Steinbeis-Beratungszentrum
Konstruktion, Werkstoffe und Normung
| Reiswiesenweg 21 | |
| D-73614 Schorndorf | |
| Telefon: | 07181/255154 |
| Fax: | 07181/255070 |
| E-Mail: | SU1449(at)Stw.de |
- Leitung:
- Prof. Dr.-Ing. Volker Läpple
Dienstleistungsangebot
Beratungen
- Kundenorientierte Toleranzoptimierung von Konstruktionszeichnungen im Hinblick auf Interpretierbarkeit, Funktionalität, Fertigungs- und Prüfkosten
- Unterstützung bei der Umstellung und Neugestaltung bestehender Konstruktionszeichnungen auf die neuen internationalen Normen, insbesondere im Hinblick auf wirtschaftliche und globale Fertigbarkeit
- Analyse des Ist-Zustandes durch Prüfung bestehender Konstruktionszeichnungen auf Normkonformität, Funktionalität, Fertigungs- und Prüfbarkeit
- Risikoabschätzung bei externer Fertigung
- Unterstützung bei der Erarbeitung und Einführung firmenspezifischer Normen für den Bereich Konstruktion und Entwicklung
- Unterstützung bei der Umstellung auf neue europäische und internationale Werkstoffnormen, Normenvergleich und inhaltliche Bewertung
- Allgemeine Beratungen zu den Themenschwerpunkten Konstruktionsoptimierung, Toleranzmanagement, Normkonformität und Werkstoffe
- Bedarfsanalyse für kundenspezifische Schulungsmaßnahmen einschließlich Konzeption maßgeschneiderter Schulungsprogramme
Seminarangebote
Form- und Lagetoleranzen
Steigende Qualitätsanforderungen in Verbindung mit zunehmender Arbeitsteilung sowie Senkung der Produktkosten verlangen eine funktionsgerechte, eindeutige und vollständige Tolerierung.
Erfahrungsgemäß sind jedoch weit mehr als die Hälfte aller Fertigungszeichnungen unvollständig, missverständlich, sinnwidrig oder sogar falsch. Zwingend erforderliche Vereinbarungen wie zum Beispiel der Tolerierungsgrundsatz fehlen bisweilen vollständig. Die Gefahr von fehlerhaft produzierten Werkstücken sowie von Montageproblemen steigt damit erheblich, insbesondere durch Auslagerung der Teilefertigung hin zu externen Zulieferbetrieben.
Die Folgen sind fehlerhaft produzierte Werkstücke und Montageprobleme, eine aufwändige und teure Fertigung und Prüfung durch unnötig enge Toleranzen und letztlich eine risikoreiche Produkthaftung, während die Qualität des Produkts hierdurch nicht verbessert wird.
Die Seminarteilnehmer lernen sämtliche Aspekte der Form- und Lagetolerierung sowie die zugehörigen neuen Normen kennen und in die Konstruktionspraxis umzusetzen.
Ihr Nutzen:
Kosten senken, Risiken minimieren und Produktwertigkeit erhöhen durch optimale Form- und Lagetolerierung, Optimierung bestehender Konstruktionszeichnungen im Hinblick auf Fertigungs- und Prüfkosten, Funktionalität und Normkonformität
Inhalte:
- Tolerierungsgrundsätze
- Normgerechte Zeichnungseintragung und Interpretation der Symbolik Formtoleranzen (Geradheit, Ebenheit, Rundheit, Zylinderform, Linien- und Flächenprofil)
- Richtige Interpretation von Bezügen und funktionsgerechter Aufbau von Bezugssystemen - praktische Anwendungsbeispiele
- Lagetoleranzen (Parallelität, Rechtwinkligkeit, Neigung, Koaxialität und Konzentrizität, Position, Symmetrie, einfacher Lauf und Gesamtlauf)
- Maximum-Material-Prinzip als Werkzeug zur signifikanten Kostenreduzierung
- Minimum-Material-Bedingung und Reziprozitätsbedingung
- Projizierte Toleranzzone und Tolerierung nicht formstabiler Teile
- Allgemeintoleranzen für Form und Lage für verschiedene Fertigungsverfahren
- Toleranzen und Kosten
- Praxisbeispiele und Diskussion firmenspezifischer Fragestellungen
Seminardauer: 2 Tage
Erstellung technischer Zeichnungen auf Basis der neuen internationalen Normung
Die in technischen Zeichnungen (Konstruktionszeichnungen) angewandte Symbolik unterliegt heute fast ausnahmslos der internationalen Normung. Die Praxis zeigt jedoch, dass Konstruktionszeichnungen auf Basis längst nicht mehr gültiger Normen erstellt werden und somit eine große Gefahr für eine fehlerhafte Interpretation besteht.
