Steinbeis Transfermagazin | Ausgabe 04/2016

das Geschäftsmodell Deutschland basiert unter anderem auf einer weltweit wohl einzigartigen Ausbildungsstruktur. Die Sicherung der hohen Qualifikation ist durch die duale berufliche Bildung und die akademische Qualifizierung begründet.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steht im Fokus der Energiewende. Das stellt Energieversorger, Netzbetreiber und Anlagenhersteller vor große Herausforderungen. Vor allem der weiter steigende Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung stellt hohe technische Anforderungen, um eine zuverlässige Energieversorgung zu garantieren. Das Steinbeis-Transferzentrum Energieeffiziente Leistungselektronik für elektrische Antriebe und Speicher an der Hochschule Aschaffenburg hat gemeinsam mit der Hottinger Baldwin Messtechnik GmbH mathematische Verfahren entwickelt, die bei der Zertifizierung von Windenergieanlagen zum Einsatz kommen.

Professor Dr. Nils Högsdal spricht mit der TRANSFER über seine Verbundenheit mit dem Schülerwettbewerb „Jugend gründet“. Des Weiteren erzählt er, wie junge Menschen mit den Chancen des Unternehmertums umgehen und wie sie von den Hochschulen dabei unterstützt werden können.

Am Friedrich-Wöhler-Gymnasium in Singen gibt es seit rund zehn Jahren die Schüler-Ingenieur-Akademie: In Zusammenarbeit mit ortsansässigen Unternehmen und Hochschulen dürfen Schüler der zehnten Klasse während eines Jahres in verschiedenen Projekten „Ingenieurluft“ schnuppern. Das diesjährige Team hatte sich das Jahr über mit unterschiedlichen Beschichtungen und Lacken und deren Beständigkeit befasst.

Professor Dr. Heinz Trasch spricht mit der TRANSFER über die Neugierde der Kinder und wie Erwachsene sie darin unterstützen können. Daneben berichtet er von seinen Erfahrungen bei „Jugend gründet“ und wie wichtig solche Wettbewerbe für die berufliche Zukunft der Jugendlichen sind.

Fortschritt und Wandel bestimmen die Zukunft von Güterverkehrs- und Logistikdienstleistungen. Zukunftsweisende ganzheitliche und nachhaltende Lösungen sind für die Unternehmen in dieser Branche aber auch für die verladende Wirtschaft eine wesentliche Voraussetzung, in einem Markt mit steigendem Kostendruck wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber nur die Lösungen im Blick zu haben reicht nicht: Das hat das Steinbeis-Innovationszentrum Logistik und Nachhaltigkeit früh erkannt und stellt die angehenden Fachkräfte in den Mittelpunkt seiner Qualifizierungsmaßnahmen.

Professor Dr. Carsten H. Hahn erläutert im Interview, welche Aufgabe die ältere Generation zu erfüllen hat, um die Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen. Er diskutiert die „Action Learning“-Methode in der Lehre und fragt sich, wie die Hochschulen die Studierenden auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten können.

Warum ist der Himmel blau? Woher kommt der Schatten? Im Rahmen des EU-Projektes Photonics4All haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden und die Faszination des Lichts kennenzulernen. Das Steinbeis-Europa- Zentrum und seine Projektpartner aus neun Ländern haben in Baden-Württemberg, Österreich, Schweden und Großbritannien Kinderuniversitäten zu diesem Thema durchgeführt.

Als „Testbed“ werden in der Industrie Experimentierplattformen bezeichnet, in denen Unternehmen aus verschiedenen Branchen mehrwertschaffend und vernetzt in einer vorher nicht existierenden Art und Weise zusammenarbeiten. Steinbeis hat auf deren Basis ein Format für mittelständische Unternehmen insbesondere aus Handel, Handwerk und dem produzierenden Gewerbe entwickelt - die „Micro Testbeds“. Mit der Frage, wie diese in der Praxis erfolgreich realisiert werden (können), wird sich der 4. Steinbeis Engineering Tag befassen, der am 5. April 2017 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart stattfindet.

Intensive Gespräche über Unternehmensgründungen sowie die Chancen und Risiken von Start-up-Unternehmen prägten die von Steinbeis gesponserte Reise der „Jugend gründet“-Sieger Ende Oktober ins Silicon Valley in den USA. Caroline Vandersee, Simon Baro, Adrian Feißt, Leonard Jöst, Jonas Madlinger und Jeremia Schmitt vom Gymnasium Achern hatten diese Reise als Sieger beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend gründet“ 2015/16 gewonnen, der vom Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim organisiert wird. Mit ihrem fiktiven Unternehmen „Colorgy“ hatten sie als Produkt das Zelt „IndepenTent“ entwickelt, das mit Farbstoffsolarzellen versehen ist, Strom produziert und somit zum eigenständigen Energielieferanten wird.

