Preisträger 2011

Hochdynamische Variothermtechnologie zur Herstellung von Mikrofluidikbauteilen

Der Einsatz von Mikrofluidikbauteilen im Bereich der Medizintechnik nimmt drastisch zu. Da es sich bei diesen Bauteilen – beispielsweise aus Gründen der Kontaminationsgefahr – hauptsächlich um Einwegprodukte handelt, besteht enormer Bedarf an einem kostengünstigen Massenfertigungsverfahren für diese Komponenten. Ähnlich wie bei der Fertigung von optischen Datenträgern wie CDs oder DVDs – hierbei handelt es sich ebenfalls um mikrostrukturierte Kunststoffbauteile – bietet sich an dieser Stelle die Spritzgießverarbeitung thermoplastischer Kunststoffformmassen an. Allerdings werden enorm hohe Qualitätsanforderungen an die herzustellenden Bauteile bezüglich der Mikrostrukturreplikation und deren innerer Morphologie gestellt. Um diese erfüllen zu können, genügen die bisher eingesetzten Spritzgießverfahrenstechniken nicht.

Preisträger Transferpreis der Steinbeis-Stiftung - Löhn-Preis 2011

Das Steinbeis-Transferzentrum Kunststoffcenter in Bretzfeld beschäftigt sich bereits seit über zehn Jahren mit der Abformung von funktionalen Oberflächenstrukturen im Mikro- und Nanometerbereich auf den Oberflächen makroskopischer Kunststoffbauteile. Es wurde erkannt, dass insbesondere die Temperatur der formgebenden Werkzeugwand eine entscheidende Rolle für die Herstellung qualitativ hochwertiger kleinststrukturierter Kunststoffbauteile spielt. Hierfür wurden verschiedene Temperiersysteme für die gezielte Beeinflussung der Temperatur der formgebenden Werkzeugwand in Spritzgießwerkzeugen erforscht. Mit diesen Systemen wird die für die Kleinststrukturreplikation unabdingbare hochdynamische variotherme (HDV) Spritzgießverarbeitung von thermoplastischen Kunststoffformmassen ermöglicht. Zusammen mit der Watlow Plasmatech GmbH in Kuchl (Österreich), einem Hersteller von thermisch gespritzten elektrischen Schichtheizelementen, wurden HDV-Temperiermodule sowie die dazugehörige Steuerungs- und Regelungstechnik entwickelt.

Vor mehr als 20 Jahren entschied sich der japanische Sony-Konzern dazu, in Anif bei Salzburg die Sony DADC Austria AG für die Produktion von CDs zu gründen. Heute ist das Unternehmen der größte europäische Disc-Hersteller. Mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Massenfertigung von mikrostrukturierten Kunststoffbauteilen bietet Sony DADC diesen Service nun auch Kunden außerhalb der Unterhaltungsindustrie an.

In einem gemeinsamen Transferprojekt der oben genannten Partner wurde die von Watlow und dem Steinbeis-Transferzentrum Kunststoffcenter entwickelte HDV-Technologie am Sony DADC Standort Anif für die Fertigung von mikrostrukturierten Medizintechnikbauteilen eingeführt.

Projektpartner

  • Sony DADC Austria AG
  • Watlow Plasmatech GmbH
  • Steinbeis-Transferzentrum Kunststoffcenter/Bretzfeld

Ansprechpartner

Prof. Dr. August Burr
Steinbeis-Transferzentrum Kunststoffcenter (Bretzfeld)

Hochdynamische Variothermtechnologie zur Herstellung von Mikrofluidikbauteilen

Dauer: 6 Min.
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