Die Folgen sind überhöhte Fertigungs- und Prüfkosten durch unnötig enge Toleranzen, schwer oder nicht montierbare oder gar funktionsunfähige Produkte aufgrund einer falschen Tolerierung von Maß, Form, Lage und Oberfläche, unnötige Kommunikation und Abstimmungsbedarf zwischen den Vertragspartnern sowie die Gefahr von Rechtsstreitigkeiten.
Vorrangiges Ziel des Seminars ist es aufzuzeigen, welche Normänderungen sich in den letzten Jahren vollzogen haben. Dieses umfassende „Update“ der internationalen Zeichnungsnormung erlaubt es Ihnen, fehlerhafte, mehrdeutige und missverständliche Eintragungen zu erkennen und sicher zu beseitigen. Ihnen werden die wichtigsten „Default-Regeln“ der neuen internationalen Zeichnungsnormung bekannt sein.
Ihr Nutzen:
Alle wesentlichen Änderungen der neuen internationalen Normung und ihre weitreichenden Auswirkungen kennen und konstruktiv sicher umsetzen
Inhalte:
- Normung und Konzept der geometrischen Produktspezifikation (GPS)
- Projektionsmethoden, Schnitte und Schnittdarstellungen
- Maße und Maßtoleranzen richtig eintragen und interpretieren
- Regeln einer fertigungs-, funktions- und prüfgerechten Tolerierung
- Form- und Lagetoleranzen (Einführung, Überblick und neue Normen)
- Oberflächenrauheit - Interpretation und richtige Anwendung der neuen Kenngrößen
- Richtige Interpretation und normgerechte Eintragung von Wärmebehandlungsangaben, Schweiß- und Lötverbindungen sowie Kantenzuständen auf Basis der neuen Normung
- Zeichnungsvereinfachungen auf Basis internationaler Normen
- Die wichtigsten „Default-Regeln“ der neuen internationalen Zeichnungsnormung
- Praxisbeispiele und Diskussion firmenspezifischer Fragestellungen
Seminardauer: 2 Tage
Die wichtigsten Normänderungen und ihre vertragsrechtlichen Auswirkungen
Im Zuge einer fortschreitenden Globalisierung der Märkte besteht zunehmend die Notwendigkeit, Konstruktionszeichnungen (technische Zeichnungen) mit externen Vertragspartnern im In- und Ausland auszutauschen.
Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass die Konstruktionszeichnung bei externer Fertigung einen rechtsverbindlichen Vertag darstellt und sich zudem die gesamte normative Basis, insbesondere in Bezug auf die Tolerierung von Maß, Form, Lage und Oberfläche in den vergangenen Jahren teilweise gravierend geändert hat.
Entspricht das gelieferte Bauteil nicht den gewünschten Anforderungen, so besteht ein nicht unerhebliches Risiko für teuere Rechtstreitigkeiten zwischen den Vertragspartnern, wobei Mängel in der Konstruktionszeichnung in der Regel zu Lasten des Auftragsgebers gehen!
Das Seminar richtet sich insbesondere an die Konstruktions- und Entwicklungsleitung und gibt Ihnen einen fundierten Überblick über die wichtigsten Änderungen der neuen internationalen Normen und ihre gravierenden Auswirkungen auf Zusammenarbeit, Fertigung, Prüfung, Funktion und Kosten. Sie sind damit in in der Lage die vertragsrechtlichen Auswirkungen (Umsetzung vs. Nichtbeachtung) auf nationaler (Deutschland), europäischer und internationaler Ebene abzuschätzen und im Hinblick auf die Produkthaftung zu bewerten.
Ihr Nutzen:
Die wichtigsten Normänderungen und Ihre vertragsrechtlichen Auswirkungen kennen
Inhalte:
- Die neuen internationalen „Default-Regeln“ (vertragliche Vereinbarungen ohne besondere Nennung oder Symbolik)
- Die Wahl des „richtigen“ Tolerierungsgrundsatzes (neue EN ISO 14405-1)
- Die neuen internationalen Normen zur richtigen Maßinterpretation und Maßtolerierung (z. B. neue EN ISO 286-1:2010 für kritische „Passmaße“)
- Wesentliche Änderungen auf dem Gebiet der geometrischen Tolerierung (z. B. Form- und Lagetoleranzen, Bezüge und Bezugssysteme)
- Kostenreduzierung durch sinnvolle Tolerierung (Fallbeispiele)
- Grundlagen des Vertragsrechts
- Rechtliche Bewertung von „Default-Regeln“
- Konsequenzen einer fehlerhaften oder nicht normkonformen Konstruktionszeichnung (Fallbeispiele)
- Rechtliche Bewertung und Risikoabschätzung bei Verwendung alter oder fehlerhafter Zeichnungen - Wer haftet im Schadensfall?
- Möglichkeiten der rechtlichen Absicherung vor Vertragsannahme
Seminardauer: 2 Tage
Oberflächenrauheit und neue Oberflächenkenngrößen
Die Oberfläche hat einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer und damit auf die Qualität eines technischen Produkts. Sie muss daher in der technischen Zeichnung eindeutig definiert, toleriert und normgerecht eingetragen werden.
Im Zuge der Globalisierung und damit der Einführung internationaler Normen vor bereits mehr als 10 Jahren haben sich nahezu alle Spezifikationen und Kenngrößen zur Oberfläche z. T. grundlegend geändert. Diese Tatsache ist in der konstruktiven Praxis noch weitgehend unbekannt.
In der Folge werden in Konstruktionszeichnungen häufig veraltete Symbole verwendet, die nicht mit der ausnahmslos geltenden internationalen Normung in Einklang stehen. Da auch die Bedeutung der Kenngrößen zumeist nicht bekannt ist, werden im Hinblick auf die Funktionalität, wie z. B. Dichtheit oder Vermeidung von Materialermüdung, häufig unzweckmäßige Oberflächenkenngrößen verwendet.
Ein weiteres Problem stellt die weitgehende Unkenntnis des Einflusses der Messbedingungen wie Tastsystem, Filterung und Wahl der Grenzwellenlänge auf den Oberflächenkennwert dar. Gerade diese Bedingungen müssen aber mit der zur Verfügung stehenden Symbolik in der Konstruktionszeichnung eindeutig vorgeschrieben werden. Letztlich sind Vereinbarungen, die auch ohne explizite Nennung bzw. durch alleinige Verwendung der genormten Symbolik verbindlich sind (sogenannte „Default-Regeln“) unbekannt. Dies kann zwischen den Vertragspartnern (z. B. Zulieferbetrieben) zu teuren Rechtstreitigkeiten führen. Als bekanntes Beispiel sind hierbei die Annahmekriterien wie die 16%-Regel oder die Höchstwert-Regel zu nennen.
Ihr Nutzen:
Oberflächenkenngrößen richtig interpretieren, funktionsgerecht auswählen und normgerecht anwenden
Inhalte:
- Wichtige international genormte Oberflächenkenngrößen kennen und funktionsgerecht auswählen
- Kenntnis des Einflusses des Tastsystems auf den Oberflächenkennwert und richtige Festlegung der Filtermethode (Grenzwellenlänge) sowie der Messstrecke
- Kennenlernen der wichtigsten Default-Regeln zur Oberflächenrauheit wie zum Beispiel die 16%- sowie die Höchstwert-Regel
- Richtige Anwendung und Interpretation der neuen ISO-Symbolik zur Oberflächerauheit
- Bedeutung und Interpretation der wichtigsten (zurückgezogenen) DIN-Kenngrößen zur Oberflächenrauheit
- Vorstellung neuer Möglichkeiten zur normgerechten Zeichnungsvereinfachung im Hinblick auf Oberflächenkenngrößen
- Praxisbeispiele und Diskussion firmenspezifischer Fragestellungen
Seminardauer: 1 Tag
Europäische und internationale Werkstoffnormung
Die Benennung von Werkstoffen erfolgt heute nahezu ausschließlich auf Basis europäischer und teilweise internationaler Normen. Dennoch sind in der Praxis die alten „DIN-Bezeichnungen“ noch weit verbreitet, obwohl sie zum Teil bereits vor mehr als drei Jahrzehnten zurückgezogen wurden, wie das bekannte Beispiel „St 37“ zeigt. Auch die entsprechend benannten Werkstoffe werden längst nicht mehr erschmolzen.
