Editorial

das Geschäftsmodell Deutschland basiert unter anderem auf einer weltweit wohl einzigartigen Ausbildungsstruktur. Die Sicherung der hohen Qualifikation ist durch die duale berufliche Bildung und die akademische Qualifizierung begründet.

Wolfgang Müller

Neuere Studien zeigen, dass das Ausbildungs- und Qualifizierungssystem zur Bewältigung von komplexen Aufgaben, vor allem in technischer Hinsicht, zentrale Bedeutung hat. Es ist also nicht verwunderlich, dass Unternehmen in Branchen mit einer hohen Anzahl von Menschen mit MINT-Qualifikationen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, mehr forschen und mehr Innovationen hervorbringen. Die Innovationskraft der Unternehmen ist direkt abhängig von der Verfügbarkeit von Arbeitskräften mit Kompetenzen, sowohl aus dem beruflichen als auch aus dem akademischen Bereich.

Das beste Ausbildungssystem nutzt aber nichts, wenn gerade bei denjenigen technischen Berufen, die wesentlich für Deutschland sind, nämlich IT-Kernberufe, Techniker, Ingenieure und klassische Metall- und Elektronikberufe, permanent Fachkräfte fehlen. Laut einer Publikation des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlten im Jahr 2016 78.000 MINT-Kräfte. Im Jahr 2025 wird die Zahl auf 135.000 steigen.

Es ist also nötig, aktiv zu werden!

Neben der fachlichen Ausbildung sind Initiativen von Unternehmen, Politik und Gesellschaft gefragt. Während Sport und Kultur schon lange zu den Aktivitäten im schulischen Alltag gehören, stehen Bereiche wie Gründen, Erfinden und Kreativität nicht unbedingt im Fokus. Dass hier Initiativen sinnvoll sind, zeigt beispielsweise der Artur Fischer Erfinderpreis, der Wettbewerb „Jugend gründet“, das Programm „mikromakro“, die „Wissensfabrik Deutschland“, die in Baden-Württemberg etablierten Schülerforschungszentren oder die Talentschmiede „Jugend forscht“.

Neben diesen Initiativen ist es aber auch wichtig, den Schulen Freiräume zu schaffen. Es ist nicht selbstverständlich, dass Lehrerinnen und Lehrer sich in ihrer Freizeit einbringen, mit hohem Engagement Projekte vorantreiben und Schülerinnen und Schüler bei den entsprechenden Aktivitäten unterstützen. Hier ist mit Sicherheit die Politik gefordert.

Dass Schülerinnen und Schüler geniale Erfindungen machen und erfolgreiche Gründungskonzepte umsetzen, zeigte eindrucksvoll der Steinbeis-Tag in diesem Jahr. Der Erfindergeist, die Kreativität und der Spaß der Jugendlichen an diesem Thema waren deutlich spürbar. Auf diesem Gebiet engagiert sich Steinbeis aus Überzeugung, auch im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung für die Zukunft unseres Landes.

Viel Spaß beim Lesen des aktuellen Transfermagazins und anregende Ideen für Aktivitäten mit Jugendlichen wünscht Ihnen

Ihr

Wolfgang Müller

Kontakt

Wolfgang Müller ist Leiter der Steinbeis-Unternehmen Infothek sowie Wissen + Transfer, die ihren
Sitz im Steinbeis-Haus in Villingen-Schwenningen haben. Er steht daneben dem Stiftungsrat
des Artur Fischer Erfinderpreises Baden-Württemberg vor.

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