„Ohne Alexander Graham Bell kein Mikrofon, ohne Paul Nipkow keine Nipkow-Scheibe und somit keine Kamera, ohne Ferdinand von Steinbeis…“ Moderator Marcel Wagner machte anschaulich deutlich, was beim diesjährigen Steinbeis-Tag im Fokus stand: Menschen mit Ideen, aber auch solche, die diese Ideen unternehmerisch umsetzen, in Kontakt zu bringen – und das so früh, wie möglich. Zahlreiche Schüler-Teams waren live vor Ort im Steinbeis-Haus für Management und Technologie in Stuttgart-Plieningen und stellten ihre pfiffigen Ideen aus Wettbewerben wie „Jugend gründet“ oder dem Artur Fischer Erfinderpreis vor. Rund 500 Gäste waren interessierte Zuhörer und kamen mit den jungen Unternehmensgründern und Erfindern ins Gespräch.

Die Early Bird-Ideen junger Köpfe standen im Mittelpunkt des Steinbeis-Tags im Steinbeis-Haus für Management und Technologie, der Abend im Stuttgarter Kultur- und Kongresszentrum bot traditionell den festlichen Abschluss und Höhepunkt mit der Verleihung des Transferpreises der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis. Mehr als 500 geladene Gäste waren auf Einladung der Steinbeis-Stiftung nach Stuttgart gekommen.

Michael Köhnlein und Peter Wittmann vom Steinbeis Digital Business Consortium erklären, was die Digitalisierung und Vernetzung für Unternehmen bedeuten und wie sie bei der Gestaltung dieses Veränderungsprozesses von Steinbeis unterstützt werden können.

Nicht nur der demografische und gesellschaftliche Wandel zwingt deutsche Unternehmen zum Umdenken: Viele Unternehmen bemühen sich auch um die Integration von Arbeitssuchenden aus europäischen und Flüchtlingen aus außereuropäischen Ländern. „Diversity Management“ wird als gezielter und wirtschaftlich sinnvoller Umgang mit Vielfalt im Unternehmen immer wichtiger – und darf nicht mehr allein unter dem Aspekt der Chancengleichheit und politischen Korrektheit gesehen werden. In einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt hat das Steinbeis-Transfer-Institut zeb/business.school an der Steinbeis-Hochschule Berlin zusammen mit den Projektpartnern Universität Oldenburg und Frankfurt School of Finance & Management untersucht, auf welche Weise Unternehmen mit Diversity umgehen – und welche Art des Diversity Managements wirtschaftlichen Erfolg fördert.

Als über 30-jähriges Traditionsunternehmen und Experte auf dem Gebiet der Bedien- und Steuerungstechnik mit dem Fokus auf Automatisierung steht die Unternehmensphilosophie der Graf-Syteco GmbH & Co. KG im baden-württembergischen Tuningen für erfolgreiches Wachstum und Innovation. Um die Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum und fortlaufende Betriebserfolge zu schaffen, hat das Unternehmen im letzten Jahr konsequent Strukturen und Prozesse geschaffen, die verstärkt auf eine klare Ausrichtung und Optimierung der Abläufe innerhalb des Unternehmens abzielen. Im Hinterkopf war dabei das Ziel einer erfolgreichen Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2015. Unterstützt wurde der Mittelständler in der Vorbereitung vom Team des Steinbeis-Transferzentrums TQI Innovationszentrum in Gosheim.

Wenn Biomasse vergärt, entstehen Biogase. Um den Biogasertrag zu ermitteln, der bei der Vergärung entsteht, ist bisher ein hoher Personal- wie auch Arbeitsaufwand unumgänglich: über sogenannte Batchtests (Chargenbetrieb) wird nach VDI 4630 und DIN 38414-8 der Biogasertrag manuell festgestellt. Das Steinbeis-Innovationszentrum Systemlösungen in Mess- und Automatisierungstechnik entwickelt im Rahmen eines ZIM-Projektes gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, der ATRES Group aus dem Bayerischen Freising, ein Biomassekarussell, um die Messung des Biogasertrags zu automatisieren.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, auch von denen, die mit einem abgeschlossenen Studium nach Deutschland kommen, geht schleppend voran: Die Anerkennung von Studienleistungen, bürokratische Hürden und fehlende Sprachkenntnisse sind Schwierigkeiten, vor denen Flüchtlinge auf Jobsuche stehen. Gleichzeitig gibt es einen großen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in der Wirtschaft, vor allem in der IT-Branche oder im „Zuliefersegment“. Damit beide Seiten, Flüchtlinge und Unternehmen, besser zueinanderfinden, sind in letzter Zeit gleich zwei Initiativen im Umfeld der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) der Steinbeis-Hochschule Berlin entstanden: Während sich die SIBE mit einem neuen berufsintegrierten Studiengang an Flüchtlinge wendet, hat ihr Alumnus Oliver Queck ein Unternehmen gegründet, das ebenfalls Flüchtlinge in die Wirtschaft vermittelt.