Es ist auch weitgehend unbekannt, dass die Umstellung von „DIN-Werkstoffbezeichnungen“ auf europäische bzw. internationale Werkstoffnormen in vielen Fällen eine Änderung der Werkstoff- und Verarbeitungseigenschaften zur Folge hatte.
Dieselbe Problemstellung ergibt sich auch in Zusammenhang mit der Werkstoffbeschaffung auf internationalen Märkten, wie zum Beispiel China oder Indien. Auch hier kann nur ein detaillierter Inhaltsvergleich der jeweiligen Normen Aufschluss darüber geben, welcher Werkstoff in geeigneter Weise eingesetzt werden kann.
Eine ungültige oder falsche Werkstoffbezeichnung kann nicht nur zu fehlerhaften Lieferungen führen, eine Werkstoffverwechslung oder der Einsatz eines falschen Werkstoffs kann im Schadensfall hohe Kosten verursachen und zu risikoreicher Produkthaftung führen.
Ihr Nutzen:
Verwechslung von Werkstoffen sicher vermeiden, Werkstoffbezeichnungen richtig interpretieren, Vorgehensweise bei der Werkstoffbeschaffung auf dem Weltmarkt kennen
Inhalte:
- Entschlüsselung der europäischen Werkstoffbezeichnungen (Kurznamen, Werkstoffnummern, numerische Bezeichnung und Werkstoffzustände) für Stähle und Stahlguss, Gusseisen-, Aluminium-, Kupfer-, Magnesium- und Titanwerkstoffe
- Europäische Werkstoffbezeichnungen im Hinblick auf Verarbeitungseigenschaften und Werkstoffverhalten sicher interpretieren
- Kennenlernen der verfügbaren Techniken der betrieblichen Umschlüsselung von DIN- auf europäische Werkstoffbezeichnungen bzw. Bezeichnungen unterschiedlicher Wirtschaftsräume
- US-Amerikanische Werkstoffbezeichnungen (UNS, SAE/AISI, ASTM)
- Systematik der Bezeichnung von Stählen nach chinesischen Normen
- Internationale Vergleichbarkeit der Werkstoffbezeichnungen
- Internationale Normung von Kunststoffen und Kunststoff-Formmassen
- Praxisbeispiele und Diskussion firmenspezifischer Fragestellungen
Seminardauer: 1 Tag
Zielgruppen für alle Seminarangebote
Die Zielgruppen für die genannten Seminare sind:
- Leiter aus Konstruktion, Entwicklung, Fertigung und Qualitätswesen
- Ingenieure und Techniker aus Konstruktion und Entwicklung, Normung, Produktion und Qualitätssicherung
- Technische Zeichner
- Mitarbeiter des betrieblichen Ausbildungswesens
- Technischer Vertrieb und Einkauf
Die Teilnehmer erhalten zu allen Seminaren ausführliche Dokumentationsunterlagen auf dem neuesten Stand der Normung, die sich auch für das Selbststudium eignen.
Workshops
In Ergänzung zu den Seminaren und zur weiteren Konsolidierung und Vertiefung des Fachwissens können in angemessenem Abstand zu den Seminaren kundenspezifische Workshops durchgeführt werden. Hierbei werden zwischenzeitlich überarbeitete oder neu erstellte Konstruktionszeichnungen in der Gruppe diskutiert und ggf. optimiert. Schwerpunkte sind die Überprüfung auf Normkonformität sowie die Toleranzoptimierung (Maß, Form, Lage und Oberfläche). Weiterhin besteht die Möglichkeit zur Diskussion betrieblicher Fragestellungen, die sich im Nachgang zu den Seminaren ergeben haben.