Wie amerikanische Start-ups zur eigenen Unternehmensgründung ermutigen

Intensive Gespräche über Unternehmensgründungen sowie die Chancen und Risiken von Start-up-Unternehmen prägten die von Steinbeis gesponserte Reise der „Jugend gründet“-Sieger Ende Oktober ins Silicon Valley in den USA. Caroline Vandersee, Simon Baro, Adrian Feißt, Leonard Jöst, Jonas Madlinger und Jeremia Schmitt vom Gymnasium Achern hatten diese Reise als Sieger beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend gründet“ 2015/16 gewonnen, der vom Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim organisiert wird. Mit ihrem fiktiven Unternehmen „Colorgy“ hatten sie als Produkt das Zelt „IndepenTent“ entwickelt, das mit Farbstoffsolarzellen versehen ist, Strom produziert und somit zum eigenständigen Energielieferanten wird.

Im Silicon Valley konnte das junge Unternehmer-Team nun in Begleitung von Juror Prof. Dr. Nils Högsdal und Lehrer Wolfram Ehmann eine ganze Reihe von Start-up-Unternehmen kennenlernen und erhielt dabei einen reichhaltigen Einblick in die hiesige Start-up-Szene. Das war sehr beeindruckend, denn nirgendwo auf der Welt sind so viele Start-ups angesiedelt. Mehrere von ihnen wie Google oder Facebook sind inzwischen Weltkonzerne.

In den Gesprächen veranschaulichten Start-up-Unternehmer wie beispielsweise Björn Herrmann, „Jugend gründet“-Sieger von 2005, ihren Gründungsweg. Herrmann betonte dabei, wie sehr ihn der Wettbewerb für das Unternehmertum begeistert hat und somit Grundstein für seinen Weg als Unternehmer war. Des Weiteren vermittelten die Start-up-Unternehmer den Gymnasiasten, dass ein Scheitern häufig dazu gehört. „Das ist aber kein Grund zum Aufgeben, sondern Ansporn, es erneut zu versuchen“, lautete unisono die Folgerung der Unternehmer. Alle gründeten mit neuen Ideen weitere Start-ups, mit denen sie heute erfolgreich sind. Die Acherner Gruppe erfuhr auch, dass die Rahmenbedingungen im Silicon Valley Start-ups sehr begünstigen: Sie werden von den Investoren unterstützt und auch Einrichtungen wie das „Plug And Play Techcenter“ seien sehr hilfreich. In diesem Center stehen Gründern Büroräume zu günstigen Konditionen zur Verfügung und es werden Kontakte zu Investoren oder Geschäftspartnern vermittelt. Auch einige deutsche Unternehmen suchen über diese Plattform Kontakt zu amerikanischen Start-ups. Der Unternehmer und Start-up-Mentor Oliver Hanisch verdeutlichte das „Ökosystem“ Silicon Valley: Hierbei handele es sich nicht nur um einen Ort mit vielen Start-ups, sondern gleichzeitig um eine Einstellung. Viele junge Menschen würden hierher kommen, um den Erfolg als Unternehmer zu suchen. Entscheidend dabei seien Schnelligkeit und Offenheit, die eigene Idee immer wieder anzupassen. Auch sei es üblich, dass diejenigen, die es geschafft haben, wieder etwas an diejenigen zurückgeben, die am Anfang stehen, etwa in Form von Beratung und Kapital. Konkurrenz werde hier mehr als Herausforderung denn als Bedrohung angesehen.

Alle Gesprächspartner des „Colorgy“-Teams waren sehr an der Geschäftsidee der „Jugend gründet“-Preisträger interessiert und ermutigten sie, weiter daran zu arbeiten. Selbstverständlich war auch das Rahmenprogramm der Woche in den USA spannend und gab einen tiefen Einblick in die Wirtschaft und Geschichte Kaliforniens. Im Volkswagen Design Center erfuhr die Gruppe Wissenswertes zum Entstehen und Design eines Fahrzeugs, auf ihrer Reise konnte sie auch selbstfahrende Autos von Google im Straßenverkehr beobachten. Beim Gang über den Google- Campus wurde deutlich, wie aus dem einstigen Start-up ein Weltkonzern geworden war. Im Intel-Museum wurde den Schülern die Entwicklung der Prozessoren veranschaulicht. Auf einer Tour durch die Stanford University lernten sie die verschiedenen Studienmöglichkeiten kennen. Dabei wurde auch betont, dass viele Start-ups aus Projekten der Universität entstünden. Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch das Institute of Design at Stanford, das von SAP-Gründer Hasso Plattner gegründet wurde und das das Team ebenfalls besuchte.

In San Francisco fuhr man mit den berühmten Cable Cars, besuchte die Gefängnisinsel Alcatraz und fuhr über die Golden Gate Bridge. Auf dem Weg nach Los Angeles besuchte die Gruppe das schlossartige Anwesen des Medienunternehmers William Hearst, der im frühen 20. Jahrhundert die sogenannte Yellow Press begründete. Strandbesuche in Malibu und Santa Monica rundeten die wissens- und erlebnisreiche Woche mit unschätzbaren Erfahrungen ebenso ab wie ein Gang über den Walk Of Fame.

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