Wer Unternehmer ist, will gestalten. Doch irgendwann ist die Firma aufgebaut, das private Umfeld stabil. Dann stockt bei Vielen der Gestaltungsprozess, man hat sich eingerichtet. Jetzt werden Veränderungen oft nur noch eingeleitet, wenn der Leidensdruck hoch genug ist. Ein neues Werkzeug hilft, einen kontinuierlichen Gestaltungsprozess zu etablieren, der schnell und leicht vonstattengeht: die Transformation Map. Dr. Lars Öhler, Leiter am Steinbeis-Beratungszentrum Unternehmerexzellenz, bringt es in seinen Projekten zum Einsatz.

Zur praxisorientierten Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entwickelt das Team am Steinbeis-Innovationszentrum Wissen + Transfer in Villingen-Schwenningen eine internationale Plattform für das Management von Intellectual Property in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die den Nutzern alle relevanten Daten aus dem Bereich des gewerblichen Rechtschutzes – national, aber auch international – zur Verfügung stellt.

Die Entwicklung von Fertigungsprozessen für moderne, leichtbaugerechte Verbundbauteile wird immer wichtiger – sowohl aus ökologischen wie auch aus politischen Gründen. Dazu ist die Erprobung neuartiger Fertigungstechnologien und deren Weiterentwicklung zur Serienreife notwendig, damit der Einsatz moderner Leichtbauwerkstoffe in Großserie wirtschaftlich erfolgen kann. Als besonders vielversprechend gilt der Einsatz thermoplastbasierter Faserkunststoffverbunde (FKV), sie können im Vergleich zu duromeren Werkstoffen deutlich schneller verarbeitet werden und der Umgang mit den Ausgangswerkstoffen und Halbzeugen ist weniger aufwändig. Um die Prozesszeiten zu verkürzen, entwickeln die S&F Sondermaschinenbau GmbH und das Steinbeis-Innovationszentrum Automation in Leichtbauprozessen (ALP) in Zusammenarbeit mit der Professur für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) der TU Chemnitz ein neuartiges Handhabesystem, mit dem Einzelzuschnitte thermoplastischer Halbzeuge direkt am Greifer zu einem belastungsgerecht aufgebauten und fixierten Lagenaufbau komplettiert werden.

Extruder sind Fördereinrichtungen, die feste, dickflüssige und flüssige Massen nach dem Schneckenprinzip fördern. Die Massen werden unter hohem Druck durch verschiedene Temperaturzonen gepresst und ändern dabei ihren Zustand vom festen in einen viskoseelastischthermoplastischen Zustand. Die Fördereinrichtung besteht aus einer Schnecke, die in einem Zylinder läuft. Abhängig von den Materialeigenschaften und den Verarbeitungsparametern sind unterschiedliche Gestaltungsformen der Einzugszone entstanden: Man unterscheidet zwischen Glattrohr- und Nutbuchsen-Extruder. In einem Forschungsprojekt hat es sich das Steinbeis-Innovationszentrum Intelligente Funktionswerkstoffe, Schweiß- und Fügeverfahren, Exploitation zum Ziel gesetzt, den technisch einfacheren und kostengünstigeren Glattrohr- Extruder zu optimieren, um mit ihm höhere Drücke zu erreichen.

Um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit seiner Servicetechniker langfristig zu erhalten und damit die Beschäftigungsfähigkeit älterer, erfahrener Fachkräfte sicherzustellen, arbeitet der Werkzeugmaschinenhersteller und Laserspezialist Trumpf seit Januar 2014 an einem Konzept zur Förderung einer lebensphasenorientierten Karrieregestaltung. Die Vision der Personalentwicklung liegt in der Entwicklung eines lebensphasenorientierten Laufbahnkonzepts. Das Steinbeis-Transfer-Institut kompetenz institut unisono (kiu) an der Steinbeis-Hochschule Berlin unterstützt Trumpf innerhalb des Konzepts in der Weiterbildung von Servicetechnikern als Alternative zur körperlichen Belastung im Außendienst.

Steinbeis Transfermagazin

Transfer 04/2016

Dateiinfo

PDF / 4.1 MB
OK
Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung unserer Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen