Transfer à la Steinbeis
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Johann Löhn, Neugestalter und bis 2004 Vorstandsvorsitzender der heutigen Steinbeis-Stiftung, verdeutlicht an dieser Stelle, was den von ihm geprägten konkreten, nutzwertorientierten Wissens- und Technologietransfer ausmacht. Steinbeis basiert auf der von ihm entwickelten Löhn-Methode, in deren Mittelpunkt die wesentlichen persönlichen und unternehmerischen Erfolgsfaktoren Systematik und Einfachheit stehen.
„Wettbewerblicher Wissens- und Technologietransfer ist die Schnittstelle, der Dreh- und Angelpunkt zwischen vorwettbewerblicher Wissenschaft auf der einen Seite und der wettbewerblichen Nachfrage nach Entwicklungsergebnissen aus der Wirtschaft sowie der konkreten Anwendung auf der anderen Seite. Dieser Transfer spielt heute eine umso größere Rolle, als internationale Wettbewerbsfähigkeit voraussetzt, dass das in der Wissenschaft geschaffene Potenzial effektiv und effizient zur wirtschaftlich anerkannten Anwendung wird. Wie muss diese Form des Transfers gestaltet werden? Funktionierender Transfer setzt voraus, dass deutlich zwischen vorwettbewerblicher Forschung und konkretem Transfer unterschieden wird. Vorwettbewerbliche Forschung muss staatlich gefördert und subventioniert werden, konkreter Transfer dagegen dient der Wirtschaft, da er Forschungsergebnisse in wettbewerbliche Produkte umsetzt. Forschungsförderung darf also eben nicht davon abhängig gemacht werden, dass der Forscher den wirtschaftlichen Nutzen im Auge hat: Dies sollte nicht seine ursprüngliche Intention sein, das ist vielmehr Aufgabe des Transfers. Dieses Bewusstsein ist Voraussetzung, dass sowohl vorwettbewerbliche Forschung als auch konkreter Transfer von Synergien profitieren. Jedes Modell, das subventionsfrei diesen Transfer aus den Quellen – also den Forschungseinrichtungen und Hochschulen – in die Wirtschaft gewährleistet, muss nach den Kriterien des Marktes und auf Basis fairer Regeln wirken. Aufgabe des Staates ist es, diese fairen Spielregeln zu gewährleisten.
Die Vernetzung der Wissenschaften gilt als wesentliches, ja zentrales Kriterium, wenn es um die Förderung der deutschen Forschungslandschaft und des Wissenstransfers geht. Der Steinbeis-Verbund lebt diesen Netzwerkgedanken seit bald 30 Jahren: Expertenwissen interdisziplinär, über Fachgebietsgrenzen hinaus, zu nutzen, schafft Synergien in der Forschungslandschaft und bringt Innovationen hervor. Und davon profitiert zum einen natürlich die Wirtschaft, über den vorwettbewerblichen wie auch direkt über den konkreten wettbewerblichen Transfer. Zum anderen profitieren aber auch die Quellen, nicht nur durch den Zugewinn an Reputation, sondern auch wirtschaftlich. Durch seine Marktnähe sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft, seine integrierte Dezentralität mit einfachen zentralen Spielregeln und das systematische Unternehmertum im Unternehmen Steinbeis ist unser Transfersystem prinzipbedingt hoch effektiv und effizient in der Umsetzung von Innovation in konkreten Nutzen.“