduzierung des Energiebedarfs, einen hohen Grad an Solarisierung (ca. 1.500 Kilowatt Peak), die Nutzung der Abwärme aus der Wasserstofferzeugung sowie den Einsatz von importiertem Biomethan in Blockheizkraftwerken erreicht wird. Zentrales Element der Energieversorgung des Quartiers ist ein Wasserstoff-Elektrolyseur mit einer Leistung von 1.000 Kilowatt elektrisch. Der eingesetzte Strom kommt aus den auf den Gebäudedächern installierten Photovoltaikanlagen sowie überwiegend aus Erzeugungsanlagen, die von außerhalb überschüssigen, erneuerbaren Strom über das öffentliche Stromnetz liefern. Mit der Abwärme aus dem Elektrolyseur wird über ein Nahwärmenetz rund die Hälfte des Wärmebedarfs der Wohn- und Gewerbeflächen und der Hochschule gedeckt. Der Jahresnutzungsgrad der Elektrolyse erhöht sich somit auf etwa 85 bis 90 %. Auf die ersten Ideen zum klimaneutralen Stadtquartier im Jahr 2015 folgte ein langer  Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozess, im Juni 2021 wurde die Inbetriebnahme der Wasserstoffproduktion mit den Fördergebern gefeiert.

Das Projekt wurde im Rahmen der Initiative „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt” vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium für Forschung und Bildung mit rd. 12. Mio. Euro gefördert.

Weitere Informationen zum Transferpreis finden Sie hier: www.loehn-preis.de.

Bild: Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Preisträger 2021 (von oben nach unten und links nach rechts): Dipl.-Ing. Uwe Haug (Steinbeis-Zentrale), Dipl.-Ing. Tobias Nusser (Steinbeis-Innovationszentrum energieplus), Dr. Eva Schulze (Berliner Institut für Sozialforschung), Dipl.-Ing. Andreas Brinner (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg), Prof. Dr.-Ing. Ferdinand Panik (Hochschule Esslingen), Dipl.-Kfm. Manfred Mattulat (Vorstand der Steinbeis-Stiftung), Matthias Kluczny (Steinbeis-Innovationszentrum energieplus), Prof. Dr. Michael Auer (Vorstandsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung), Dr.-Ing. Leonhard Vilser (Kuratoriumsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung), Felix Mayer (Green Hydrogen Esslingen), Prof. Dr.-Ing. Manfred Norbert Fisch (Steinbeis-Innovationszentrum energieplus), Prof. Dr. Dr. hc mult. Johann Löhn (Ehrenkurator der Steinbeis-Stiftung)

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